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LG G6: Die Neuen setzen aufs Alte

LG Smartphones
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LG bringt 2017 das G6 auf den Markt. Keine Überraschung. Das LG G6 wird nicht modular. Keine große Überraschung. Wohl einer der wenigen Fälle, in denen wir die Gelegenheit haben, eine Nachricht vom Kopf auf die Füße zu stellen. Die eigentliche Meldung ist eine andere: Dass ein Misserfolg ein Unternehmen gehörig umkrempeln kann.

Es ist schon ein paar Tage her, da vermeldete das koreanische Tech-Portal etnews, dass LG auch im kommenden Jahr seine per se durchaus erfolgreiche G-Serie fortsetzen wird. Allerdings mit einer radikalen Kehrtwende, fort vom Prinzip des Vorgängers LG G5. Das LG G6 wird ein „klassisches Smartphone“, ohne Schnickschnack, heißt ohne Module.

Gutes Konzept – Schwacher Umsatz – Radikaler Umbau

Das LG G5 war nicht der Erfolg, der es hätte werden sollen. Geradezu desaströs fielen die Anfang Juli veröffentlichen Quartalszahlen aus, nur wenige Monate nach Einführung des neuen Flaggschiffs. Etwas mehr als 2 Millionen Exemplare hatte LG zwischen April und Juli an den Mann bringen können. Der Konzern reagierte hart, unter 4 Prozent Marktanteil entsprachen bei weitem nicht den hohen Erwartungen von Führung und Aktionären. Stellenstreichungen und ein einschneidender Umbau der in der Führungsetage der Konzernsparte folgten. Die neue Bereichsspitze besinnt sich also offenkundig auf alte Werte und Verkaufszahlen aus besseren Tagen.

Nun ändern Unternehmen ihre Produkte selten ohne Not. Innovation wird beworben, Rücknahmen verschwiegen. Es nimmt also kaum wunder, dass die bisher einlaufenden Informationen nicht von Konzernoffiziellen, sondern Branchenvertretern stammen, die an der Entwicklung des G6 vermutlich beteiligt sind. Demnach werden Platinen und Audio-Bestandteile derzeit darauf abgestellt, in einem Smartphone klassischer Bauart untergebracht zu werden.

LG G5
Konstruktion Top - Verkaufszahlen Flop: Das LG G5

Schade um die Neuerung

Schade in der Tat. Kein anderer Hersteller hatte in der gesamten Geschichte des Smartphones auch nur ansatzweise ähnlich viel Mut bei der Konzeption eines neuen Flaggschiffs bewiesen. Und es sprach einiges für das G5: Solide Hardware, wechselbarer Akku und eine passende Modulbasis. Drehen wir heute die Zeit ein Jahr zurück, lag LG mit den ersten Meldungen um ein modulares Smartphone voll im Trend. Googles „Ara“ war noch ein schlagzeilenträchtiger Dauerbrenner, der Hype um VR-Brillen hob an, und Alternativkonzepte wie das Nextbit-Robin machten von sich reden.
Und Zeit war es.
Denn noch 2014 schien es, als wäre die Branche insgesamt in einen trägen Veröffentlichungsdämmer verfallen. Immer enger getakteten Neuveröffentlichungen standen immer weniger echte Innovationen gegenüber – und sinkende Absatzzahlen. Die Smartphone-Industrie schien in Stagnation gefangen. Erst das 2015 Samsung Galaxy S6 Edge machte wieder mit echten Neuerungen von sich reden. LGs Perspektiven-Smartphone LG Flex von 2013 hingegen wurde zwar überwiegend positiv aufgenommen, konnte aber keine gravierenden Absätze erzielen.

LG V20
Unverhofft kommt selten, aber dafür umso erfolgreicher - das LG V20

Die eher konservativen LG-Flaggschiffe LG G3 und G4 (Lederoptik, u know) hatten bereits bewiesen, dass auch der zweite koreanische Elektro-Großkonzern in der Lage ist, ausgesprochen ordentliche Smartphones zu entwickeln. Das LG G5 hätte die bisherige Krönung der Reihe sein sollen, und darüber hinaus ein endlich ernstzunehmender Rivale für Samsungs Galaxy-S-Reihe.

Nun, es kam und kommt also anders. Wieder einmal. Von Samsungs augenblicklicher Note-7-Malaise profitiert LG immerhin bereits – mit dem V20, einem klassischem Smartphone in extra robuster Verarbeitung. Wer also Pate für das LG G6 steht, dürfte also schon mal raus sein.

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