Startseite News & Trends Zuckerbrot zur Peitsche – Trump will Apple in die Staaten locken

Zuckerbrot zur Peitsche – Trump will Apple in die Staaten locken

Apple gezuckert
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Pünktlich zur Vorweihnachtszeit versüßt Amerikas künftiger Präsident seine Aufforderung an Apple, die iPhone-Produktion künftig in die USA zu verlagern. Apple kann nach Trumps eigener Aussage mit spürbaren finanziellen Entlastungen rechnen, sollte Konzernchef Cook auf das Ansinnen des künftigen Staatsoberhaupts eingehen.

Donald Trump irrlichtert mal wieder durch die Medien. Das allein wäre keine Nachricht, schließlich ist der künftige US-Präsident seit den Achtzigerjahren eine Unterhaltungskonstante, der sich zu entziehen kaum ein Mensch überhaupt in der Lage ist. Frei nach Clausewitz ist für Trump Politik anscheinend die Fortsetzung der Gameshow mit anderen Mitteln. Zuletzt durften sich geladene Vertreter der größten US-Medienkonzerne anhören, sie seien voreingenommene Lügner. Majestät brauchen Sonne.

Donald Trump
Immer auf der Suche nach neuen Freunden: Donald Trump, künftiger US-Präsident

Wie jeder echte Macchiavellist hat natürlich auch Donald J. Trump verstanden, dass mit Medienschelte allein noch keine Politik zu machen ist: „Divide et impera“, zu Deutsch: „Teile und herrsche“ lautet die Maxime für ein ruhiges Herrscherleben. Schließlich will die Masse des Volkes ebenso gut unterhalten wie auch zufriedengestellt sein.

Und so beschimpft Trump die einen und lockt die anderen. Erstes „Opfer“ Trumpscher Ambivalenzpolitik: Apple-CEO Tim Cook. Mehrfach hatte Trump während des Wahlkampfs angekündigt, Unternehmen massiv unter Druck zu setzen, sollten sie sich weigern, ihre Produktion zurück in die USA zu holen – an prominenter Stelle: Vorzeigekonzern Apple.

Bis zu 45% des Verkaufspreises sollten als Strafzölle für iPhones und andere Produkte fällig werden, die statt in den USA in Fernost gefertigt würden. Eiligst prüften Apple-Fertiger Foxconn und Pegatron denn auch mögliche Produktionsstandorte auf amerikanischem Boden – offenkundig auf Betreiben der Apple-Konzernspitze. Vorauseilenden Gehorsam nennt man das – denn noch ist Trump schließlich nicht in Amt und Würden. Dennoch: Wir dürfen eine Ahnung davon entwickeln, wie „der Künftige“ das Miteinander von Staat und Gesellschaft auslegt: Widerwillen wird bestraft. Wohlverhalten wird belohnt. Im Gespräch mit seinen Lieblingswidersachern der renommierten New York Times eröffnete Trump seiner Zuhörerschaft, wie er Apple und Co. zurück in die Staaten zu locken gedenkt. Demnach habe er bereits vor wenigen Tagen mit Apple-Chef Tim Cook telefoniert und ihm erklärt:

                 I think we’ll create the incentives for you, and I think you’re going to do it. We’re going for a very large tax cut for corporations, which you’ll be happy about.’ But we’re going for big tax cuts, we have to get rid of regulations, regulations are making it impossible.

Übersetzung:

                Ich denke, wir werden Anreize für Euch schaffen, und Ihr werdet es tun [Fabriken in die USA verlagern, Anm. DEINHANDY]. Wir werden die Unternehmenssteuern massiv senken, was Euch gut gefallen dürfte. Aber wir werden nicht nur große Steuersenkungen vornehmen, wir müssen auch Regulierungen loswerden, Regulierungen machen alles unmöglich.

Nun ist Donald Trump bekanntlich gut für eine Anekdote, wenn sie dazu dient, einen beliebigen Standpunkt zu untermauern. Ob die Geschichte in allen Facetten stimmt, lässt sich kaum überprüfen. Dennoch dürfte es kaum einen Beobachter verwundern, sollte sich der Impuls „Zuckerbrot und Peitsche“ als Konzept der kommenden Jahre entpuppen.

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