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Schwärmerische Schwarmintelligenz

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Heute mal ein kleiner Ausflug in das Zentrum der digitalen Ereignissphäre.
Der typische Aufmacher wartet ja eher mit den „großen“ Nachrichten auf, z.B. „LG G4 – der Angriff der Klonkrieger“ oder sowas. Gut, ist natürlich auch Teil der heutigen Nachrichtenlage. Aber angesichts der unzähligen Tech-Leaks, die praktisch jeder Neuerscheinung vorausgehen, können wir uns mal eher flächig auf den Hinweis beschränken, dass alle Vorhersagen eingetroffen sind.
Toll, oder?

Was sich wie der Wunschtraum von Statistikern und Meteorologen anhört, legt vor allem die Vermutung nahe, dass die vermeintlichen ach wie unerwarteten Informationslücken wohl doch eher regelmäßig eigens von Mitarbeitern der Marketing-Abteilungen eingerissen werden.
Gut, Klappern gehört zum Geschäft, und etwas Gratis-Reklame ist immer gut. Mal angenommen, wir könnten uns einfach ein Beispiel daran nehmen und unsere eigenen Angebote als Riesen-Geheimnisse an die Blogosphäre durchstechen: „Irre Sensation: DeinHandy will angeblich günstige Provider-Angebote anbieten!“
Na gut. Nochmal kurz drüber nachgedacht. Das wird nix.
Wäre ungefähr die Kategorie: „Psssst. Willst Du ein E kaufen?“
„Waas?? Ein E?“
„Genauuu.“

Das ganze scheitert leider schon daran, dass wir eben keine Hightech-Geräte entwickeln, auf die eine ganze Verwertungskette bereits mit zitternden Händen wartet, sondern selber „nur“ Teil des Marktes sind.
Schön blöd, wenn man nicht ganz oben in der Nahrungspyramide steht. Oder eher ganz unten? Handys als Plankton der digitalen Welt! Wie auch immer, neudeutsch gesprochen: #wirsindverwertungskette.

Reklametechnisch ist das alles jedenfalls ziemlich unpraktisch. Crowd-Marketing für alle hätte wirklich großartige Vorteile. Wir müssten nur ab und zu einen verschwommenen Screenshot von irgendeinem neuen Angebot an die richtige Stelle durchstechen, und Schwupps, säßen die renommiertesten Techies rund um den Globus mit nassgeschwitzten Händen an ihren Rechnern und würden uns mit ihrer Street-Credibility aber sowas von pushen!
Und das zum Nulltarif.

Werbung kostet halt Geld. Soll ja keiner glauben, Apples Designer würden für lau arbeiten. Nur weil nicht an jeder Ecke iPhone-Plakate hängen, bedeutet das nicht, dass da nicht Unsummen fließen, um uns allen den Mund wässrig zu machen. Alles eine Frage der Budgetierung, nicht wahr? Wenn schon ein Haufen Geld in Technik und Design fließen, warum dann nicht einfach das neue Produkt einmal unscharf fotografieren, einen Foxconn-Auftrag mit Rechnungsanschrift „Cupertino“ durchs kontrastarm eingestellte Faxgerät jagen – und fertig ist die Laube! Den Rest macht dann schon die Schwarmintelligenz.
Wir probieren das einfach mal:

„Neueste Berichte legen nahe, dass DeinHandy u.a. das iPhone S6 mit extrem günstigen Verträgen anbietet. Angeblich soll auch das Samsung Galaxy S6 unter den sehr, sehr attraktiven Angeboten sein. Vertrauenswürdige Quellen berichten übereinstimmend, dass die Sache keinen Haken hat und Käufer bei Vertragsabschluss keine Angst vor Klingelton-Abos, Topf-Sets, Heizdecken oder sonstigem Krimskrams haben müssen.“
Quelle: Ziemlich geheim, aber unbedingt vertrauenswürdig
www.deinhandy.de

Wenn wir jetzt ein paar Likes dafür bekommen, die dann wiederum neue Likes auslösen, die dann auf Twitter landen, und wenn wir dann noch bei #Wired #Caschyund #Mobilegeeks erwähnt werden, oh Jungejungejunge…
„Vom Sowjet lernen heißt siegen lernen“, oder wie war das noch?

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