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Das Kreisen der Geier

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Nun kommen die Einschläge näher. RIM, einstmals Weltmarktführer im Handygeschäft und heute bekannt als Blackberry ist nach neuesten Gerüchten von einer Übernahme durch Microsoft nicht mehr allzu weit entfernt.
Entfernt? Ach, „entkernt“ wäre hier wohl das passendere Schlagwort. Denn vom einstigen Markenkern, vom Alleinstellungsmerkmal, dem unknackbaren Telefon mit Tastatur ist nicht mehr viel übrig – oder eher zu viel – je nach Perspektive. Waren Blackberrys im Vor-Smartphone-Zeitalter (Gott, ist das lange her) noch die Speerspitze des Komforts mit ihrer quasi-vollwertigen Tastatur, haben ihnen iOS und Android mittlerweile gehörig den Rang abgelaufen.
Schon Anfang 2014 lag der Neukundenanteil unter der Messbarkeitsgrenze!

Mit dem Sex-Appeal von Touchpads und Tablets konnte Blackberry partout nicht mithalten – auch weil man viel zu lang am bewährten, vulgo überholten, Gerätekonzept festhielt und dann halbherzig auf ein Smartphone-Konzept umschwenkte.
Zuletzt war auch das relativ stabile Business-Segment nicht mehr vom Wechsel auf ein Konkurrenzgerät abzuhalten. Zu groß war der Sog der schicken Apple-Geräte und vielfältigen Androiden – gerade bei Kunden, die für Distinktion und Style empfänglich sind und über den notwendigen Spondulix verfügen.
Auf Hybris folgt Katharsis, und im fortwährenden Reinigungsprozess ist der einstige Weltmarktführer auf überschaubare 6200 Mitarbeiter zusammengeschrumpft, neue Stellenstreichungen sind bereits angekündigt.

Und nun also Microsoft.
Gerüchte um Übernahmeinteressen kursieren bereits seit einiger Zeit, und in der Tat wäre das Patentportfolio von Blackberry für die immer noch darbende Smartphone-Sparte des Softwareriesen von Interesse, denn richtig Fuß gefasst hat Microsoft immer noch nicht. Wohlgemerkt nur das Patentportfolio ist hier von Interesse. Denn markttechnisch spielt Blackberry längst keine Rolle mehr, mit gerade mal 1,6 Millionen verkauften Geräten im letzten Quartal 2014 ließe sich auch ein Kompletter Wegfall verschmerzen.
Aber Günstiges Knowhow weckt Begehrlichkeiten. So sollen auch Chinas aufstrebende Massenhersteller am Knowhow der Kanadier interessiert sein, allen voran Xiaomi. Aber auch Lenovo und Huawei sind allem Anschein nach mit von der Partie.

Und so bleibt abzuwarten, wie lange Blackberrys langsames Siechtum noch andauert – und zu welchem Preis der Riese von einst am Ende von wem erlöst wird. Wir verfolgen die Ereignisse mit Spannung.

Meldungen:
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