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2:1 fürs Handy

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Jüngste Zahlen des Branchenverbands Bitkom lassen verdammt weit blicken. Stolze 44 Millionen Menschen in Deutschland nutzen nach neuesten Erhebungen ein Smartphone – gegenüber 23 Millionen registrierten Festnetzanschlüssen eine ausnehmend stolze Quote.
Klar, das eine ist ein Individualgerät, das andere Teil der digitalen Grundversorgung.

Die Zahlen repräsentieren dennoch den signifikanten Wandel der Art, wie wir mit unserer Umwelt interagieren. So verwenden bereits 98% der Befragten ihr Smartphone auch als mobile Kamera – ein Umstand, an dem Kamerahersteller weltweit bereits seit einiger Zeit gehörig zu knabbern haben. Weit invasiver aber wirkt die Revolution des Smartphones auf die Medienwelt. Das veranschaulichen die beiden folgenden Zahlen. 68% aller Smartphone-Nutzer benutzen ihren Unterwegsbegleiter auch zum Musikhören, und nur ein Prozent weniger greift zum Smartphone, um sich mit Nachrichten zu versorgen. Das bedeutet, dass zwei Drittel aller Smartphonenutzer mit physischen Datenträgern und Zeitungen aus Papier wohl in allernächster Zeit nicht mehr warm werden dürften.

Aber während die Musikindustrie ihr Geschäftsmodell nach langem Darben über Streamingdienste gerettet hat, sucht die Presse noch das rettende Festland. Bezahlschranken und Premium-inhalte haben die Mehrheit der Nutzer bislang nicht davon überzeugen können, die reduzierten Kostenlosvarianten hinter sich zu lassen. Warum eigentlich? Nun, wohl eine Frage der Schmerzgrenze.
Während Dauerbeschallung heute schon für rund 10€ im Monat zu haben ist, versuchen etliche Pressedienste ihre Premiumartikel noch per Einzelpreis für etwas unter einen Euro zu verkaufen. Angesichts so erfolgreicher Gratisportale wie Spiegel Online und Bild.de dürfte die Hoffnung wohl vergeblich sein, dass ein solches Bezahlmodell langfristig funktioniert. Zu sehr sind wir alle an das Prinzip der medialen Gratisversorgung gewöhnt.

Ob das gerecht(fertigt) ist, ist eine Diskussion wert, aber das Kind ist bekanntlich bereits im Brunnen. Ob sich der Unterschied zwischen Nachrichten und Reportagen, also zwischen Pressemeldung und Publikation dauerhaft durchhalten lässt? Die allermeisten Smartphone-Leser kennen heute faktisch nur noch reduzierte Inhalte – der Wert hochwertiger und auch längerer Reportagen (die es allemal wert sind bezahlt zu werden), lässt sich kaum vermitteln, solange Smartphones von den Pressehäusern als reklamebewehrte Nachrichtenticker genutzt werden.
Musik- und Filmindustrie haben den drohenden Untergang gerade noch abgewendet, indem sie sich den Bedürfnissen der breiten Masse gebeugt haben. Streamingdienste stehen im rasanten Aufwind und haben damit vielleicht nicht vorbildlich, aber beispielhaft gezeigt, wie die digitale Zukunft funktionieren kann.
Warum nicht also in Zukunft Handyverträge mit Premium-News koppeln, anstatt nur mit Audiostreaming?

Da lohnt ein Blick zum Anfang, zu unseren Zahlen. Konsequenz der weiten Verbreitung von Smartphones: Das Business ist rauer geworden, gesättigte Märkte und so.
Dabei handelt es bei den aktuellen Zahlen um sehr viel mehr als um einen Blick auf ein einfaches Wirtschaftssegment. In Wahrheit sind sie ein Indikator für die allgemeine Akzeptanz einer neuen Technologie. Und so sollte sie auch behandelt werden. Mit Selbstverständlichkeit, nicht mit Schranken.

Quelle:
http://goo.gl/fmC1x6

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