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Unter einem DACH – Mobilfunk im Ländervergleich

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Frühling allerorten! Der perfekte Zeitpunkt für einen Stoß an die Tischkante und einen Blick über den Tellerrand – Also: Was kosten Handyverträge eigentlich bei unseren Nachbarn in Österreich und in der Schweiz?

Handytarife in Deutschland – die Mischung macht’s

Schauen wir zunächst mal auf unseren Heimatmarkt: Waren zu Anfang des Mobilfunkbooms Telefon und SMS die tragenden Säulen mobiler Kommunikation, steht heute der Internetzugang in im Mittelpunkt des Geschäftsmodells.
Vor allem in Deutschland rücken damit statt klassischer Verbrauchsgebühren für Gesprächsminuten und Kurznachrichten die verfügbare Datenmenge und die Übertragungsgeschwindigkeit den Fokus.
Telefon und SMS gehören heute praktisch überall zur Flatrate-Grundausstattung eines Mobilfunktarifs. Dominiert wird der Markt bis heute von einigen wenigen Anbietern, mit der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) darunter gleich drei der größten in Europa überhaupt. Hinzu kommt eine große Zahl an Resellern, Discounterketten und mit Drillisch in jüngerer Zeit einen Platzhirschen unter den „virtuellen“ Netzbetreibern.

Die gravierendste Änderung hat es in der Vergangenheit bei der Kombination aus Handy und Tarif gegeben. Die Zeiten, in denen Handys eine preisgünstige Dreingabe zum Vertragsabschluss waren, sind wohl unwiederbringlich vorbei. Nur folgerichtig, dass immer mehr Mobilfunkkunden auf die früher obligatorische Neuanschaffung alle zwei Jahre verzichten. Jüngste Erhebungen zeigen, dass die reine Mobilfunkleistung selbst nie billiger war als heute, wer auf die Neuanschaffung eines Handys verzichtet, kann also in aller Regel wirklich spürbar sparen.

Wer einen althergebrachten Vertrag mit Top-Smartphone sucht, gibt im mittleren Preis-/Leistungssegment zwischen 30€ und 45€ im Monat aus. Dafür gibt es aber auch unbegrenzte Gesprächs- und SMS-Kapazitäten und eine LTE-Flatrate mit Surfgeschwindigkeiten zwischen 21,1 und 300 Mbit/s. Stand April 2016 liegt bieten Tarife im mittleren Preissegment Surfvolumina zwischen einem und vier Gigabyte Datenvolumen. SIM-Only-Reseller haben währenddessen Tarife zwischen 7 und 10€ im Monat mit den genannten Konditionen im Angebot. Bei den großen Anbietern gibt es dieselbe Leistung im günstigsten Fall für rund 15€ im Monat. Bei der Surf-Geschwindigkeit gibt es bis heute noch Unterschiede, aufpassen lohnt sich also. LTE ist hier nicht immer gleich LTE. Während es vereinzelt noch Angebote mit bis zu 21,1 Mbit/s gibt, haben hier andere Anbieter bereits 225 oder mehr Mbit/s im Angebot.

Eidgenössisch nüchtern

In der Schweiz wird der Mobilfunkmarkt von – wie hätte es anders sein können – drei Anbietern mit eigener Mobilfunkinfrastruktur kontrolliert. Hier haben wir die ehemals staatliche Swisscom AG, Sunrise Communications und zu guter Letzt den Anbieter Salt. Hinzu kommt eine ganze Anzahl kleinerer Reseller, die auf die Infrastruktur des einen oder anderen Anbieters aufsetzen. Dazu gehören auch bei uns vertretene Anbieter wie etwa Lycamobile, Aldi, Lebara oder Ortel und noch einige mehr.

Auch in der Schweiz hat sich der Trend weg von der minutengenauen oder einzelnachrichtenbasierten Berechnung und hin zur Flatrate durchgesetzt, In den meisten „Abos“ wird heute „unlimitiert“ telefoniert oder gesmst. In einigen Vertragsmodellen werden sogar tatsächliche Internet-

Wichtig in der Schweiz: Auslandsminuten inklusive
Wichtig in der Schweiz: Auslandsminuten inklusive

Flatrates ohne jede Volumenbegrenzung angeboten, über den Preis entscheidet sich der Kunde vor allem für eine verfügbare Übertragungsgeschwindigkeit.
Eine wirkliche Besonderheit bildet bei Schweizer Anbietern aber die grenzüberschreitende Kommunikation. Gerade die Verbindung ins Ausland, und vor allem die EU, ist hier ebenso wichtig wie das verfügbare Datenvolumen oder die Übertragungsgeschwindigkeit. Darum werben die meisten Anbieter mit einem möglichst großzügigen Kontingent an Einheiten für grenzüberschreitende Anrufe. Die am besten (und teuersten) ausgestatteten Angebote punkten nicht nur mit lokalem Internetvolumen, sondern auch mit bis zu zwei Gigabyte Datenflatrate außerhalb der Landesgrenzen.

Nicht ganz billig: Telefonieren in der Schweiz
Nicht ganz billig: Telefonieren in der Schweiz

Dafür dürfen Mobilfunkkunden in der Schweiz auch deutlich tiefer in die Tasche greifen. Denn während ein Einsteigertarif mit 500 MB Datenvolumen für 19 Franken erhältlich ist (ca. 18€), kostet ein Mittelklasse-Tarif mit unbegrenztem Internet und 50 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit und einem Minimum von 100 Auslandsminuten bei fast allen großen Anbietern rund 100 Franken (ca. 90€) – ohne Handy, wohlgemerkt! Zusammen mit einem Handy kommen so schnell 130 Franken  zusammen, also satte 118€, und das Monat für Monat.

 

Küss‘ die Hand(ys)?

Auch in Österreich ist die Infrastruktur klar aufgeteilt. Hier teilen sich drei Anbieter den Markt: A1 (Telekom Austria), T-Mobile Austria und Drei. Dahinter verbergen sich im ersten Fall internationale Anleger, während T-Mobile Austria -wenig überraschend- ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom ist. Drei hingegen ist Teil eines international tätigen Mischkonzerns, dessen Wurzeln in Hongkong liegen. Hinzu kommt auch hier eine Reihe kleinerer Reseller, die sich jedoch bei einem genaueren Blick ins Portfolio zum allergrößten Teil als Teilmarken der drei großen Anbieter entpuppen. Entsprechend konsolidiert ist der Markt inzwischen.

Beeindruckend gut ist in Österreich der Ausbaugrad der technischen Infrastruktur; keine Selbstverständlichkeit, bedenkt man die topographiebedingten Herausforderungen beim Aufbau eines landesweiten Sender- und Empfängernetzwerks.
Bei der Preisgestaltung scheint das Niveau dem hiesigen nicht unähnlich. So werden für ein Top-Smartphone wie das Samsung Galaxy S7 oder das gerade erst erschienene LG G5 mit 3, bzw. 4 GB Datenvolumen und LTE mit bis zu 50 Mbit/s bzw. 150 Mbit/s zwischen 48 und 54 Euro fällig. Allerdings legen Mobilfunkkunden in Österreich ebenso wie ihre Schweizer Nachbarn Wert auf möglichst kostengünstige Gespräche im Ausland. Auch hier gibt es entsprechende Tarifanteile und Surfoptionen.
Insgesamt liegen die Preise für Handytarife nicht allzu weit über den unseren. Mobiles Telefonieren und Interne sind zwar nicht unschlagbar günstig, jedoch auch noch nicht erschütternd teuer. Auch in Österreich sind Gesprächszeiten und SMS „unlimitiert“, wie man sagt. Insgesamt ähnelt die Tarifstruktur den uns vertrauten Modalitäten.

Nicht ganz so günstig wie auf dem deutschen Markt sind SIM-Only-Tarife im Alpenland. Auch wenn hier die Ersparnis gegenüber einem Kombitarif mit Gerät deutlich spürbar ist, rund 15€ werden im günstigen Einsteiger-Angebot mit 2 GB Datenvolumen dennoch fällig. Und: Eine echte Telefon- oder SMS-Flat ist nicht dabei, die gibt es erst in der großzügigsten Variante. Dann werden aber auch schon wieder glatte 40€ fällig. Ein echtes Schnäppchen sieht anders aus.

Fazit: Vergleichen lohnt sich

Eine Binsenweisheit, aber doch eine aufschlussreiche. Denn auch wenn Handytarife in Deutschland weit davon entfernt sind, unschlagbar günstig zu sein – verglichen mit dem deutschsprachigen Ausland stehen wir gar nicht so schlecht da, vor allem bei Kombination aus Smartphone und Vertrag. Und damit das so bleibt, gibt es schließlich uns 😉

 

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