Was bin ich?

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Smartphones, Smartphones, Smartphones. Heute wollen wir uns mal mit einem etwas anderen, wenn auch verwandten Tech-Trend beschäftigen: Den Wearables.
Eigentlich ein eingängiges Thema, sollte man meinen. Und für eine Seite wie unsere ja auch ausgesprochen naheliegend. Das Smartphone als Schnittstelle – und irgendein Gadget als unterhaltsame Alltagsergänzung.
Na, weit gefehlt.

Ich will zugeben, dass ich die Tragweite der Materie unterschätzt hatte. Zu jeder guten Basisrecherche gehört natürlich ein thematischer Überblick, und wer sich mit seinen kleinen grauen Zellen über den Smartwatch-Tellerrand hinauswagt, stößt nicht nur auf ein ganzes Arsenal von Alltagsbegleitern, sondern begreift auch, warum sich die meisten Leute nur gaaaanz allmählich mit der Idee vertraut machen, andere Geräte an ihr Smartphone anzudocken.

Die Auswahl ist unübersichtlich und wird täglich größer.
Und alles kann irgendwie mehrere Sachen. Aber mit App. Oder ohne. Jedenfalls mit Android. Und iOS. Oder auch nicht.
Genug gesagt? Bestimmt.

Damit Ihr nicht vor demselben Informationsberg verzweifelt, wollen wir heute einen kurzen Blick in den Gadget-Kosmos werfen, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Weara-was?
Fangen wir mal auf der Begriffsebene an. Der Begriff „wearable“ ist ausnahmsweise kein Neologismus, sondern stammt originär natürlich aus dem Englischen. Wir machen es uns einfach und bleiben mit „tragbar“ bei der adjektivischen Übersetzung. Wearables sind nach der allgemeingültigen Definition am Körper getragene Minicomputer, die mitarbeiten, während ihr Träger anderen Tätigkeiten nachgeht. Und, wichtig, sie arbeiten fast nie allein – erst mit einem Smartphone lässt sich ihre gesamte Funktionspalette nutzen.
(Gut für uns, aber lassen wir das.)

Was gehört dazu?
Tja, streng genommen alles, was Strom frisst und am Körper befestigt wird. Also bei enger Auslegung auch Hörgeräte. Wer beispielsweise bei Amazon.com nach Wearables sucht, bekommt folgendes Portfolio zur Auswahl:

• Activity Trackers: Quengelbänder mit Rausgehmotivator
• Running Watches: Herzfrequenzmesser mit App-Anbindung
• Wearable Cameras: GoPro usw.
• SmartGlasses: Sport-Headup-Displays mit Permanenzanalyse
• Smart Watches: Die großen Alleskönner
• Smart Tracking: Gegenstandstracking mit GPS
• Family Wearables: Let’s face it – Es ist Kinderüberwachung
• Smart Sport Accessories: Golfschwung-Analyse-Handschuhe
• Healthcare Devices: Blutdruckmesser, Pulsoximeter usw.
• Gesture Control & Entertainment Devices: Tragbare Körperkontakt-Subwoofer – ja, das gibts wirklich!

Wozu das alles?
Nun, da scheinen sich die Hersteller auch nicht so ganz eins zu sein. Jedenfalls taugen alle Varianten dazu, den Menschen zur Basisstation eines multifunktionalen Alles-Prima-Durchoptimiert-Daseins zu machen. Wir werden das mal etwas zusammenfassen:

Zur ersten Gruppe gehören Geräte mit alltagstauglichen Begleiteffekten – wir würden hier die Smart Tracker für Schlüssel sehen, die Healthcare Devices und vom Stasi-Aspekt mal abgesehen auch die „Family Wearables“ á la Big Brother.

Die zweite Gruppe bilden Geräte zur Trainingsbegleitung, also die sog. Running Watches und Activity Trackers. Und ja, auch den Golf-Handschuh mit App-Anbindung schlagen wir dazu.

Die dritte Gruppe bilden die Nice-To-Haves. Hier sehen wir den Body-Subwoofer genauso wie Google Glass und natürlich die Smartwatches.

Gemeinsam stark – die Smartwatch
Die einzige Gruppe mit echten Zukunftschancen ist unserer Meinung nach die Smartwatch. Und zwar aus folgenden Gründen: Seien wir ehrlich – die ersten beiden Gruppen bilden Funktionen ab, die über kurz oder lang von Smartwatches übernommen werden. Und Datenbrillen, äh ja. Warten wir es ab. Aber nicht jetzt. Aber es stimmt, noch mühen die Hersteller sich, uns ihre digitalen Pulswärmer als nächsten Mega-Trend zu vermitteln. Warum?
Ähnlich wie Smartphone und Tablet entstammt die Smartwatch den Science-Fiction-Träumen vergangener Tage. Nun ist die Technik heute so weit ein Allround-Gerät fürs Handgelenk anzubieten. Aber anders als in der Fantasie von Comiczeichnern und Drehbuchautoren sind Smartwatches keine Standalone-Geräte, d.h., sie können ihre eigentliche Stärke nur im Verbund mit einem Smartphone ausspielen. Ob Kalendersynchronisation, Anrufmitteilung oder Playlistanzeiger – ohne Smartphone läuft da nicht viel. Und bei Einstandspreisen von 130€ aufwärts ist die Frage berechtigt, wozu ich ein Gerät brauche, das ohne Smartphone doch wieder nur eine Uhr ist.
Ja, klar, wer hat denn heute kein Smartphone? Aber dann ist es auch berechtigt zu fragen, wer einen zusätzlichen Kalender braucht? Oder eine zusätzliche Anrufbenachrichtigung? Oder eine zusätzliche Wetter-App?
Richtig?
Richtig.

Nun, am Ende entscheidet wie so oft der Konsument. Mancher Autor sieht ja bereits das Ende der Smartphones und Tablets am Horizont dämmern – gefolgt von einer Welt der omnipotenten Allround-Phablets. In dieser Welt hat die Smartwatch eine Chance. Denn wenn sie zum vollwertigen Ersatz für das Smartphone heranwächst, brauchen wir unsere Hightech-Taschenrechner nicht mehr überall hin mitzunehmen.
Bis dahin ist es wohl noch ein Stück, aber wenn es dahin kommt… ach, das hätte sich Casio sicher nicht träumen lassen.

Quellen:
http://goo.gl/iHKdIU
http://goo.gl/cp2ox3
http://goo.gl/c57sRF
http://goo.gl/FygQtY
http://goo.gl/MTTQKA

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