Alexa Datenschutz und Sicherheit – Alles, was Du wissen musst

Smart Speaker wie der Amazon Echo stehen häufig in der Kritik. Alexa-Skeptiker befürchten unter anderem mangelhaften Datenschutz. Doch was ist am Vorwurf dran? Das und mehr klären wir in unserem Beitrag.

So nützlich Amazon Echo, Google Home und Co auch sind, es gibt immer wieder laute Stimmen gegen die Smart Speaker. Der Grund: Die Angst vor fehlendem Datenschutz und Spionage. Wir informieren Dich umfassend über den Alexa Datenschutz und erklären Dir, welche Vorsichtsmaßnahmen Du im Umgang mit dem Lautsprecher treffen solltest.

Hört Alexa heimlich mit?

Ja. Smart Speaker wie der Amazon Echo sind auf ein bestimmtes Aktivierungswort programmiert, mit dem Du die Interaktion mit dem Lautsprecher in Gang bringst. Damit Alexa das entsprechende Wort als solches wahrnimmt, muss sie alles um sich herum hören und verarbeiten. Laut Amazon werden jedoch nur Sprachbefehle gespeichert.

Welche Daten sammelt und speichert Alexa?

Zunächst einmal wird alles, was der Amazon Echo hört vom Gerät wahrgenommen. Sobald der Name „Alexa“ fällt, zeichnet der Sprachassistent das Gesagt auf und verarbeitet die Information, um entsprechend auf Fragen zu reagieren oder andere Smart-Home-Geräte einzuschalten.

Amazon versichert immer wieder, dass nur Sprachbefehle aufgezeichnet werden. Erst kürzlich wurde jedoch bekannt, dass Amazon-Mitarbeiter alle Umgebungsgeräusche mithören und transkribieren. Mit anderen Worten: Alles, was Alexa hört, speichert Amazon.

Die gute Nachricht: Sprachaufnahmen und -befehle lassen sich löschen. Wie das geht, erfährst Du in unserem Artikel Alexa Verlauf löschen – So beseitigst Du Deine Spuren beim Amazon Echo.

Alexa Datenschutz
Über die Alexa-App lassen sich Datenschutzeinstellungen vornehmen.

Wo werden die Daten gespeichert?

Da Amazon ein US-amerikanisches Unternehmen ist, landen alle gesammelten Daten auf amerikanischen Servern und unterliegen damit nicht der hierzulande geltenden Datenschutz-Grundverordnung (kurz: DSGVO).

Können Amazon-Mitarbeiter oder andere meine Daten einsehen?

Ja, Amazon-Mitarbeiter schneiden alles vom Echo Aufgenommene mit und transkribieren es anschließend. Auch Familienmitglieder oder Nutzer Deines Amazon Echo könnten je nach Einstellung Deine Daten genauer unter die Lupe nehmen. Andere User haben jedoch keinen Zugriff auf Deine Daten. Aber: Der Suchverlauf inklusive Sprachaufzeichnungen lassen sich löschen. Darüber hinaus hast Du die Möglichkeit, die Berechtigungen gegenüber Amazon-Mitarbeitern einzuschränken. Das funktioniert folgendermaßen:

  1. Logge Dich in Dein Amazon-Konto ein und gehe zur Alexa Privacy Seite.
  2. Klicke rechts auf Ihre Alexa-Daten verwalten.
  3. Scrolle herunter und deaktiviere den Regler bei Sprachaufnahmen verwenden, um Services von Amazon zu verbessern und zu der Entwicklung neuer Funktionen beizutragen.
  4. Deaktiviere außerdem den Regler bei Nachrichten zur Verbesserung der Aufzeichnungen verwenden.

Können Hacker und Datendiebe Informationen ausspionieren?

Leider ja. Grundsätzlich sind Deine Daten zwar verschlüsselt, mit mangelhaften Vorsichtsmaßnahmen und leicht zu knackenden Passwörtern ebnest Du jedoch den Weg für Hacker und Datendiebe. Deshalb: Schütze nicht nur Deinen Amazon-Zugang mit einem sicheren Passwort, sondern auch Dein WLAN, um Unbefugten bereits im Vorfeld den Zutritt zu verweigern.

Kombinationen wie „hallo“ „12345“ und „Passwort“ sind nicht sicher. Verwende stattdessen lieber eine möglichst lange und sinnlose Aneinanderreihung von Klein- und Großbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen. „!?Hgtu$k1Wa6GHz8wtuIU12bA#+“ Wäre ein Beispiel hierfür.

Alexa Datenschutz
Der Amazon Echo ist im Alltag ein nützlicher Helfer.

Warum ist eine Internet-Verbindung erforderlich, um Alexa in Betrieb zu nehmen?

Alle Antworten und Informationen, auf die Alexa zugreift, befinden sich auf Servern – und die sind nur online erreichbar. Das ist wichtig für regelmäßige Datenabgleichung sowie automatische Updates. Darüber hinaus ermöglicht die Internet-Verbindung das ständige Dazulernen von Alexa. Die Auswertung Deines Sprachbefehls und die Rückmeldung, die Alexa gibt, werden über die Cloud ausgewertet bzw. formuliert.

Wie steht es mit dem Datenschutz von Alexa Skills?

Für Alexa Skills liegt die Verantwortung und damit der Datenschutz nicht mehr bei Amazon, sondern bei den Urhebern der entsprechenden Anwendung. Prüfe also, bevor Du einen Skill herunterlädst und nutzt, welche Datenschutzbestimmungen vorliegen. Seriöse Anbieter stellen meist umfangreiche Informationen zu Funktionsweise und Datenschutz zur Verfügung, ebenso wie sie Angaben zum Unternehmen bereitstellen.

Für zusätzliche Sicherheit hast Du die Möglichkeit, Skill-Berechtigungen selbst zu verwalten:

  1. Logge Dich in Dein Amazon-Konto ein und gehe zur Alexa Privacy Seite.
  2. Klicke links auf Skill-Berechtigungen verwalten. Du siehst nun eine Liste unterschiedlicher Bereiche, wie Mobilfunknummer, Geräteadresse, Amazon Pay etc.
  3. Indem Du einen Bereich anklickst, öffnet sich eine neue Seite mit einer Liste aller installierten Skills. Klicke auf den Regler neben dem Skill, um die Berechtigung für diese Anwendung ein- oder auszuschalten.

Ich bin zu Gast in einem Alexa-Haushalt – Was muss ich beachten?

Da der Amazon Echo jedes Geräusch aufzeichnet, sollte Dir bewusst sein, dass Du ebenfalls zu hören bist, wenn Du Dich im selben Raum aufhältst wie der Smart Speaker. Das muss aber kein Grund sein, Deine Freunde und Verwandten nicht mehr zu besuchen. Sollte Dir die Gegenwart von Alexa unangenehm sein, könntest Du Deine Freunde bitten, den Lautsprecher auszuschalten. Alternativ lässt sich nur das Mikrofon deaktivieren. Erfahre in unserem Artikel Alexa Mikrofon einschalten, ausschalten und anpassen wie das funktioniert.

Du hast noch mehr Fragen zum Amazon Echo? Dann sieh Dir unsere Alexa FAQs an.

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