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Crosswalk-App: Mit dem Smartphone die Ampel grün schalten?

Crosswalk-App
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Für Rentner und gesundheitlich eingeschränkte Passanten sind kurze Ampelphasen eine Gefahr im Straßenverkehr. Mit der Crosswalk-App auf dem Smartphone kann die Grünphase für Fußgänger länger gehalten werden. Die ersten Tests des Projekts können bereits Erfolge verbuchen.

Rentner im StraßenverkehrFür viele Rentner sind Fußgängerampelschaltungen sehr gefährlich. Einem körperlich fitten Passanten mag das Problem gar nicht auffallen, aber oft sind die Zeitabstände in denen grünes Licht angezeigt wird, viel zu kurz bemessen. Gesundheitlich eingeschränkte Menschen, die sich nicht schnell bewegen können, schaffen es nicht auf die andere Straßenseite, bevor die Fahrzeuge wieder fahren dürfen. Besonders an großen Kreuzungen, wo vergleichsweise weite Strecken bewältigt werden müssen, fällt das auf.

Crosswalk-App steuert Ampelphasen

Das niederländisches Unternehmen Dynniq versucht dem Problem mit einer App entgegenzuwirken. Ein Passant, der die Crosswalk-App auf seinem Smartphone installiert hat, kann die Grünzeiten aktiv per Knopfdruck beeinflussen. Es gibt vier Optionen, die die Zeit ein bisschen oder etwas mehr verlängern können. Sensoren in den Ampeln auf beiden Straßenseiten erkennen anhand des GPS des Smartphones, wenn sich ein Nutzer der App nähert und ermöglichen es ihm die Grünphase auf Wunsch zu verlängern. Die Ampeln laufen ebenfalls mit einem Programm der niederländischen Firma. Bislang gibt es die App nur für Android-Smartphones.

Crosswalk-App hilft Rentnern beim Überqueren der Straße
Rentner brauchen manchmal etwas Hilfe, wenn sie die Straße überqueren wollen. Die Crosswalk-App verschafft ihnen mehr Zeit.

The Guardian berichtet, dass das Crosswalk-Projekt bereits im schottischen Tilburg getestet wird. Innerhalb der nächsten 25 Jahre soll die Stadt mithilfe der neuen Technologie fußgänger- und fahrradfreundlicher werden. Laut Mark Clijsen, dem Stadtplanungsspezialisten im Stadtrat, bestehe eine der größten Herausforderungen bei diesem Projekt darin, die ältere Generation vom Nutzen der neuen Technologie zu überzeugen und sie einzuweisen. Technische Probleme gab es bisher nicht. Auch wenn die manchmal ungenaue GPS-Ortung der Smartphones für Schwierigkeiten sorgen kann.

Verkehrsregelung der Zukunft

Das Crosswalk-Projekt ist nur der Startschuss eines ambitionierten, langfristen Projekts mit weiterreichenden Möglichkeiten. Parallel arbeitet die niederländische Firma Dynniq an einer zweiten App. CrossCycle ist extra auf Fahrradfahrer ausgerichtet. Die App meldet den Ampeln, wenn sich ein Fahrradfahrer nähert und schaltet sie dann schneller auf Grün. Außerdem wird es eine App extra für Sehbehinderte geben, welche die Blindensignaltöne automatisch aktiviert. Bisher musste dafür immer erst der gelbe Knopf an der Ampel betätigt werden. Produkt Manager Martin de Vries weist darauf hin, dass hier die große Stärke der neuen Apps liege. Sie reagiert auf Individuen und regelt den Verkehr nach ihren Bedürfnissen. So ließen sich in Zukunft mehr Unfälle verhindern.

CrossCycle
Auch für Fahrradfahrer sind schlecht getimte Ampelphasen gefährlich. In Zukunft könnte die App CrossCycle für mehr Sicherheit sorgen.

In ferner Zukunft könnte die Technologie sogar Rettungskräften von Nutzen sein. Damit Feuerwehrfahrzeuge, Rettungswagen oder auch die Polizei schneller vorankommen, können die Ampeln auf ihren Weg Grün geschaltet werden. The Guardian berichtet, dass die schottische Regierung bereits 600 Millionen Euro in 350 Städte investiert hat, um sie unter anderem mit der neuen Verkehrstechnologie von Dynniq auszurüsten. Bis ähnliche Projekte in Deutschland gestartet werden, wird aber sicher noch einige Zeit vergehen.

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