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Benchmark – Sinnvoll oder Zeitverschwendung?

Benchmark
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Du willst wissen, welche Leistung Dein Smartphone erbringt? Dann kannst Du mit einer App schnell und einfach einen Benchmark-Test durchführen. Wir stellen Dir drei Apps vor und erklären Dir, wie aussagekräftig ein solcher Test überhaupt ist.

Wer sich mit dem Thema Smartphones befasst, der liest immer wieder von sogenannten Benchmarks. Die Leistungstests werden vor allem von Technik-Magazinen durchgeführt und sollen Aufschluss darüber geben, wie stark ein Smartphone ist. Dabei werden einzelne Komponenten auf ihre Leistungsstärke hin überprüft. Was nach höchster Technik klingt, ist ganz einfach per App zu realisieren. Wer die passenden Programme installiert kann das Ganze also schnell für sein eigenes Smartphone nachvollziehen. Ich habe AnTuTu, Geekbench 4 und Basemark OS II mit einem LG G5 ausprobiert.

AnTuTu jongliert mit hohen Zahlen

Performance Smartphone
Ein Benchmark zeigt zu welcher Leistung das Smartphone theoretisch imstande ist.

AnTuTu Benchmark ist eine kostenlose App, die die Leistung von CPU, Arbeitsspeicher, 2D- und 3D-Grafik misst. Die App ist kostenlos im App Store und auch im Play Store erhältlich. Während des  Benchmark gibt es eine Menge zu sehen: ein sehr schön animierter japanischer Garten in einer traumhaften Landschaft. Menschen laufen darin umher oder schwingen kraftvoll Schwerter durch die Luft. Hier kann auch der Laie schon klar sehen, ob die Grafik seines Smartphones wirklich etwas drauf hat oder nicht. Dazu reicht es, gut zuzuschauen und darauf zu achten, ob das Bild ins Stocken gerät oder ob die Figuren verpixelt dargestellt werden. Ungefähr zehn Minuten hat der Test beim LG G5 gedauert.

Am Ende wirft AnTuTu eine große Zahl raus. 138.050 lautet sie bei meinem LG G5 – klingt erstmal nicht schlecht. Aktuelle Tabellen geben darüber Aufschluss, wie gut das eigene Gerät tatsächlich abgeschnitten hat. Hier kann direkt verglichen werden, wie gut das gleiche Modell als Testgerät war. 131.240 Punkte erreichte das LG G5 im Test von Mobilegeeks im ersten Durchlauf. Im fünften Durchlauf waren es nur noch 123.462 Punkte. Interessant ist der direkte Vergleich in der App. Während mein Gerät auf Platz 9 der getesteten Smartphone-Modelle rangiert, wird das LG G5 an sich erst zehn Plätze weiter hinten eingestuft. Beide liegen fast 10.000 Punkte auseinander. Der klare Gewinner: Mein gebrauchtes Smartphone.

Wie kommt es zu solchen Unterschieden?

Smartphones im Benchmark-Vergleich
Welches Smartphone ist das stärkste auf dem Markt? Benchmarks sollen darüber Aufschluss geben.

Tests, die von zum Beispiel Android Pit durchgeführt werden, werden dreimal oder noch häufiger wiederholt. Das Benchmark ist eine starke Belastung für das Smartphone, bei der es ordentlich heiß wird. Ziel ist es, die thermische Drosselung zu erreichen. Hier zeigt sich dann die tatsächliche Leistung des Smartphones und vor allem, ob es auch unter höchster Belastung und Temperatur noch zuverlässig schnell ist. Das möchte ich meinem Gerät aber lieber nicht antun und verzichte daher darauf, den Test allzu oft zu wiederholen.

Gut zu wissen

2013 löste Samsung mit seinem Galaxy S4 einen Skandal aus. Das Smartphone erkannte, wenn ein Benchmark-Programm gestartet wurde, woraufhin sich die Leistung des Prozessors erhöhte. Dabei kam heraus, dass nicht nur Samsung, sondern auch andere Hersteller die Software ihrer Smartphones anpassen, damit diese bei einem Benchmark bessere Ergebnisse erzielen. Besonders umfangreich schummelte hier allerdings tatsächlich Samsung, das mit seinem Note 3 und dem Note 10.1 (2014 Edition) bis auf GFX Bench 2.7 alle bekannten Benchmark-Apps erkannte. AnTuTu hat daraufhin sogar die modifizierte Software AnTuTu X herausgebracht, die mittlerweile aber nicht mehr im App- oder Play-Store verfügbar ist.

Basemark OS II punktet auf vielen Ebenen

Basemark OS IIBasemark OS II wurde von der Firma Basemark entwickelt und ist eines der bekanntesten Benchmark-Programme für Smartphones. Basemark ist ebenfalls kostenlos im App- und Play Store erhältlich. Nach einem Benchmark wird jeweils ein Wert für das System, den Speicher, die Grafik und die Webanwendungen angezeigt. Ein zusätzlicher Wert zeigt an, wie gut die gesamte Leistung des Smartphones ist. Vorteil bei Basemark OS II: Es werden nicht nur die reinen Daten für den Prozessor ermittelt. Stattdessen macht die App einen umfassenden Test verschiedener Komponenten und wer sich für die Hintergründe der Tests interessiert, kann auch genau nachlesen, was dort eigentlich geprüft wird.

Was passiert während des Benchmarks?

Am Anfang nicht viel. Eine Tabelle zeigt die verschiedenen Tests an, die durchgeführt werden. Das sind zum Beispiel der CPU Single- und der Multi-Core Test. Auch die Schreib- und Leseleistung des Speichers wird getestet. Das ging beim LG G5 ziemlich schnell und unspektakulär vonstatten. Danach erscheint eine animierte Insel im Meer auf der ein Kirschblütenbaum wächst auf dem Bildschirm. Über dem Bild öffnen und schließen sich immer wieder drei bunte Fenster. Dann wird das Bild sehr klein und flackert in hundertfacher Ausführung über den Bildschirm. Am Ende fliegen noch zwei Würfel und ein paar Pfeile durch das Bild. Ist das alles geschafft, gibt es schon das Gesamtergebnis zu sehen.

Base Mark OS II Benchmark
Animation Basemark OS II Benchmark
Ergebnis Basemark OS II

Das Ergebnis

Mein LG G5 bringt es auf ein stattliches Ergebnis von 1993 Punkten. Dabei liegt das System bei 2662 Punkten, der Speicher bei 1540 Punkten, die Grafikleistung bei 4632 Punkten und die Webleistung bei 832. Bei so vielen Zahlen schwirrt mir schon mal der Kopf. Um die Werte richtig einzuordnen, braucht es also einen Vergleich. Diesen kann man direkt über die Verlinkung zur Basemark-Webseite ziehen. Alternativ reicht auch ein kurzer Blick ins Netz: Ein LG G5-Testgerät erreichte bei einem Test von GSMArena ganze 2425 Punkte. In der Regel werden solche Geräte vor dem Test nicht benutzt und, weshalb sie es verständlicherweise beim ersten Testdurchlauf auf einen höheren Wert als das von mir getestete Smartphone bringen.

Geekbench 4 ist einfach und schnell

Geekbench 4 BenchmarkNächster Versuch: Geekbench 4. Die Aufmachung des Programmes ist relativ einfach und vor allem übersichtlich gehalten. Geekbench 4 konzentriert sich beim Test auf den Prozessor und braucht dafür zwischen 2 und 20 Minuten. Ein Benchmark für den Grafik-Prozessor ist ebenfalls möglich, muss aber getrennt durchgeführt werden. Im Gegensatz zu den anderen Programmen gibt es bei Geekbench tatsächlich nichts zu sehen. Die optische Leistung auf dem Bildschirm beschränkt sich auf einen blauen Ladebalken. Beim G5 dauerte ein CPU-Test mit dem Geekbench nur wenige Minuten. Als Ergebnis wird ein Single- und ein Multi-Core-Score präsentiert. Es wird also getestet wie stark ein einzelner Kern des SoCs ist und wie stark alle Kerne gemeinsam sind. Alle Kerne brachten es auf 4.093 Punkte, der Punktestand der einzelnen Kerne lag bei 1.683. In einem anderen Test ergaben sich ähnliche Werte von 1.672 für den Single- und 3.401 für den Multi-Core.

Benchmark-Werte zur besseren Kaufentscheidung?

BenchmarkTatsächlich wird bei einem Benchmark nur ein Bruchteil dessen gemessen, was im Alltag wirklich wichtig ist. Deswegen sollte man sich nicht auf die Ergebnisse eines Benchmarks konzentrieren, um sich für ein Smartphone zu entscheiden. Schließlich wird hierbei meist nur die theoretische Leistung einzelner Komponenten des Smartphones gemessen. Mittlerweile bewegt sich diese allerdings in Sphären, die für den Otto-Normal-Verbraucher kaum ausschlaggebend sein können. Ob ein Handy im Benchmark mehr oder weniger Punkte erzielt hat, trifft keine Aussage darüber, wie gut es im Alltag ist. Das liegt daran, dass auch viele andere Komponenten die Leistung des Geräts beeinflussen. Ebenfalls ausschlaggebend ist auch, was der Nutzer mit dem Smartphone macht. Letztlich ist das Ganze also eher ein lustiges Zahlenspiel für Technikbegeisterte. Denn nur wer sich wirklich viel mit dem Thema beschäftigt, weiß die Zahlen auch einzuordnen. Suchst Du nach einem neuen Handy, solltest Du Dich also nicht an Benchmarks orientieren.

Du willst es wissen?

Wer trotzdem gerne mal wissen möchte, welchen Wert sein Smartphone erreichen kann, der kann sich eine der Apps installieren und starten. Alle Apps benötigen eine Verbindung zum Internet. Zudem ist der Start eines solchen Programmes eine starke Belastung für ein Smartphone. Deshalb sollte die App nicht in kurzer Zeit mehrmals hintereinander gestartet werden.

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