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Smartphone reparieren: Selfmade oder Experte?

Frau mit gesplittertem Display
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Der Schreck ist groß, wenn das Smartphone unsanft auf dem Boden aufschlägt. Denn davon ist oft alle Hoffnung auf einen heilen Bildschirm verflogen. Kannst Du Reparaturen am Smartphone auch selbst durchführen, oder sollte immer ein Experte Hand anlegen

Dieser Moment, wenn das Smartphone auf den Boden gefallen ist: Langsam aufheben – vorsichtig  umdrehen – Display gesplittert – Hoffnung zerstört. „Spider App“ wird dieses Phänomen scherzhaft auch genannt, erinnert das gesplitterte Display an die Form eines Spinnennetzes. Wir alle haben doch diesen einen Freund, der seit Monaten mit einem kaputten Smartphone-Display herumläuft, weil die Reparatur angeblich zu teuer ist oder nicht mehr lohnt. Dabei kommen viele nicht auf den Gedanken, selbst Hand anzulegen.

Doch in welchen Fällen ist das überhaupt sinnvoll und wann schadet es dem geliebten Handy mehr? Zeit für einen Check, welche Handyreparaturen einfach selber durchgeführt werden können und welche doch lieber einem Experten überlassen werden sollten.

Gehäuse

Wenn das Handy zu Boden fällt, ist das Gehäuse – neben dem Display – oft als erstes kaputt. Es gibt Modelle, für die ein Gehäuse nachgekauft und auf eigene Faust ausgewechselt werden kann. Erhältlich sind die Hüllen mittlerweile für viele Android-Geräte der großen Hersteller und selbst iPhone-Nutzer müssen nicht in die Röhre gucken. In großen Onlineversandhäusern werden Gehäuse von Drittanbietern in Hülle und Fülle angeboten, jedoch meist nur für Modelle mittleren und neueren Alters.

Gesplittertes DisplayDisplay

Das größte Problem beim Displaytausch in Eigenregie liegt oft beim Klebstoff, der Display und Rahmen miteinander verbindet. Der Klebstoff lässt sich durch Wärme, beispielsweise mit einem Fön, erhitzen. Jedoch können dadurch Kunststoffteile im Smartphone überhitzt werden. Durch die Hitze verbiegen sie sich und passen dann nicht mehr in das Gerät. Es gibt natürlich Smartphones, bei denen der Displaytausch einfacher ausfällt, als bei anderen. Für iPhones gibt es sogar online ein Display-Reparaturset zu kaufen, mit dem der Austausch kinderleicht ist und nicht einmal mehr Schrauben oder anderes Zubehör benötigt wird. Erhältlich ist das Set inkl. neuem Display ab dem iPhone 4 und kostet, je nach Modell, 40 bis 220 Euro. Für Androiden ist es weitaus individueller – ein neues Display für ein Samsung Galaxy S6 kostet beispielsweise ca. 40 Euro, Anleitungen für den Tausch gibt es zuhauf bei Youtube. Ein spezielles Kit, wie beim iPhone, gibt es für Android-Geräte jedoch nicht.

Qualmendes SmartphoneHerausnehmbare Akkus

Der Akku – ein leidiges Thema, denn oft schwächelt der als Erstes. Wer noch über ein Gerät mit austauschbarem Akku verfügt, hat es einfacher. Doch Vorsicht: Bei Kauf eines Ersatzakkus unbedingt zum Originalhersteller greifen. Wichtig ist auch, dass der Akku bei einem seriösen Händler gekauft wird, da sich viel gefälschte Ware auf dem Markt tummelt. Wer einen minderwertigen Billigakku erwischt, kann schnell Probleme mit Überhitzung bekommen, was soweit gehen kann, dass das Smartphone Feuer fängt oder sogar explodiert.  LG war übrigens der letzte Hersteller, der mit seinem Modell LG G6 ein Flaggschiff mit herausnehmbaren Akku auf den Markt gebracht hat.

Fest verbaute Akkus

Fest verbaute Akkus sind ebenfalls im Smartphone verklebt. Deswegen besteht auch hier die Gefahr, dass der umliegende Kunststoff in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Weiteres Gefahrenpotenzial besteht beim Austausch durch verbiegen oder andere Beschädigungen, dadurch kann sich der Akku aufblähen und es besteht Explosionsgefahr. Natürlich sollten auch hier nur Originalakkus beim Austausch verwendet werden.

Handyreparatur in EigenregieKamera

Auch die Kamera wird in vielen Smartphones nur noch verklebt, statt verschraubt. Das spart Kosten und Gewicht. Ein Austausch der Kamera sollte in den seltensten Fällen selbst durchgeführt werden, weil die Kameras sehr klein und schwer zu erreichen sind und bei einem Wechsel das Innere des Handys leicht beschädigt werden kann. Kameras sind außerdem direkt auf der Platine des Smartphones befestigt, wenn die kaputt ist, kann selbst ein Experte oftmals nichts mehr machen.

Fazit

Es gibt durchaus Reparaturen, die selbst durchgeführt werden könnten. Wer seinen Reparaturfähigkeiten nicht traut, kann in seinem Freundes- und Bekanntenkreis nach einem Bastler suchen. In allen Fällen gilt, dass die Garantie erlischt, sobald das Smartphone in Eigenregie aufgeschraubt oder repariert wird. Von einigen Reparaturen sollten Laien aber auf jeden Fall die Finger lassen und das Gerät in ein Reparaturgeschäft bringen oder direkt beim Hersteller eingeschickt werden. Als Faustregel gilt: Je teurer die Reparatur, desto eher sollte sie von einem Fachmann erledigt werden.

Wer sich eine Eigenreparatur nicht zutraut und auch kein Geld in einen Fachmann investieren will, dem bleibt immerhin noch die Spider App.

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