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Roaming 2017 – Was passiert jetzt mit meinem Handyvertrag?

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Roaming 2017 – Was passiert jetzt mit meinem Handyvertrag?

Im Februar hat die Europäische Kommission beschlossen, dem klassischen Roaming den Garaus zu machen. Zuvor hatten Mobilfunkanbieter gut verdient am Telefonieren und Surfen im Ausland. Ab Juni 2017 ist damit Schluss. Doch ganz freiwillig verzichten nicht alle Provider auf die willkommenen Mehreinnahmen. Wir erklären Euch, wie es mit Roaming, Urlaub & Co. weitergeht.

Anfang Februar war es soweit: Andrus Ansip, Kommissionsvizepräsident und für den digitalen Binnenmarkt zuständig, verkündete: „Ab Mitte Juni 2017 werden die Europäer für Handygespräche auf Reisen in der EU denselben Preis wie für Handygespräche zu Hause zahlen.“

Was war passiert? Die EU-Kommission hatte „das letzte Puzzleteil“ für einen Neustart der Telekommunikationsregeln zusammengefügt. Für Mobilfunkkunden hat die Änderung genauso Bedeutung wie auch für die Provider. Bereits seit April greifen nun reduzierte Roaming-Gebühren.

Roaming adé, so kam es dazu

Tatsächlich waren Surfen und Telefonieren im Ausland bislang teurer als Inlandsgespräche, weil sich Europas Provider für die Weiterleitung der Gespräche ausländischer Anbieter prinzipiell beliebig hohe Gebühren in Rechnung stellen konnten. Gleichzeitig ist es allerdings so, dass es in Europa immer weniger, dafür immer größere Telekommunikationsdachgesellschaften gibt. Vodafone, Telefonica und Co. stellten sich also die Weiterleitung nicht selten selbst in Rechnung – und kassierten beim Kunden kräftig ab.

Damit macht die EU-Richtlinie nun Schluss. Ab dem 15. Juni 2017 entfallen die Roaming-Gebühren in der EU vollständig. Zwar dürfen Mobilfunkkunden weiterhin Roaming-Gebühren für Anrufe, SMS oder Datenverbrauch berechnet werden, jedoch nur wenn der Kunde sein Handy exzessiv im Ausland nutzt, (sog. Fair-Use-Grenze). Damit soll die dauerhafte Nutzung eines günstigeren Tarifs verhindert werden, der aus einem anderen Land stammt als dem eigenen Heimatmarkt.

Künftig telefonieren Urlauber innerhalb der EU also zu regulären Inlandskonditionen, auch SMS und Datenvolumen kosten dann dasselbe wie zuhause – allerdings nur im Rahmen einer bestimmten Nutzungsgrenze, üblicherweise 1000 Gesprächsminuten bzw. SMS oder derzeit 1 GB.

Wird mein Handyvertrag jetzt teurer?

Vereinzelt sind Mobilfunkkunden in den vergangenen Wochen von ihrem Mobilfunkanbieter angeschrieben worden, um in eine Erhöhung ihrer laufenden Grundgebühr einzuwilligen. Dabei sollte im Falle eines Anbieters die Gebühr um 2 Euro von 6,99€/Monat auf 8,99€/Monat steigen. Betroffene Kunden hatten jedoch die Möglichkeit der Preiserhöhung zu widersprechen. In der Praxis hatte dieser Widerspruch keine negativen Konsequenzen, soweit uns derzeit bekannt.

Teurere Neutarife

Wahrscheinlicher ist eine andere Taktik der Provider: Anstatt laufende Verträge zu verteuern, um den Verlust des einträglichen Roaming-Geschäfts zu kompensieren, setzen Europas Mobilfunkanbieter auf teurere Neuverträge.
Die kontinentale Verfügbarkeit zahlen Nutzer dann bei neuen Verträgen pauschal – anstatt wie bisher anlassbezogen. Praktisch: Über Limits und Preisexplosionen müssen wir uns im Urlaub dann keine Gedanken mehr machen. Nicht ganz so praktisch: Fortan zahlen Neuvertragskunden grundsätzlich für Auslandsgespräche und -daten, auch wenn sie gar nicht ins Ausland fahren.

Fazit: Gut für Urlauber, Preisaufschlag für Neuverträge

Wer viel und vor allem ins EU-Ausland verreist, kann sich auf den Sommerurlaub freuen. Fortan sind Surfen und Telefonieren deutlich günstiger – und das weitestgehend sorglos, jedenfalls bis zur erwähnten Obergrenze. Für alle, die auf der Suche nach einem Neuvertrag sind, lohnt es sich zu vergleichen. Während Roaming-Preise künftig Bestandteil regulärer Tarife sind, erhöhen viele Provider derzeit auch das enthaltene Inklusivvolumen ihrer Mobilfunkverträge. Wer einer Preissteigerung aus dem Weg gehen will, sollte nach einem Tarif mit moderatem Datenvolumen bis 4 GB Ausschau halten, gerade hier wird sich das Angebot künftig deutlich erhöhen. Wer bisher in dieser Leistungsklasse unterwegs war, dürfte künftig einen 6-GB-Vertrag angeboten bekommen –  möglicherweise ohne so viel Datenvolumen überhaupt zu benötigen. Wer stattdessen bei 4 GB bleibt, fährt künftig unter Umständen günstiger als vorher – und das auch mit Auslandsroaming.

Vertrag ohne Handy

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