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Honolulu bittet Smombies zur Kasse

Hawaii bittet Smombies zur Kasse
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„Manchmal fehlt uns der gesunde Menschenverstand“ – das weiß nicht nur der Bürgermeister von Honolulu, sondern auch jeder, der sich hin und wieder mit offenen Augen im Straßenverkehr bewegt. Denn viele Fußgänger achten kein bisschen auf ihre Umwelt, sondern nur noch auf ihr Smartphone. Dabei sind sie so abgelenkt, dass sie häufig erst sehr spät oder gar nicht mitbekommen, in welche Gefahr sie sich und andere bringen. Die Regierung der hawaiianischen Hauptstadt Honolulu wird deshalb in Zukunft härter durchgreifen und Smombies zur Kasse bitten.

Wer ab dem 25. Oktober auf Hawaii Urlaub macht, sollte sich vor Ort besonders auf den Straßenverkehr konzentrieren und das Smartphone lieber in der Hosentasche lassen. Denn in der Hauptstadt der amerikanischen Insel, Honolulu, ist das Überqueren von Straßen mit dem Smartphone in der Hand demnächst verboten. Wer erwischt wird, zahlt Strafen zwischen 13 und 85 Euro. Der Bürgermeister von Honolulu sieht das neue Gesetz als Unterstützung für den gesunden Menschenverstand. Auf dem Gehweg darf das Handy allerdings weiterhin genutzt werden.

„Manchmal wünschte ich, wir müssten solche Gesetze nicht verabschieden, und dass vielleicht der gesunde Menschenverstand vorherrschen würde“. 

Kirk Caldwell, Bürgermeister von Honolulu

Ampeln für Smartphone-Nutzer

Smombies
Wer im Straßenverkehr nur auf das Smartphone achtet, bringt sich und andere in Gefahr.

Während Honolulu auf Strafen für Fußgänger setzt und in Deutschland Auto- und Radfahrer damit rechnen müssen, zur Kasse gebeten zu werden, bleiben Fußgänger verschont. Stattdessen soll ein anderes Konzept für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen: Bompeln. Die Bodenampeln werden bereits in Köln und Augsburg benutzt, um Smartphone-Nutzer im Straßenverkehr zu warnen. An den gesunden Menschenverstand appelliert diese Lösung so ganz und gar nicht. Ganz im Gegenteil: Die Umwelt passt sich an die schlechten Gewohnheiten der Fußgänger an, denen ein Blick auf das Smartphone offenbar wichtiger ist als ihre eigene Sicherheit und die ihrer Mitmenschen.

Das Konzept wird bereits seit einigen Jahren ausprobiert – über Strafen, wie es sie für Auto- und Radfahrer gibt, wird bisher nur selten gesprochen. Allerdings könnte Honolulu ja den ersten Anreiz dafür geben und die Idee auch nach Deutschland schwappen lassen.

17 Prozent der Fußgänger sind abgelenkt

Die Dekra hat in einer internationalen Erhebung das Verhalten von fast 14.000 Fußgängern beobachtet und dabei festgestellt, dass 17 Prozent von ihnen abgelenkt waren. Unter Ablenkung wurden Musikhören, Telefonieren und Tippen auf dem Smartphone gezählt. Viele der erfassten Personen taten sogar mehrere Dinge gleichzeitig.

Frau mit Smartphone im Auto
Wer im Auto mit dem Smartphone erwischt wird, muss mit einer saftigen Strafe rechnen.

Was bei der Ablenkung alles passieren kann, zeigt eine Unfallstatistik des Landes Berlin aus dem Jahr 2016. Wie die Polizei Berlin ausführt enden Verkehrsunfälle, an denen Fußgänger beteiligt sind, zu 93,41 Prozent mit Personenschäden. Bei 76,09 Prozent der Unfälle handelte es sich zum Glück nur um leichte Verletzungen. Fußgänger sind dem Papier nach die am meisten gefährdete Gruppe. Ein Smartphone, das sie ablenkt, verstärkt die Gefahr. Interessant dabei: Unfallverursacher sind in fast der Hälfte aller Fälle die Fußgänger selbst – so war es bei 46,93 Prozent der Unfälle.

Augen auf im Straßenverkehr

Klar, das Smartphone ist für viele Menschen der wichtigste Begleiter im Alltag geworden. Rund um die Uhr starren wir immer wieder auf das Display – auch wenn wir unterwegs sind. Allerdings sollte jedem bewusst sein, dass er sich und andere im Straßenverkehr damit in Gefahr bringt. Das sollte keine SMS, kein Facebook-Post und auch kein Anruf der Welt wert sein. Etwas abschreckender ist aber vielleicht nicht der Appell an den gesunden Menschenverstand, sondern die Tatsache, dass Fußgänger auch in Deutschland belangt werden können – und zwar dann wenn sie Unfallverursacher sind.

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