Startseite News & Trends Jetzt auch noch Mobilfunk? Amazon plant angeblich eigene Handytarife.

Jetzt auch noch Mobilfunk? Amazon plant angeblich eigene Handytarife.

Amazon wird Provider
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„Warum nicht auch mal Tarife?“ So oder ähnlich muss die Fragestellung gelautet haben beim weltweit erfolgreichsten Versandriesen. Ersten Gerüchten zufolge führt Shoppinggigant Amazon bereits Gespräche mit deutschen Providern, um eine eigenes Mobilfunkportfolio auf die Beine zu stellen.

Jetzt also als Datenpaket. Was 2014 mit dem Fire Phone kläglich scheiterte, könnte nun womöglich mit eigenen Handytarifen funktionieren. Und warum auch nicht? Die Discounter machen’s vor. Während Aldi und Lidl ihre starke Präsenz im Straßenbild nutzen, um eigene Tarifpakete im Netz der großen Provider an den Mann zu bringen, hat Amazon bislang den umgekehrten Weg gewählt: So hat der Versandriese mit seiner eigenen Warenlinie Amazon Basics gezeigt, dass er in der Lage ist, attraktive Einzelhandelsprodukte zu vermarkten. Die Ergänzung um ein eigenes Tarifportfolio á la SIM-Only wäre für die Branche eine kleine Sensation, für den Konzern selbst jedoch nur folgerichtig.

Darum ist ein Einstieg für Amazon sinnvoll

Rund 125 Millionen SIM-Karten waren Ende 2016 deutschlandweit im Umlauf – Tendenz: Deutlich steigend. Immer mehr Mobilfunkkunden greifen neben klassischen Laufzeitverträgen und der Sparvariante Prepaid zu reinen SIM-Only-Tarifen, also Vertragsmodellen ohne teuer bezahltes Vertragshandy.
Dabei spielt vor allem die steigende Qualität von Smartphones in den vergangen Jahren eine wichtige Rolle; schon längst sind Handys tragbare Hochleistungsmaschinen – mit Rechenpower, die den meisten auch über den zweijährigen Vertragsrhythmus hinaus genügt. Passende günstige SIM-Only-Tarife für das alte Smartphone gibt es bereits für unter zehn Euro. Und selbst in diesem Preissegment sind klassische Vertragsleistung wie eine Allnet-Flat oder ein Datenvolumen jenseits der 2-GB-Grenze häufig schon enthalten. Dass Amazon hier mitmischen will, ist kaum verwunderlich – rund 25 Millionen potenzielle Kunden besuchten bereits vor Jahren jeden Monat die Shoppingplattform.

Darüber verhandelt Amazon

Der deutsche Mobilfunkmarkt ist klar aufgeteilt: Neben der Telekom und Vodafone verfügen nur Telefonica (O2) und Drillisch (Smartmobil etc.) Zugang zur notwendigen Infrastruktur. Um eigene Mobilfunkverträge anbieten zu können, muss Amazon also eine Partnerschaft mit einem der großen Vier eingehen – ähnlich, wie es in der Vergangenheit Einzelhandelsketten wie Aldi, Tchibo und andere getan haben.

Das würden eigene Amazon-Mobilfunktarife bedeuten

Mehr Konkurrenz? Möglich – jedoch nur innerhalb der etablierten Netze, die großen Betreiber profitieren also in jedem Fall. Dennoch könnte Amazon mit seiner enormen Reichweite dazu beitragen, die Preise deutlich zu drücken – oder aber Kunden mit deutlich höherer Leistung für seine Tarife zu gewinnen. In jedem Fall dürfte der Einstieg eines so großen Players im deutschen Handel zunächst Vorteile für viele Endkunden bringen, allerdings um den Preis noch größerer Marktmacht für den Shoppingriesen – mal wieder.

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