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Wird Samsung geteilt?

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Samsung ist in schwerem Fahrwasser. Nach wochenlangen Protesten gegen Südkoreas Präsidentin   Park Geun Hye ist auch der größte Konzern des Landes ins Fadenkreuz von Ermittlern und Investoren geraten. Der Grund: Die Unternehmensstruktur zu schwerfällig, außerdem muss sich Samsung wiederholten Korruptionsvorwürfen erwehren. Nun fordern erste Stimmen die Aufspaltung des Konzerns.

2016 war kein gutes Jahr für Samsung. Der fulminant inszenierte Start des als „iPhone-Killer“ geplanten Galaxy Note 7 ging sprichwörtlich in Flammen auf. Milliardenschwere Abschreibungen, ein aufwändige Rückrufaktion und Schadensersatzprozesse haben den einst makellosen Ruf von Südkoreas Vorzeigeunternehmen ramponiert. Als wäre das alles nicht genug, gerät Samsung immer tiefer in den Sog eines ausgewachsenen Polit-Skandals um Südkoreas Staatspräsidentin Park Geun Hye. Bereits in der vergangenen Woche ließ die Staatsanwaltschaft Büros der Samsung-Gruppe durchsuchen. Es besteht der Verdacht, dass Koreas Präsidentin Einfluss auf den staatlichen Pensionsfonds genommen habe, um die Fusion zweier Tochterunternehmen von Samsung zu bewilligen. Als Gegenleistung soll Samsung Freizeitaktivitäten von Parks Freundin Choi Soon Sil finanziert haben. Choi Soon Sil soll darüber hinaus Spendengelder von Samsung für private Stiftungen eingeworben und sich daran selbst bereichert haben. Ein parlamentarischer Sonderausschuss prüft derzeit die Beziehungen von Samsung und Hyundai zur Staatschefin und ihrer Freundin.

Und konstanter Druck zeigt offenbar Wirkung – nach eigenen Angeben zieht es der Megakonzern mittlerweile in Erwägung, seine Strukturen aufzubrechen – und eine Dachholding sowie ein Unternehmen für das operative Geschäft zu gründen. Damit reagierte Samsung in erster Linie auf eine Forderung von US-Hedgefond Elliot-Management, das die derzeitige Unternehmensstruktur für zu kompliziert hält. Samsuns selbst konstatiert, dass die „optimale Struktur“ des Konzerns von strategischen, rechtlichen, regulatorischen und finanziellen Erwägungen getragen sei. Erst in den kommenden sechs Monaten solle sich zeigen, welche Richtung Samsung einschlagen werde.

Samsungs schiere Größe hatte bereits in früheren Jahren immer wieder Missmut erzeugt. Bürgerrechtsbewegungen veröffentlichten Listen hoher Funktionsträger der südkoreanischen Gesellschaft, die Geld vom Konzern angenommen hatte. Auch kartellrechtlich steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik. Samsungs Geschäftsfelder erstrecken sich von Heimelektronik über Maschinen- und Schiffsbau bis hin zu Finanzdienstleistungen und Versicherungen und Medizintechnik.

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