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Sicherheit: Android weit hinter Apple

Sicherheit
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Nachrichten, Login-Daten, Kontoinformationen, Fotos – Auf unserem Smartphone sind unzählige Daten, die wir schützen möchten. Viele Nutzer stellen deshalb eine Bildschirmsperre ein, die persönliche Daten im Falle eines Diebstahls vor den fremden Blicken sichern soll. Ein Kryptografie-Professor hat nun erklärt, dass die Daten von iOS-Nutzern besser geschützt sind, als die von Android-Nutzern.

Matthew Green ist Kryptografie-Professor an der John Hopkins University in Baltimore und hat sich mit der Sicherheit von Android- und iOS-Smartphones beschäftigt. In einem Blog-Artikel macht er darauf aufmerksam, dass die Sicherheitsvorkehrungen unter Android weitaus weniger Schutz bieten als die der Konkurrenz. Seiner Analyse zufolge liegt Android mit seinen Programmierungen bezüglich der Sicherheit sechs Jahre hinter Apple zurück.

iPhone Bildschirmsperre
Gut abgesichert: Unter iOS sind Deine Daten gut geschützt.

Grund dafür sind die Systeme, die beide Konzerne für die Verschlüsselung von Daten nutzen. Android verwendet die sogenannte Full Disk Encryption (FDE), bei der die einmalige Eingabe eines Passwortes ausreicht, um auf alle Daten auf einem Gerät zugreifen zu können. Das Passwort wird einmal eingegeben und anschließend im Arbeitsspeicher abgelegt. Dort verbleibt es so lange, bis das Smartphone neugestartet wird. In der Regel starten allerdings die wenigsten Nutzer ihr Gerät regelmäßig neu. Stiehlt jemand das Smartphone im eingeschalteten Zustand, so kann er mit ein wenig Technik-Knowhow die Daten aus dem Arbeitsspeicher und damit auch das Passwort auslesen.

Eine neue Funktion

Schlüssel
Unter Android wird das Passwort zur Entschlüsselung im RAM abgespeichert.

Google hat sich mit seiner neuesten Android-Version davon verabschiedet nur dann Zugriff auf Daten zu gewähren, wenn das Passwort oder ein Code eingegeben wurde. Stattdessen ist es nun auch möglich Apps zu nutzen, wenn der Bildschirm noch gesperrt ist. Android bietet seinen Entwicklern dafür eine zweite Sicherheitsstufe an, die sie für die Programmierung ihrer Apps nutzen können. Diese neue Stufe bringt keine zusätzliche Sicherheit, sondern nur eine Möglichkeit bestimmte Apps schneller zu nutzen. Selbst Laien erkennen, dass diese Maßnahme nicht dafür sorgt, dass Daten geschützt werden.

Sicherheit für Deine Daten

Apple nutzt unter iOS ganze vier Sicherheitsstufen und bietet damit weitaus mehr Schutz. So können Entwickler besonders sensible Daten besser sichern als Daten, die weniger persönlich sind. Denn schließlich benötigt eine Banking-App ganz andere Sicherheitsvorkehrungen als die Spielstände eines Offline-Games. Wer eine App programmieren möchte, der kann zwischen diesen vier Sicherheitsvorkehrungen wählen:

Alle Daten können nur dann genutzt und abgerufen werden, wenn das iPhone eingeschaltet und entsperrt ist. Jedes Mal wenn das Gerät gesperrt wird, wird der Schlüssel zum Entsperren aus dem Arbeitsspeicher gelöscht. So kann ihn niemand abrufen, wenn das Smartphone gesperrt ist. Bei Neueingabe des Codes wird dieser bis zur nächsten Sperrung wieder im RAM gespeichert.

Das Smartphone ist eingeschaltet, aber mit einer Bildschirmsperre gesichert. Wird der Code zum Entsperren eingegeben, wird dieser automatisch im Arbeitsspeicher abgelegt und dort gespeichert bis zum nächsten Reboot des Geräts.

Daten sind abrufbar, wenn das Gerät eingeschaltet ist. Diese Funktion wird vor allem von Apps genutzt, die trotz Sperrbildschirm genutzt werden können.

Public Key: Einige Apps sollen trotz des Sperrbildschirms benutzt werden können und dabei Daten sicher abspeichern können. Das ist zum Beispiel bei der Kamera der Fall. Obwohl der Bildschirm gesperrt ist, ist es möglich, Fotos zu schießen und diese abzuspeichern. Sie werden über einen Public Key gesichert.

Zu wenig Sicherheit

Android bietet seinen Nutzern im Gegensatz zu iOS tatsächlich weniger Schutz. Zu hoffen ist, dass Google die Analyse von Matthew Green ernst nimmt und das Thema Sicherheit höher priorisiert als es derzeit offenbar der Fall ist.

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