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Google hätte EU-Rekordstrafe verhindern können

Google mit Rekordstrafe
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Mitte Juli hat die EU-Kommission Google eine Geldstrafe in Höhe von 4,34 Millionen Euro auferlegt. Der Grund: Das Unternehmen hatte Smartphone-Herstellern die Installation von Android nur erlaubt, wenn diese auch die passenden Google-Dienste auf die Geräte spielten. Für die Kommission ist dieses Vorgehen ein klarer Missbrauch der Marktmacht. Jetzt wurde bekannt, dass Google die Strafe hätte vermeiden können.

Späte Reaktion von Google: EU lehnte Einigung ab

Gerüchten zufolge hat Google bereits im Juni 2017 Kontakt zur EU-Kommission aufgenommen, um die Summe der Strafe zu mildern. Die EU ließ jedoch kein vorzeitiges Übereinkommen zu. Das Unternehmen bot an, die Verträge mit Smartphone-Herstellern anzupassen, um die von der EU beanstandeten Beschränkungen zu lockern. Jedoch ging Google dabei nicht weiter auf Einzelheiten ein, sondern skizzierte lediglich Ansatzpunkte – keine ausreichende Reaktion für die EU-Kommission. Die Zugeständnisse seien zu schwach und kämen zu spät, hieß es in den vorliegenden Berichten. Der US-Konzern hätte schon 2016 auf den damals erhobenen Vorwurf der EU bezüglich Android reagieren müssen.

Google missbraucht Marktmacht bei Android-Smartphones
Google hat seine bestehende Marktmacht bei Android-Smartphones missbraucht.

Die EU-Wettbewerbs-Kommissarin Magrethe Vestager bestätigte, dass Google ein Jahr zu lange gewartet habe, um konkrete Reaktionen zu zeigen. Unternehmen müssten sich unmittelbar nach einer ersten Beschwerde mit der EU in Verbindungen setzen und konkrete Lösungswege aufzeigen. Aus diesem Grund entschied die EU, keine Einigung mit Google einzugehen, sondern dem Internetriesen eine Unterlassungsaufforderung zukommen zu lassen, sowie eine Geldstrafe zu verhängen.

Ende ist noch nicht in Sicht

Im Fall Google hat die EU-Kommission die bisher höchste Wettbewerbsstrafe beschlossen. Aus Sicht der Kommission hat das Unternehmen seine bestehende Marktmacht bei Android-Smartphones missbraucht. Der Internetriese verpflichtete Hersteller, die das Betriebssystem nutzen wollten, bestimmte Apps aus dem eigenen Portfolio zu installieren. Zudem soll auch Geld an Unternehmen geflossen sein, damit diese nur Google-Apps verwenden. Eine Methode, mit der das Unternehmen seine Stellung als Marktführer zementierte und anderen App-Entwicklern den Zugang auf Android-Geräte erschwerte. Derzeit scheint es so, dass die Verhandlungen noch andauern. Das Unternehmen will die Rekordbuße nicht hinnehmen und hat bereits Einspruch eingelegt.

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