Startseite News & Trends Smombie – wenn der Blick auf das Smartphone tödlich endet

Smombie – wenn der Blick auf das Smartphone tödlich endet

Smombie
0

Gekürt als Jugendwort 2015 hat das so lustig klingende Wort „Smombie“ einen durchaus ernsten Hintergrund. Das Kofferwort aus „Smartphone“ und „Zombie“ meint Fußgänger, die wie paralysiert auf das Handy starren – und dadurch im Straßenverkehr gefährdet sind. Experten schlagen nun Alarm und berichten von „immer chaotischeren Zuständen“. Welche Maßnahmen Verkehrsbetriebe gegen Smartphone-Zombies und für mehr Sicherheit auf der Straße ergreifen, erfährst Du hier.

Smombie, der: Langsamer Fußgänger, der durch das Smartphone von der Umwelt abgelenkt ist. So ähnlich könnte der Duden-Eintrag zu dem populären Kofferwort lauten. Smartphone-Zombies werden zu einem zunehmenden Problem im Straßenverkehr. Erst Mitte Januar ist ein 17-jähriges Mädchen in Karlsruhe von einer Straßenbahn erfasst und getötet worden – abgelenkt durch Smartphone und Kopfhörer hat sie den nahenden Zug nicht bemerkt. Jürgen Ell, Präventionsexperte vom Polizeipräsidium Karlsruhe, nimmt den jüngsten tragischen Unfall zum Anlass, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren.

Smartphones als Unfallrisiko für Fußgänger

Laut Ell sind insbesondere junge Menschen betroffen – wie auch der Fall der verunglückten 17-Jährigen zeigt. Vor allem die Kombination aus Smartphone und Musikhören mit Kopfhörern sei gefährlich. Die Jugendlichen seien dann „total weg“. Bislang gebe es zwar aus statistischer Sicht noch keine erhöhten Unfallzahlen, die mit Smartphone-Zombies in Zusammenhang stehen – dies liege Ell zufolge allerdings an der Achtsamkeit anderer Verkehrsteilnehmer.

Leise Straßenbahnen sollen die größte Gefahrenquelle für Smombies darstellen: Sie überqueren die Schienen ohne einen Blick nach rechts und links zu werfen – der lange Bremsweg eines Zuges wird den unachtsamen Fußgängern dann zum Verhängnis.

Gegenmaßnahmen: Von Aufklärung bis Geldstrafe

Die Niederländische Gemeinde Bodegraven gehört zu den Vorreitern in Sachen Smombie-Schutz: Mit LED-Leuchtstreifen auf dem Boden von Kreuzungen, sogenannten Bodenampeln, sollen unachtsame Verkehrsteilnehmer geschützt werden. Trotz gesenktem Kopf auf das Handy-Display sollen die Fußgänger damit die Ampelphasen im Blick haben.

Die Stadt Köln startete ebenfalls im Jahr 2014 ein Pilotprojekt zum Test von Bodenwarnleuchten, allerdings mit ernüchterndem Ergebnis. Untersuchungen zufolge führten die Lichtsignale auf dem Boden keine Veränderung des Verhaltens von Fußgängern herbei.

Die deutsche Polizei setzt dem Verkehrsexperten zufolge primär auf Aufklärung und Dialog mit den Bürgern, um auf die Gefahr hinzuweisen. Ertappte Smombies reagieren auf eine präventive Ansprache meist einsichtig.

In Honolulu auf Hawaii setzt man hingegen bereits auf drastischere Mittel. Fußgänger kassieren dort künftig eine Geldstrafe, wenn sie im Straßenverkehr auf das Smartphone starren. Ein deutlicher Anstieg der Zahl getöteter Fußgänger in den USA veranlasste die Behörden zu der Gesetzesänderung.

Banner OnePlus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.