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WhatsApp-Nutzer machen sich strafbar!

WhatsApp-Nutzer machen sich strafbar!
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WhatsApp ist der beliebteste Messenger Deutschlands. Viele Nutzer machen sich jedoch bei der Nutzung strafbar, wie das Amtsgericht Bad Hersfeld nun in einem Rechtsstreit urteilte. Das Problem: Vielen Nutzern sind sich ihrer illegalen Handlung gar nicht bewusst. Könntest auch Du abgemahnt werden?

Adressbuch Smartphone
Alle Kontakte des Adressbuchs werden bei der Anmeldung an WhatsApp weitergegeben.

Eigentlich ging es um einen Sorgerechtsstreit, am Ende wurde ein Urteil mit Signalwirkung gefällt. Und dabei geht es wieder einmal um WhatsApp: Viele Nutzer des Messengers machen sich bei der Nutzung strafbar, ohne es zu wissen. Denn sie geben Informationen über die in ihrem Smartphone abgespeicherten Kontakte an das Unternehmen weiter – obwohl sie nie eine Einstimmung der betroffenen Personen dazu eingeholt haben. WhatsApp benötigt Zugriff auf die Kontaktdaten seiner Nutzer, um ihnen anzeigen zu können, welche ihrer Kontakte die App ebenfalls nutzen. Nach der Installation und Anmeldung greift die App daher auf das Adressbuch zu und vergleicht die Informationen mit der eigenen Datenbank. Dabei werden natürlich nicht nur die Daten von anderen Nutzern – die ja theoretisch mit der Weitergabe einverstanden sein müssten – sondern auch die Daten von anderen Personen weitergegeben.

So machst Du Dich mit WhatsApp strafbar

Mit der Weitergabe der Telefonnummer und weiterer Daten, die im Adressbuch hinterlegt sind, verstößt Du gegen das informationelle Selbstbestimmungsrecht. Dieses Recht legt fest, dass jeder Deutsche selbst darüber bestimmen darf, ob seine personenbezogenen Daten preisgegeben und wie sie verwendet werden. Meldest Du Dich bei der App an, ohne Deine Kontakte gefragt zu haben, ob Du ihre Daten weitergeben darfst, verletzt Du ihr informationelles Selbstbestimmungsrecht.

Wer WhatsApp nutzen möchte, muss den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens zustimmen. Die AGBs lassen sich allerdings schneller akzeptieren, als sie gelesen werden. Dabei entgeht vielen Nutzern, dass in den Dokumenten für sie wichtige Informationen stehen, wie zum Beispiel der Hinweis darauf, dass sie berechtigt sein müssen, die Nummern aus dem Adressbuch an WhatsApp weiterzugeben. Darauf weist das Unternehmen in den Nutzungsbedingungen ausdrücklich hin:

„Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.“ Auszug aus den WhatsApp-Nutzungsbedingungen

Was bedeutet das für Dich?

Mann im Anzug mit Smartphone und Koffer
Wer sein Smartphone beruflich nutzt sollte WhatsApp nicht drauf installieren.

Dass Du jetzt von all Deinen Kontakten abgemahnt wirst, ist unwahrscheinlich. Zum einen sollten Freunde und Familie nicht daran interessiert sein, einander kostenpflichtig abzumahnen. Zum anderen riskieren sie damit, selbst belangt zu werden, da sie in den meisten Fällen selbst WhatsApp nutzen, meint Medienrechtsanwalt Christian Solmecke. Personen, die WhatsApp nicht nutzen, werden im zweifel gar nicht wissen, dass ihre Daten weitergegeben wurden. Sie können nur über andere Nutzer herausfinden, ob Daten weitergegeben wurden – im Zweifel sogar über die abzumahnende Person selbst. Auf Nummer sicher gehst Du natürlich, indem Du Dir von Deinen Kontakten das Okay für die Weitergabe der Daten an WhatsApp holst. Allerdings musst Du auch jedem neuen Kontakt dann ebenfalls das Okay abringen, bestenfalls sogar schriftlich, um es später nachweisen zu können. Keine Lust darauf? Dann ist der entspannteste und sicherste Weg doe Deinstallation der App. Alternativen sind beispielsweise Threema oder Signal. Allerdings: Wenn Du bereits Daten weitergegeben hast, kannst Du später noch immer abgemahnt werden – auch wenn Du WhatsApp im Nachhinein löschst.

Nutzt Du ein Smartphone für berufliche Zwecke, solltest Du auf keinen Fall WhatsApp darauf installieren. Denn damit werden automatisch auch die Daten Deiner Kunden, Mandanten oder Patienten weitergegeben. Um hier das Abmahnrisiko gar nicht erst einzugehen, solltest Du auf andere Chat-Apps setzen.

Ein neues Signal für Verbraucherschützer

Abmahnung
Kostenpflichtige Abmahnungen können bei Weitergabe persönlicher Daten ohne Einverständnis folgen.

Das Urteil wird vermutlich Verbraucherschützer alarmieren, die in den vergangenen Monaten immer wieder aus datenschutzrechtlichen Gründen gegen WhatsApp auf die Barrikaden gegangen sind. Zuletzt ging es dabei um die Änderungen der AGB, die es Facebook ermöglichen sollten, Daten der WhatsApp-Nutzer abzurufen und zu speichern. Facebook musste nach erfolgreichen Klagen der Datenschützer den Nutzerdatenabgleich abbrechen und wurde obendrein von der europäischen Wettbewerbsbehörde zu einer saftigen Strafe von 110 Millionen Euro verdonnert.

Der Dominator

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