Startseite News & Trends Götterdämmerung in Cupertino?

Götterdämmerung in Cupertino?

Apple Quartal
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Schon zum dritten Mal hintereinander schrumpft der Gewinn des ewigen Branchenprimus, und Investoren werden unruhig. Gelingt es Apple, das Ruder nochmal herumzureißen oder erleben wir den langsamen Abstieg eines Pioniers?

Es ist Quartalszahlenzeit der Technik-Branche, und Apple hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres abermals nur überschaubar erfreuliche Zahlen präsentiert. Um 2,5 sank der Börsenkurs infolge der trüben Nachrichten – zum Unmut der renditeverwöhnten Anleger. Seit Anfang des Jahrtausends kannte Apples Börsenkurs stets nur eine Richtung: Aufwärts. Mit dem dritten Quartal in Folge, das die hohen Erwartungen der Aktionäre nicht erfüllen konnte, scheint sich Apple inmitten einer echten Trendwende zu befinden. Zum ersten Mal seit 2001 muss Apple für ein Geschäftsjahr insgesamt sinkende Umsätze verkünden. Entsprechend gereizt ist die Stimmung. Bei der auf die Veröffentlichung folgenden Telefonkonferenz musste sich Apple-CEO Tim Cook harter Fragen erwehren.

UBS-Analyst Steven Milunovich bemängelte nicht nur die stagnierende Einnahmesituation des i-Konzerns, sondern zog indirekt gar die Innovationsfähigkeit des Unternehmens unter der Ägide Tim Cooks insgesamt in Zweifel. „Haben Sie eine Zukunftsstrategie? Wissen Sie, was Sie in den nächsten drei bis fünf Jahren tun werden?“ – harte Fragen für den Kapitän des bis heute wertvollsten Unternehmens der Welt. Schlicht unvorstellbar, dass sich ein Steve Jobs ähnlichen Zweifeln hätte stellen müssen. Sichtlich genervt reagierte Cook und beließ es bei einer trockenen Erwiderung auf die Frage, ob Apple ein tiefes Verständnis davon habe, wohin sich die Technologie-Trends bewegten: Apple habe ein „ausgeprägtes Verständnis dafür, wohin sich die Dinge entwickeln“ und könne jederzeit umschalten.

Dennoch, der Makel bleibt. Ob es um die schwächelnde Apple-Watch geht, stagnierende iPad-Verkäufe oder den ewig angekündigten, aber nie verwirklichten Apple-Fernseher – der einstige Saubermann ist nicht länger frei von Misserfolgen.

Wie vertauscht wirken die Rollen von Apple und Microsoft. Während Apple sich mit rückläufigen Käufen und überschaubaren Neuerungen einer immer kritischeren Öffentlichkeit stellen muss, heimsten die jüngsten Veröffentlichungen des einstig-ewigen Konkurrenten Microsoft geradezu überschwängliches Lob ein. Unter Fachleuten wird Tim Cook bereits als der neue Steve Ballmer bezeichnet. Ballmer, bis 2014 Microsoft-CEO, verantwortete u.a. die Entwicklung des glücklosen Windows Vista und stand zuletzt für ein überholtes Geschäftsmodell und träge Unternehmenspolitik.

Eine neue Chance vor Investoren und Käufern zu punkten hat Apple auf der heutigen Keynote. Auf der Pressebenachrichtigung verwies Apple auf Meilensteine seiner Computergeschichte, wie den ersten Macintosh-Rechner von 1984 und den ersten iMac von 1997. Gut genug, denn die Zeit drängt – in den letzten Monaten war vermehrt Kritik an der veralteten Hardwareaustattung von Apples Festrechnern aufgekommen.

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