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Von Brandenburg nach Cupertino: Apple kauft Eye-Tracking-Unternehmen

Von Brandenburg nach Cupertino: Apple kauft Eye-Tracking-Unternehmen
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Apple richtet seinen Blick nach Brandenburg. Der iPhone-Hersteller aus Cupertino soll aktuellen Gerüchten zufolge das Unternehmen SensoMotoric Instruments gekauft haben. Das Software-Unternehmen aus Teltow könnte dem Technikriesen bei der Entwicklung seiner Augmented Reality-Brille helfen.

Apple arbeitet schon seit einigen Jahren an einem Konkurrenzprodukt zur Google Glass, wie vermutet wird. Die Berichte rund um die sogenannte iGlass reißen nicht ab. Nun bekommen die Gerüchteköche neues Futter: Apple soll aktuellen Informationen von MacRumors zufolge ein Software-Unternehmen aus Brandenburg gekauft haben, das eine Eye-Tracking-Software entwickelt hat. SensoMotoric Instruments aus Teltow wurde demnach aber nicht direkt von Apple, sondern von der Firma eines Apple-Anwalts erworben. Die Vineyard Capital Corporation ist seit Mitte Juni Eigentümer des Unternehmens, das 1991 an der Freien Universität Berlin gegründet wurde.

SensoMotoric ist deshalb ein so interessanter Kauf, weil die Firma ein intelligentes Eyetracking-System entwickelt hat, das sowohl für die Forschung, als auch für Technik-Unternehmen von großem Nutzen sein kann. Wie die Software genutzt werden kann, hat SensoMotoric zusammen mit Omnivision im vergangenen Jahr gezeigt – mit einer VR-Brille.

Die virtuelle Realität wird besser

Eye-Tracking
Eye-Tracking wird auch in der Forschung genutzt.

Eye Tracking hilft die Steuerung in VR-Anwendungen und –Spielen zu vereinfachen. Der Spieler kann dank der intelligenten Software, die dauerhaft beobachtet, wohin er guckt, zum Beispiel Menüpunkte auswählen – durch einen einzigen Blick. Doch auch die Wirkung der virtuellen Realität kann durch Eye-Tracking verbessert werden. Für den Nutzer wird das Spiel durch das sogenannte Foveated Rendering teilweise viel realer. Diese Technik spart Rechenkapazität, da der Computer nur die Teile des Bildes detailliert darstellen muss, die der Nutzer gerade betrachtet. Das spart nicht nur Energie, sondern auch Zeit. Das Bild passt sich schneller an die Blicke des Spielenden an und verhindert so auch die sogenannte Motion Sickness, die durch AR- und VR-Anwendungen ausgelöst werden kann und Übelkeit sowie Schwindel verursacht.

Apples Pläne – unbekannt

Wie üblich hat Apple den Kauf natürlich weder bestätigt noch dementiert. Aus Cupertino hieß es lediglich, dass von Zeit zu Zeit kleinere Unternehmen aufgekauft würden und sich Apple nicht zu seinen Gründen und Plänen äußere. Hinsichtlich des Nutzens für den iPhone-Hersteller gibt es aber natürlich schon eine Menge Spekulationen. Erinnern wir uns an Aussagen von Tim Cook, der Augmented Reality als das nächste große Ding für Apple bezeichnet hatte, liegt die Vermutung nahe, dass die Technologie von SensoMotoric für AR-Anwendungen zum Einsatz kommen wird. Aber auch die Entwicklungen zum autonomen Fahren könnten davon profitieren.

Mann mit VR-Brille
VR-tauglich: Eye-Tracking soll vor allem für Augmented und Virtual Reality von Nutzen sein.

Apple ist mit dem Kauf von SensoMotoric vergleichsweise spät dran. Facebook und Google hatten im vergangenen Jahr bereits in Firmen mit ähnlichen Entwicklungen investiert und damit einen Vorsprung erreicht. Allerdings ist die sogenannte iGlass schon einige Jahre im Gespräch. In der vergangenen Woche berichtete CNBC sogar, dass Apple die AR-Brille sogar schon in diesem Jahr vorstellen könnte. Über den Erfolg eines solchen Produktes lässt sich streiten. Schließlich hatte Google seine Google Glass schon kurz nach der Veröffentlichung vom Markt nehmen müssen.

DJ Läzer

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