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Nicht für eine Million Likes

Selfie
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Ein junger Mann posiert mit einer geladenen Waffe, ein älterer Herr setzt sich an einer Klippe in Szene, zwei junge Mädchen stehen mit ihren Smartphones in der Hand auf den Bahngleisen: Für ein besonderes Selfie überschreiten viele Menschen Grenzen und gehen mitunter sogar so weit, dass sie für ein Foto Ihr Leben riskieren. Wissenschaftler der Cornell University haben Daten zu allen Todesfällen in Verbindung mit Selfies gesammelt, über die von März 2014 bis September 2016 berichtet wurde. Beim Lesen stellt sich schnell die Frage: Wieso macht jemand sowas?

Die Statistik der Wissenschaftler lässt mich ratlos auf meinen Bildschirm starren. Ich lese zahlreiche Berichte über Menschen, deren letztes Selfie sie das Leben kostete und komme nicht umhin ungläubig den Kopf zu schütteln. Die Daten, die die Wissenschaftler der Cornell University in den USA zusammengetragen haben, beruhen auf Berichten, die in einer Zeitspanne von eineinhalb Jahren gesammelt wurden. Es geht um 127 Menschen, deren letzte Handlung es war, ein Foto von sich zu schießen.

Die nackten Zahlen

Fallschirmsprung Selfie
Wagemutig beim Fallschirmsprung ein Selfie schießen? Das kann auch für Profis gefährlich werden.

Jährlich nahmen demnach immer mehr Menschen ein tödliches Selfie auf. Lag die Zahl im Jahr 2014 noch bei 15, waren es 2015 bereits 39 und 2016 sogar 73 Menschen. Da allerdings nur offizielle Berichte einbezogen wurden, könnte die Dunkelziffer sogar höher liegen.
Der überwiegende Teil der Personen, die bei einem Selfie starben, sind Millenials. Von den 127 gezählten Opfern waren 41 unter zwanzig und 45 zwischen 20 und 24 Jahre alt. Außerdem begaben sich weitaus mehr Männer in tödliche Gefahr als Frauen. Ganze 75,5 Prozent aller Opfer waren männlich. Nicht selten bringen diejenigen, die ein Selfie schießen nicht nur sich, sondern auch andere in Gefahr, wie die Wissenschaftler in ihrer Arbeit schreiben. Das können Personen sein, die ebenfalls fotografiert werden oder gar als Retter einschreiten wollen – Am Ende werden sie teilweise mit in den Tod gerissen.

Infografik: Tod durch Selfie | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Spitzereiter einer traurigen Statistik: Indien

Die Untersuchung zeigt, dass besonders in Indien viele Menschen bei der Aufnahme eines Selfies starben. Warum genau, dazu treffen die Macher keine Aussage. Eine mögliche Erklärung sind die vielen ungeschützten Küsten und Klippen, die nicht nur auf Touristen, sondern auch auf die Einwohner einladend wirken. Auch Gebirge oder die Treppen am Taj Mahal wurden schon zur Todesfalle. Die große Einwohnerzahl und der in Indien stark wachsende Smartphone-Markt könnten ebenfalls der Grund sein. Allerdings stellt sich dann die Frage: Wieso ist China, mit ebenfalls sehr hoher Bevölkerungszahl und wachsendem Markt, nur auf Platz 6?

Das große Risiko für ein paar Likes

Wer sich jetzt fragt: „Wie kann man bei der Aufnahme eines Selfies sterben?“ wird bei der Antwort sicher ein oder zweimal den Kopf schütteln. Denn bei einigen Aktionen ist von vornherein klar, dass das Risiko für ein gutes Bild zu groß ist – egal wie sehr es in den sozialen Netzwerken bewundert wird.

Selfie Klippe
Ein falscher Schritt reicht hier schon aus und das Selfie ist ihr letztes.

Im Urlaub vom Aussichtspunkt ein Selfie zu machen ist gerade noch nachvollziehbar, birgt aber eine große Gefahr. Besonders, da sich viele Menschen mit dem Rücken zum Abgrund positionieren. Alle anderen sollen ja wissen, wie hoch es vor Ort war. Hierbei haben viele allerdings nicht nur ihr Gleichgewicht verloren. Nicht jeder, der bei einem Selfie in den Tod stürzte hatte ein tolles Urlaubsfoto im Sinn. Viele wollten einfach ihre Freunde beeindrucken und schossen ihr letztes Selfie in luftigen Höhen. Egal ob aus dem Fenster des zwölften Stocks oder auf dem hohen Geländer einer Brücke – hier scheinen der Fantasie keine Grenzen gesetzt zu sein. Insgesamt sind im Untersuchungszeitraum 32 Personen in den Tod gestürzt.

Hai Selfie
2015 starben übrigens mehr Menschen bei einem Selfie als bei einem Hai-Angriff.

Die australischen Quokkas sind mittlerweile zu einem der beliebtesten Selfie-Motive überhaupt avanciert. Die flauschigen, immer fröhlichen Tierchen sind natürlich alles andere als gefährlich. Anders ist das zum Beispiel mit Stieren, Bären oder auch Giftschlangen. Im russischen Omsk haben zwei Menschen nach einem Selfie mit einer Kreuzotter giftige Bisse erlitten – die beiden sind zum Glück lebend davongekommen. Andere hatten weniger Glück.

Ein Selfie an der Autobahn, auf Zuggleisen oder auf der Rennstrecke der Tour de France? Schlechte Idee. Die nahende Gefahr wird meist unter-, die eigenen Sinne überschätzt. „Wir werden es schon hören, wenn eine Bedrohung naht.“ Das dachten vermutlich auch die zwei jungen Frauen, die kürzlich auf einem mexikanischen Flugplatz auf dem Dach ihres Pickups posierten, als sie ein Flugzeug erfasste. Bei Selfies mit Flugzeugen, Zügen und Fahrzeugen wurden zwischen 2014 und 2016 insgesamt 22 Menschen getötet.

Waffe Selfie
Waffen haben auf einem Selfie nichts zu suchen.

Diese Form des Selfies sollte es in Deutschland eher selten geben. Spitzenreiter-Länder in dieser Kategorie sind die USA und Russland. Hier sind die Gesetze in puncto Waffen lockerer. In den USA hielt ein 43-jähriger eine geladene Waffe für ein Foto an seinen Kopf und betätigte den Abzug statt den Auslöser der Kamera. Acht Personen hatten in ihrer letzten Pose eine Waffe in der Hand. Zwei junge Männer in Russland posierten mit einer gefundenen Handgranate, die kurz darauf explodierte. Die Bilder haben überlebt, sie leider nicht.

Boot fahren und kentern, von einer Klippe ins Wasser stürzen und ertrinken: Auch die Gefahr des Wassers wird häufig unterschätzt. 27 Menschen ertranken, weil sie ein Selfie scheißen wollten. Weitere 27 stürzten von einer Klippe ins Wasser und starben. Eine Gruppe Jugendlicher hatte sich in Indien zum Bootfahren verabredet und brachten das Boot beim Posieren für ihr Selfie zum kentern. Sieben von ihnen überlebten diese Aktion nicht.

Besonders schlimm ist die Geschichte einer 18-Jährigen, die sich für ein Selfie auf ein Zugdach legte und dabei eine der Starkstromleitungen berührte. Durch Elektrizität verloren insgesamt sechs Menschen ihr Leben.

No-Selfie-Zone

Selfie-Regeln
So solltest Du es nicht machen.

Die Polizei von Mumbai und auch die russischen Behörden sind mittlerweile eingeschritten und haben an besonders gefährlichen Stellen Selfie-freie Zonen eingerichtet. Das russische Innenministerium hat zusätzlich eine Broschüre herausgegeben, in der vor den größten Gefahren gewarnt wird. Das Motto: „Selbst eine Million Likes sind es nicht wert, dass du deine Gesundheit und dein Leben riskierst“. Auch die Initiative #selfietodiefor will aufklären und vor gefährlichen Trends warnen. Auf der passenden Webseite kannst Du die Geschichten verunglückter Personen lesen. Auch Fotos und Videos sind zu sehen – Achtung nichts für schwache Nerven!

Sichere Selfies

Natürlich ist es aber nicht nötig, direkt auf Selfies zu verzichten. Wer jetzt noch Bock hat ein Selfie zu schießen, sollte aber folgende Regeln beachten:

  1. Unbequem und unsinnig: Es lohnt sich nicht, sich für ein Selfie auf die Bahnschienen zu legen.

    Suche Dir einen möglichst flachen Ort, Klippen sind absolut verboten!

  2. Halte sicheren Abstand von Wasser, Autobahnen, Flugzeugen und Strommasten.
  3. Fotografiere Dich auf keinen Fall während Du Auto fährst oder ein anderes Gefährt lenkst.
  4. Du willst niedliche Tiere auf Deinem Bild? Hund, Katze und Fisch sind okay – gefährlichere Tiere sollten in Ruhe gelassen werden.
  5. Finger weg von Waffen – Das gilt übrigens auch ohne Selfie.

Du hast keine Ahnung, wie Du Dich ohne die gefährlichen Situationen gut in Szene setzen kannst? Wir helfen Dir gern! Bei uns erfährst Du, wie Du ganz ohne Gefahr ein schönes Selfie schießen kannst.

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