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Note 7: Samsung erklärt Akku-Explosion

Galaxy Note 7
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Drei Monate haben wir darauf gewartet, dass Samsung die Ursache für seine brennenden Note 7-Geräte erklärt. Letzte Nacht gab der Konzern endlich bekannt, was der Auslöser für die Explosionen und Brände des Smartphones war. Offenbar haben fehlerhaft produzierte Akkus die Probleme verursacht.

Samsung hat letzte Nacht endlich viele Fragen zum Galaxy Note 7-Skandal beantwortet. Dem Konzern zufolge  waren die Akkus des Smartphones fehlerhaft produziert worden. Das treffe sowohl auf die Batterien der Tochterfirma Samsung SDI Batteries als auch auf die Austausch-Akkus des Herstellers ATL, die nach ersten Explosions-Meldungen verbaut wurden, zu. In seiner Präsentation hat Koh Dong Jin, Smartphone-Chef bei Samsung, genau ausgeführt, welche Fehler beim Bau der Akkus unterlaufen sind.

Die Akkus des Galaxy Note 7 wiesen verschiedene Produktionsfehler auf, die letztendlich zu Kurzschlüssen führten und die Bränden verursachten. Während in den Akkus von SDI Batteries die Elektroden zu lang waren und im Akku gebogen wurden, fehlte bei den Akkus von ATL die Isolierung. Zudem sollen hier scharfe Kanten an der Oberseite der Batterie dafür gesorgt haben, dass umliegende Bauteile beschädigt wurden. UL, eine der Firmen, die mit der Untersuchung der Akkus beauftragt wurde, erklärte außerdem, dass nun zwar die Quelle beannt ist, allerdings nicht abschließend geklärt werden konnte, wie es zu den Kurzschlüssen kam. „Entsprechend übernehmen wir die Verantwortung für die Fehler, die bei der Entwicklung und Herstellung der Akkus geschehen sind und die wir erst nach Markteinführung des Galaxy Note7 entdeckt haben“, erklärte Koh.

Infografik Galaxy Note 7
Diese Fehler sollen die Brände des Note 7 verursacht haben.

Entscheidungen für die Zukunft

An der Untersuchung waren der TÜV Rheinland, UL, Exponent und ein von Samsung gegründetes Battery Advisory Board beteiligt. Insgesamt haben sich knapp 700 Experten über drei Monate mit dem Problem befasst. Dabei wurden nicht nur die Akkus, sondern auch die Lieferkette, der Zusammenbau-Prozess, weitere Hardware und Software in Augenschein genommen. Insgesamt untersuchten die Experten 200.000 Smartphones und 30.000 Akkus. Die nun veröffentlichten Ergebnisse decken sich nicht mit denen, die die unabhängige Organisation Instrumental nach einer eigenen Untersuchung veröffentlicht hatte. Im Dezember erklärte Instrumental in einem Blogpost ausführlich, dass die dünne Bauweise des Smartphone der Grund für die Überhitzungen sein könnte.

Samsung zieht aus den Vorkommnissen und den neu gewonnenen Erkenntnissen seine Schlüsse: Das Unternehmen versprach in Zukunft jeden Akku einem achtstufigen Test zu unterziehen, um weitere Fehler zu vermeiden. Zudem sollen die Batterien in Zukunft mit Klammern gestärkt werden, damit sie sich nicht verformen. Auch die Software will Samsung entsprechend anpassen. Sie soll in Zukunft den Ladevorgang, die Temperatur und die Dauer noch genauer überwachen. “Wir nutzen die Lehren aus dieser Untersuchung, um unsere robusten Qualitätssicherungsverfahren zu verbessern”, erklärte Koh.

Das Note 7 ist noch in Umlauf

Von den knapp 3 Millionen verkauften Smartphones sind bisher knapp 96 Prozent zurückgegeben worden. Das bedeutet, dass noch knapp 120.000 Note 7-Geräte in Umlauf sind. Samsung hatte Ende Dezember eine Software veröffentlicht, die die Geräte unbrauchbar macht.

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