Startseite News & Trends Handy am Steuer: Demnächst bis zu 200 Euro Strafe für Autofahrer

Handy am Steuer: Demnächst bis zu 200 Euro Strafe für Autofahrer

Handy am Steuer: Demnächst bis zu 200 Euro Strafe
0

Wer als Beifahrer hin und wieder einen Blick aus dem Autofenster wirft, wird dieses Bild kennen: Erschreckend viele Autofahrer schauen während der Fahrt auf ihr Smartphone. Dass sie damit sich und andere Verkehrsteilnehmer enorm gefährden, ist vielen gar nicht bewusst. Ein neuer Beschluss könnte dafür sorgen, dass das Smartphone endgültig vom Steuer verschwindet.

Der Bundesrat stimmt heute in einer Sitzung über eine Erweiterung des Handy-Verbots am Steuer ab. Wird die Veränderung angenommen, können Autofahrer, die ihr Smartphone während der Fahrt benutzen, mit Bußgeldern von bis zu 200 Euro rechnen. Besonders wichtig: In Zukunft würde das Verbot dann nicht nur Smartphones, sondern auch andere „Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsmittel“ – also auch Tablets, MP3-Player, Navigationssysteme und Radios – einschließen.

Die noch aktuelle Regelung

Autofahrer tippt auf Smartphone
Jegliches Tippen auf Geräten könnte mit dem Beschluss verboten werden.

Bisher gilt der in der StVO bestehende § 23, der besagt, dass Autofahrer ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen dürfen, „wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss“. Kurz gesagt: Mit dem Handy in der Hand zu fahren ist verboten. Daran halten sich leider nur wenige Autofahrer und es gibt noch ein Problem: Neuere Geräte wie Laptops, Tablets und MP3-Player werden von dem Paragraphen gar nicht eingeschlossen. Doch auch diese können den Autofahrer stark ablenken und dafür sorgen, dass er einige Sekunden blind fährt.

Dass die aktuelle Regelung nicht mehr zeitgemäß formuliert ist, weiß auch die Bundesregierung. Genau deshalb soll es in Zukunft eine „technikoffene Formulierung“ geben, die es ausschließlich erlaubt Geräte mit Sprachsteuerung oder einer Vorlesefunktion zu nutzen. Das bedeutet in der Praxis, dass Autofahrer in Zukunft weder ihr Smartphone in den Händen halten, noch auf dem Navi tippen oder den Radiosender per Hand umstellen dürfen. Der Gebrauch wird allerdings nicht komplett verboten, dies würde aus Sicht des Verkehrsministeriums „ein Übermaß darstellen“. Stattdessen ist es erlaubt bei ausgeschaltetem Motor eines der Geräte zu nutzen.

Smartphone Beifahrer
Auch das ist in Zukunft verboten. Autofahrer sollen nicht mehr durch Geräte angelenkt werden. Hier muss der Beifahrer navigierend aushelfen.

Die neuen Strafgelder für Autofahrer

Bisher zahlen Autofahrer, die beim Tippen oder Telefonieren am Steuer erwischt werden, 60 Euro und erhalten einen Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. In Zukunft werden von ihnen 100 Euro verlangt, den Punkt gibt es weiterhin. Höhere Strafen gibt es, wenn mit dem Gebrauch des Smartphones oder anderer Geräte eine Gefährdung oder Sachbeschädigung einhergeht. Bei Gefährdung werden 150 Euro fällig, zusätzlich gibt es einen Punkt und einen Monat Fahrverbot. Ebenfalls einen Monat Fahrverbot, einen Punkt sowie 200 Euro Strafe sind im Falle einer Sachbeschädigung zu zahlen. Ob die neue Regelung in Kraft tritt, erfährst Du natürlich bei uns.

Radfahrer zahlen mehr – Fußgänger geraten in den Fokus

Smartphone Radfahrer
Auch wenn Du Dein Smartphone nur auf dem Rad benutzt, gefährdest Du Dich und andere.

Auch auf dem Rad hat das Smartphone nichts zu suchen. Die Nutzung des Geräts ist bereits eingeschränkt und wird bisher mit 25 Euro geahndet. In Zukunft könnten es 55 Euro werden. Fußgänger haben aktuell noch keine Konsequenzen zu fürchten, auch wenn die sogenannten „Smombies“ im Straßenverkehr eine immer größere Gefahr darstellen. Was in Honolulu bereits Realität ist, ist aber auch hier nicht unwahrscheinlich: Ein Bußgeld für Fußgänger. Der Deutsche Verkehrsgerichtstag will sich in Zukunft mit dem Problem befassen.

Ohne Kontrolle passiert nichts

Der neue Beschluss wäre nur eine Grundlage für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen – in der Umsetzung bedarf es vor allem der Kontrolle. Denn wenn Autofahrer zwar wissen, dass es eine Strafe gibt, sie aber nie für Verstöße belangt werden, nützen alle Beschlüsse herzlich wenig. Das ist auch ein Punkt, den der ADAC schon nach dem ersten Vorstoß des Verkehrsministers Alexander Dobrindt (CDU) in diese Richtung kritisierte.

DJ Läzer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.