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EU-Roaming, adé: Ist der Preisaufschlag übertrieben?

Roaming Abzocke?
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Der Ansturm ist ausgeblieben. Eine Woche nach Start der neuen Roaming-Bedingungen zeichnet sich bislang kein vermehrtes Telefon- und Surf-Aufkommen deutscher Nutzer im Ausland ab. Nationale Tarife und Preisaufschläge sind bislang also ungerechtfertigt.

Gut eine Woche nachdem die neu Roaming-Regelung in Kraft getreten ist, können Telekom und O2 keine messbare Zunahme im Telefon- und Datenaufkommen ihrer Nutzer im EU-Ausland feststellen.
Hintergrund: Mit Wirkung zum 15. Juni hat die EU die bis dahin geltenden Roaming-Bestimmungen gekippt. Während zuvor heftige Preisaufschläge für die Nutzung des Smartphones im EU-Ausland fällig wurden, surfen und telefonieren Handy-Nutzer im EU-Ausland von nun ab de facto zum Heimtarif – bis zu einer bestimmten Obergrenze. Zum Ausgleich für die fehlenden Mehreinnahmen durch Roaming-Gebühren hatten zuletzt mehrere Anbieter sogenannte „Deutschland-Tarife“ ohne Roaming-Option eingeführt oder die Preise ihrer Neuverträge angehoben.

Umgehen Provider die Roaming-Regeln?

Mit sogenannten nationalenen Tarifen planten die Provider eine Alternative zum regulären Tarif auf den Markt zu bringen. Angepriesen als kostengünstige Alternative zum All-Inclusive-Tarif verzichten hier Telefonkunden auf den Komfort der Neuregelung und damit auf kostenlose Gespräche im Ausland: Mit einem nationalen Tarif ist es nicht möglich im EU-Ausland zu telefonieren oder zu surfen, obwohl es prinzipiell dieselbe Leistung wie beim Normaltarif gibt – jedoch ausschließlich im Inland. Wer dann doch im Ausland mobil unterwegs ist, zahlt kräftig drauf – so wie vor der Neuregelung und ohne Verlust für den Provider.
Da dieses Vertragsmodell nicht im Sinne der EU-Neuregelung ist, haftet den Mini-Tarifen ohne Auslandsoption allerdings der Ruch an, rechtlich möglicherweise nicht dauerhaft wasserdicht zu sein. Darum haben vor allem kleinere Anbieter aus dem Discount-Portfolio der Großen diesen Tarif-Typ neuerdings im Angebot. Einen anderen Weg hat etwa Marktführer O2 gewählt – das gesamte Vertragsportfolio wurde im Frühjahr überarbeitet mit insgesamt steigenden Preisen.

Alles Übertreibung? Roaming bislang ohne Auswirkungen

Doch sind reine Ländertarife und steigende Preise gerechtfertigt? Dirk Wende, Pressesprecher der Telekom gibt auf Anfrage unumwunden zu: „Wir konnten zum Start der EU-Verordnung keine Auswirkungen auf das Telefonie- und Surfverhalten unserer Kunden feststellen.“ Allerdings profitieren Telekom-Kunden mit MagentaMobil-Tarifen bereits seit dem vergangenen Jahr von der hauseigenen „Roam like at home“-Inklusivoption. Dafür sind Telekom-Tarife bis heute im direkten Vergleich of die teuersten am Markt.

Ähnlich geringe Ausschläge misst man bislang bei Marktführer O2: Jörg Borm, Pressesprecher von Telefónica Germany geht davon aus, dass es bislang noch zu früh ist, Rückschlüsse aus den bislang vorliegenden Zahlen zu ziehen: „Ob und wie sich die Änderungen beim Roaming auswirken, wird man vermutlich erst systematisch und korrekt nach der Hauptreisezeit der Deutschen auswerten können.“

Werden Handytarife jetzt wieder günstiger?

Die Antwort ist: Wahrscheinlich nicht. Über Jahre haben sich Anbieter in Deutschland einen zähen Preiskampf geliefert. Mit der Übernahme von E-Plus durch den jetzigen Marktführer Telefónica/O2 im Jahr 2013 ist der Markt in eine Konsolidierungsphase eingetreten. Der Konkurrenzdruck insgesamt lässt damit nach. Die Folge: Der Preiskampf endet. Die jüngste Anpassung des O2-Preisportfolios kann als erster Schritt in Richtung steigende Preise verstanden werden. Vor allem der Ausbau des Mobilfunknetzes und künftige Investitionen in den künftigen Übertragungsstandard 5G dienen den Anbietern derzeit dabei als Rechtfertigung.

Trotzdem dauerhaft sparen – So geht‘s

Wer in Zukunft im In- und Ausland sparen will, sollte die wichtigste Regel beherzigen: Vergleichen lohnt sich. Wer darüber hinaus konkret abschätzen kann, wie hoch der eigene Bedarf ist, hat gute Karten, auch in Zukunft ohne unnötige Kosten mobil unterwegs zu sein. Ein Blick in die eigenen Verbrauchseinstellungen ist ein erster Schritt, um festzustellen, wieviel Datenvolumen Du im Monat tatsächlich benötigst. Wer vor allem im WLAN surft, ist oft auch mit einem Einsteigertarif gut beraten – und das bei voller Flexibilität im In- und Ausland.

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