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WhatsApp-Datenweitergabe: Hat Facebook gelogen?

Facebook Datenweitergabe
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Facebook wurde in diesem Jahr bereits heftig für die Änderung der WhatsApp-AGB kritisiert. Nun greift auch die EU-Kommission ein und wirft dem Konzern vor, während der Übernahme des Kurznachrichtendienstes im Jahr 2014 falsche oder unvollständige Angaben gemacht zu haben. Demnach könnte schon vor zwei Jahren absehbar gewesen sein, dass Facebook Nutzerdaten zwischen beiden Diensten austauschen will.

Vor zwei Jahren hat Facebook den Messenger-Dienst WhatsApp übernommen. Damals hatte der Konzern betont, dass WhatsApp unabhängig bleibe und keine Daten ausgetauscht würden. Im Sommer diesen Jahres war dieses Versprechen vergessen und die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Kurznachrichtendienstes geändert. Mit den neuen AGB sollten Daten von WhatsApp an Facebook weitergegeben werden. Das implizierte auch Daten von Nutzern, die nur Nachrichten versenden und kein Konto bei dem sozialen Netzwerk angelegt haben.

FacebookNachdem Verbrauchschützer den Konzern abgemahnt hatten, untersagte der Hamburgische Datenschutzbeauftrage, die Weitergabe der Daten deutscher Bürger. Facebook selbst setzte die Weitergabe nach Protesten in Großbritannien aus. Nun hat die EU-Kommission die Unterlagen zur Fusion von Facebook und WhatsApp im Jahr 2014 geprüft und dabei Unstimmigkeiten bezüglich der Datenweitergabe festgestellt.

Die verhängnisvolle Aussage

Technisch sei es nicht möglich, Nutzerdaten zwischen Facebook und WhatsApp auszutauschen. Das soll Facebook der EU-Kommission 2014 vor der Übernahme von WhatsApp mitgeteilt haben. Nach erneuter Untersuchung der Angaben von Facebook, kommt die Kommission jedoch zu dem Schluss, dass der automatische Abgleich von Benutzerdaten schon „im Jahr 2014 bestanden hat, absehbar oder sogar geplant war“. Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass der US-amerikanische Konzern dahingehend gelogen oder falsche Angaben gemacht hat. Damit hätte Facebook Verpflichtungen gegenüber der EU-Fusionskontrollverordnung verletzt, um den Zusammenschluss der beiden Unternehmen durchführen zu können.

Welche Folgen hat das Ganze?

Geld WhatsApp
Bewahrheiten sich die Vermutungen droht Facebook eine hohe Geldstrafe.

Facebook hat nun die Möglichkeit, die Zweifel an der Wahrheit der Aussagen von 2014 auszuräumen. Der Konzern hat von der EU-Kommission einen entsprechenden Fragekatalog erhalten. Die Antworten können bis zum 31. Januar 2017 eingereicht werden. Wenn es sich auch fast danach anhört: Bestätigen sich die Vorwürfe der Kommission, kann sie die Fusion dennoch nicht aufheben. Stattdessen könnte eine saftige Geldstrafe auf Facebook zukommen.

Möglich ist eine Strafzahlung in Höhe von bis zu einem Prozent des Umsatzes des Unternehmens. 2015 lag der Umsatz des Unternehmens bei knapp 18 Milliarden US-Dollar, zahlen müsste der Konzern dann bis zu 180 Millionen Dollar. Ein Facebook-Sprecher hat sich bereits zu den Vorwürfen geäußert und mitgeteilt, dass der Konzern stets korrekte Angaben gemacht habe.

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