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Google schluckt HTCs Mobilsparte

Google schluckt HTCs Mobilsparte
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In den vergangenen Tagen wurde immer wieder darüber gesprochen, dass Google kurz vor der Veröffentlichung der neuen Pixel-Smartphones den Hersteller HTC kaufen könnte. Heute war es dann soweit: Der Internetriese bestätigte die Übernahme. Allerdings fiel der Kauf nicht ganz so groß aus, wie ursprünglich vermutet.

Google und HTC scheinen fast untrennbar vereint. Die beiden Konzerne arbeiten schon seit der ersten Stunde des Android-Smartphones zusammen. Gemeinsam präsentierten sie das erste Android-Smartphone überhaupt, das HTC Dream, Nexus-Geräte und das erste Pixel-Smartphone. Nun rücken beide noch näher zusammen: Der Internetriese kauft die Mobilsparte von HTC für 1,1 Milliarden Dollar. Google übernimmt damit die Hälfte des Research- und Development-Teams mit 2.000 Mitarbeitern, mit denen bereits die erste und zweite Pixel-Generation entwickelt wurde. Zudem erhält der Hersteller Nutzungsrechte für eine Reihe von HTC-Patenten.

HTC
HTC hat seit längerem mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen.

Der Zeitpunkt könnte kein besserer sein: Kurz vor der Vorstellung der neuen Pixel-Smartphones, von denen zumindest das Pixel 2 von HTC gefertigt wird, kann Google demonstrieren, dass die Hardware in Zukunft einen größeren Stellenwert einnimmt. Ursprünglich wurde vermutet, dass das Unternehmen aus Mountain View den taiwanischen Hersteller komplett aufkauft. HTC hat schon seit Jahren mit schlechten Verkaufszahlen zu kämpfen, Teile an Google zu veräußern war aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit naheliegend.

Der neue Pixel-Hersteller

Mit den Pixel-Smartphones will Google auch auf dem Hardware-Markt mitmischen. Da die Fertigung seiner Smartphones aber ausgelagert stattfindet, war das bisher mit vielen Abhängigkeiten verbunden. Bei Produktionszeiträumen, Innovationen und Co. musste sich das Unternehmen immer auf die jeweiligen Hersteller verlassen. Mit dem Kauf kann Google das ändern und seine Entwicklungs- und Produktionsabläufe verbessern, was schlussendlich auch die Stellung am Markt beeinflussen kann. Eine Möglichkeit mehr Aufmerksamkeit für seine Smartphones zu generieren wäre beispielsweise ein anderer Release-Zeitraum, der es dem Unternehmen ermöglicht Innovationen vor anderen Herstellern zu präsentieren. Auch Googles VR-Plattform Daydream und die dazugehörige VR-Brille könnten von den nun eigenen Entwicklern profitieren.

Pixel-Smartphones werden in Zukunft wohl überwiegend aus dem eigenen Hause stammen. Dass der Android-Entwickler andere Hersteller weiterhin einbezieht, ist aber nicht auszuschließen. Die neuen Pixel-Smartphones erscheinen in zwei Wochen und werden von HTC und LG gefertigt – wir berichteten. Wer die Präsentation des Pixel 2 verfolgen möchte, kann sich den Live-Stream auf YouTube anschauen.

Googles Nummer zwei

HTC Smartphone
HTC-Smartphones werden weiterhin hergestellt.

HTC ist nicht der erste Smartphone-Hersteller, der von Google geschluckt wird. 2011 hatte das Unternehmen für 12,5 Milliarden Dollar Motorola gekauft – auch hier nur die Mobilgeräte-Abteilung. Damals waren vor allem 17.000 heißbegehrte Patente der Grund für die Übernahme. Knapp zwei Jahre später stieß der Internetriese die Unternehmensteile wieder ab. Sie gingen für einen deutlich schmaleren Preis von 2,9 Milliarden Dollar an Lenovo. Der Clou dabei: Google trat damit nur rund 2.000 Patente ab. Als Smartphone-Hersteller kann das Unternehmen nun aus den übrigen 15.000 Patenten schöpfen.

Fans von HTC-Smartphones brauchen sich übrigens keine Sorgen machen. Denn Google übernimmt nur Teile der Smartphone-Sparte und bekommt ein Nutzungsrecht für zahlreiche, aber nicht alle, Patente. HTC tritt die Rechte nicht ab und kann somit auch weiter Smartphones produzieren. Die Entwicklung neuer Smartphones soll bereits geplant sein.

Fashion Bloggerin

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