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Qualcomm versus Apple: Keine iPhones mehr?

Qualcomm verklagt Apple
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Seit Januar streiten sich der Qualcomm und Apple vor Gericht – in den USA. Nun kommt der Patentstreit auch nach Deutschland. Sollte der Chiphersteller erfolgreich sein, könnte der Streit hierzulande extreme Folgen haben. Denn im schlimmsten Fall könnte der Import von iPhones nach Deutschland beendet werden.

Apple befindet sich wieder einmal in einem Rechtsstreit: Nachdem die großen Streitigkeiten mit Samsung beigelegt wurden, hat der Hersteller den Chip-Riesen Qualcomm verklagt – mit ungeahnten Folgen. Ursprünglich hatte Apple dem Konzern vorgeworfen, dass er zu viel Geld für die Patentlizenzen verlange. Das Verfahren war für Apple ein Erfolg: Der Chiphersteller ging auf die Vorwürfe ein und sagte Apple eine Schadensersatzzahlung in Höhe von einer Milliarde Dollar zu. Ausgezahlt wurde das Geld allerdings nicht, wie nun bekannt wurde. Stattdessen beantwortete Qualcomm Apples ersten Angriff frei nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ und verklagte den Konzern aus Cupertino. Der Vorwurf: Apple würde sechs Patente verletzen, Tatsachen verfälschen und Regulierer in den USA und Asien zu Attacken gegen den Chiphersteller angestiftet haben.

Tatsächlich wird Qualcomm aktuell von vielen Seiten beschossen. Behörden in Südkorea, den USA und Europa nehmen derzeit das Geschäftsmodell des Chip-Riesen auseinander und werfen dem Unternehmen zum Teil sogar unfairen Wettbewerb vor.

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Kein iPhone 7 für die Deutschen? Sollte Qualcomm gewinnen, könnte das bittere Realität werden.

Qualcomms Forderung

Der Streit in den USA dauert seit Januar an und erreicht mit weiteren Klagen in München und Mannheim nun die nächste Eskalationsstufe. Während der Kläger in den USA fordert, dass der Import von iPhones mit Intel-Chips gestoppt wird, geht er hierzulande noch einen Schritt weiter. Neben einer hohen Schadensersatzforderung sollen nach Qualcomms Vorstellung gar keine iPhones mehr nach Deutschland ausgeliefert werden.
Der Streit muss nicht zwingend vor Gericht beendet werden. Sowohl der Qualcomm-Chef Steve Mollenkopf als auch Chef-Jurist Don Rosenberg sehen eine Möglichkeit zur außergerichtlichen Einigung.

„Prozesse sind nicht der beste Weg, um Konflikte zwischen Unternehmen beizulegen.“
Qualcomms Chef-Jurist Don Rosenberg

In der Klage geht es um Patente für Technologien, die noch nicht in den aktuellen Lizenzvereinbarungen der beiden Unternehmen behandelt wurden. Sie sind Don Rosenberg zufolge noch relativ neu und seien keine Basistechnologien, für die andere Regelungen gelten. Aufgrund der Neuheit kommt auch eine Beschränkung zustande: Sollte die Einfuhr von iPhones nach Deutschland eingeschränkt oder unterbunden werden, würde dies nur das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus betreffen, da diese beiden Smartphones die einzigen Geräte mit dieser Ausstattung sind.

Welche Qualcomm-Bauteile stecken im iPhone

Die Bauteile um die es geht, werden benutzt, um Funkverbindungen herzustellen. So liefert Qualcomm das LTE-Modem für einige Varianten des iPhone 7 und 7 Plus. In Deutschland sind allerdings nur Geräte mit einem Intel-Modem erhältlich. Bis zum iPhone 6s hatte Apple stets auf Qualcomm-Technologie gesetzt, im vergangenen Jahr wurde der Konzern allerdings von seinem Konkurrenten Intel überholt und durfte nur für einen Teil der Smartphones das entsprechende Modul liefern. Qualcomm zufolge benutze Apple allerdings noch weitere Innovationen, die andere Bereiche beeinflussen würden.

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