Startseite News & Trends Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht: EU-Kommission bittet Google zur Kasse

Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht: EU-Kommission bittet Google zur Kasse

verschiedene Android-Smartphones zeigen die Google-Suche an
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Zahlen, bitte! Die EU-Kommission gegenüber Google eine Strafe von 4,34 Milliarden Euro verhängt. Der Internetriese hat aus Sicht der Kommission seine Marktmacht bei Android missbraucht. Das Unternehmen gab Herstellern, die das Betriebssystem nutzen wollten, unter anderem vor, welche Google-Apps sie im Gegenzug darauf installieren müssen.  

EU-Kommisarin Margrethe Vestager.
EU-Kommisarin Margrethe Vestager.

Android ist kostenlos und für alle zugänglich. Das Betriebssystem von Google hat daher einen entscheidenden Vorteil: Hersteller können ihre Smartphones günstiger anbieten, weil sie für das System nichts bezahlen. Dafür bekommen sie von Google strikte Vorgaben und müssen auch Apps installieren, die sie gar nicht haben möchten. So ist es Pflicht, ein Set aus 11 Google-Apps auf das Smartphone zu laden, um den Nutzern beispielsweise den Google Play Store zugänglich zu machen. Auch beim Browser haben die Hersteller keine Wahl – sie müssen Chrome installieren. Zudem ist die Vorinstallation anderer Apps mit demselben Nutzen nicht erlaubt.

Des Weiteren soll auch Geld an Unternehmen geflossen sein, damit sie ausschließlich Google-Apps installieren. Diese Methoden, so die Aussage der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, habe das Unternehmen genutzt, um seine Stellung als Marktführer zu festigen und anderen App-Entwicklern den Zugang auf Android-Smartphones zu erschweren. Damit liegt für die Kommission ein klarer Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor.

Die höchste Wettbewerbsstrafe, die die EU je verhängt hat

Apps von Google auf einem Android-Smatphone4,34 Milliarden Euro muss Google als Strafe an die EU zahlen. Bis das Geld wirklich in den Haushalt fließt, dürfte es aber noch eine ganze Weile dauern. Denn das Unternehmen hatte bereits angekündigt, in Berufung zu gehen. Für gewöhnlich schließen sich an eine Entscheidung dieser Art noch weitere Verfahren an. Zur Geldstrafe kommt allerdings auch eine Auflage der EU hinzu: Die Summe steigt weiter an, wenn Google nicht innerhalb der ersten 90 Tage nach dem abgeschlossenen Verfahren mehr Wettbewerb bei Android-Apps ermöglicht. Im Klartext heißt das: Google muss auch die Vorinstallation konkurrierender Apps auf den Smartphones der Hersteller dulden und darf den Herstellern nicht vorgeben, welche Apps ab Werk mitgeliefert werden müssen.

Schon 2016 hat die EU-Kommission Google erstmals Wettbewerbsverstöße in Zusammenhang mit Android vorgeworfen. Schon damals stellten wir uns die Frage: Schadet Android dem Wettbewerb? Und wenn Du keine Lust auf vorinstallierte Apps hast, die Du nicht brauchst, dann solltest Du Dein Handy rooten. Wie das geht erklären wir Dir in unserem Artikel Android rooten: So bekommst Du vollen Zugriff auf das System.

Android in Zukunft kostenpflichtig?

Inwiefern das Urteil jetzt eine Auswirkung für die Nutzer hat, bleibt abzuwarten. Google-Chef Sundar Pichai meldete sich zum Thema zu Wort und stellte klar, dass die Entscheidung der EU-Kommission aus Googles Sicht für weniger und nicht für mehr Wettbewerb sorge. Er stellte in Aussicht, dass Android aufgrund des Beschlusses in Zukunft kostenpflichtig werden könnte. Daraus würde resultieren, dass Smartphones mit dem Betriebssystem teurer würden. Von Google heißt es, dass die Installation aller Google-Apps nötig sei, damit die Nutzer auch auf alle möglichen Features zugreifen könnten.

Huawei P20

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