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Adieu, Samsung-OLED: Apple entwickelt eigene Displays

Apple plant eigene Display-Fertigung
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Das aktuelle iPhone X ist das erste iPhone seit Beginn der Serie, das mit OLED-Displays bestückt ist. Und die stammen bekanntlich aus der Feder vom Erzkonkurrenten und Weltmarktführer Samsung. Doch offensichtlich will Apple nun an vergangene „Retina“-Erfolge anknüpfen und plant mit einer eigenen Fertigung auch bei den Displays wieder selbst die Zügel in die Hand zu nehmen.

Gerade erst macht eine großzügige Bestellung des iKonzerns bei Samsungs Displaysparte die Runde: Gut 270 Millionen Displays ordert Apple dem Vernehmen nach beim Lieblingskonkurrenten und Display-Spezialisten Samsung. Der Auftrag umfasst sowohl Displays für die nächste iPhone-X-Generation als auch für den bereits erwarteten großen Bruder iPhone X Plus und für die Nachfolger der regulären iPhone-8-Generation sowie ein weiteres Gerät. Gut 130 Millionen der bestellten Touchscreens könnten allein auf die bildstarke OLED-Technologie entfallen.

Angesichts dieses gewaltigen Bestellvolumens überrascht eine gestern vom News-Network Bloomberg verbreitete Nachricht nicht. Demnach plant Apple nicht nur in Zukunft eigene OLED-Displays zu entwickeln. Angeblich hat der Konzern auch bereits eine geheime Fertigungsstätte unweit des neuen Firmensitzes in Santa Clara in Kalifornien errichtet und in Betrieb genommen.

Dabei setzt Apple nach bislang unbestätigten Gerüchten auf die zukunftsträchtige MicroLED-Technologie, die noch effizientere und dabei hellere Bildschirme möglich machen soll. Allerdings ist der Herstellungsaufwand anscheinend groß; so soll Apple bereits vor rund einem Jahr zunächst in Erwägung gezogen haben, das Projekt komplett einzustellen. Bis zur tatsächlichen Marktreife der neuen Technologie und bis ausreichende Kapazitäten aufgebaut sind, um einen Jahresausstoß für weit über 100 Millionen Endgeräte zu sichern, dürften also noch einige Jahre vergehen. Als erster Testballon dürften vermutlich Nutzer der Apple Watch in den Genuss der neuen Darstellungstechnik kommen. Dafür sprechen die verhältnismäßig geringen Stückzahlen des Apple-Armschmucks sowie die überschaubare Displayfläche.

Apple-Komponenten: Traditionell alles aus einer Hand

Anders als viele Android-Hersteller schwört Apple seit vielen Jahren auf eine weitestgehend konsistente „Aus-einer-Hand-Politik“. In den vergangenen Jahren profilierte sich der iPhone-Mutterkonzern dabei in erster Linie mit Top-Hardware, vor allem den hauseigenen Chip-Designs, die für immer neue Bestmarken in den Benchmarks gut waren. Zu Beginn der iPhone-Ära revolutionierte Apple das Display-Segment und damit auch die Sehgewohnheiten der Nutzer mit seinen „Retina“-Displays. Dabei handelt es sich um LCDs, die nach Apples Spezifikationen von Lizenzunternehmen gefertigt werden.

Neu am aktuellen Vorgehen ist, dass Apple die Fertigung tatsächlich in die eigene Hand nimmt, anstatt auf die Kapazitäten seiner etablierten Zulieferer zu setzen. Die Vorteile einer eigenen Displayfertigung liegen aus Apple-Sicht auf der Hand: Eigenständige Budgetkontrolle einerseits und Exklusivität andererseits. Mit neuen Displays könnte Apple an frühere Zeiten anschließen, als „Fortschritt“ und „Apple“ beinahe synonym verwendet wurden.

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