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Prüft Apple iPhone-Fertigung in den USA?

iPhone Produktion in den USA?
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Hoppla, was ist los? Offensichtlich prüft Apple allen Ernstes, Teile seiner iPhone-Produktion in die USA zu verlagern. Anscheinend reagiert der iKonzern damit auf frühere Ankündigungen des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump, der im Wahlkampf mehrfach damit gedroht hatte, US-Unternehmen mit Strafzöllen zu belegen, sollten sie ihre Produktion ins Ausland verlagern.

Das japanische Tech-Portal Nikkei Asian Review berichtet, dass der chinesische Apple-Auftragsfertiger Hon Hai Precision Industry erwägt, die Produktion des iPhones in die Vereinigten Staaten zu überführen. Noch handelt es sich bislang lediglich um unbestätigte Gerüchte angeblich gut informierter Kreise; demnach sei auch Pegatron, ebenfalls iPhone-Auftragshersteller, auf der Suche nach entsprechenden Fertigungsmöglichkeiten auf US-amerikanischem Festland. Das chinesische Unternehmen Hon Hai, besser bekannt als Foxconn, gilt seit langem als ebenso zuverlässiger wie günstiger iPhone-Produzent. Der Gesamtausstoß beider Unternehmen liegt bei rund 200 Millionen iPhones pro Jahr.

Derzeit liegen die geschätzten Fertigungskosten bei rund 225 US-Dollar für ein iPhone 7, eine eklatante Steigerung des Produktionsaufwands könnte auf den Kunden abgewälzt werden, sollte sich Apple nicht mit geringeren Margen zufrieden geben. Auf Anfrage gab es bislang kein offizielles Statement von Foxconn und Pegatron zu den Gerüchten. Die Verlagerung der iPhone-Produktion dürfte die Herstellungskosten pro Gerät schätzungsweise verdoppeln, entsprechend zurückhaltend reagieren bislang die Unternehmensspitzen. Offensichtlich geht die Suche nach Fertigungsstätten in den USA auf Drängen von Apple zurück.

Hintergrund der Verlagerung ist nach Aussage besagter gut informierter Kreise das Ergebnis der US-Präsidentenwahl. Der künftige Präsident der Vereinigten Staaten hatte mehrfach angekündigt, die Industrieproduktion in den USA insgesamt zu forcieren, notwendigenfalls unter Androhung harter Sanktionen und Strafzöllen von bis zu 45% für Unternehmen, die sich seinem Anliegen verweigerten.

Offensichtlich geht nun in den Führungsetagen von US-Konzernen die Angst um, Trump könnte ernst machen mit seiner Androhung – zumal er unter Druck steht, seinen Worten Taten folgen zu lassen, um seiner Hauptwählerschaft, der weißen unteren Mittelschicht, zu signalisieren, dass sie auf den richtigen Bewerber gesetzt hat. Rund 5 Millionen Arbeitsplätze im industriellen Fertigungssektor waren in den USA zwischen den Jahren 2000 und 2014 verlorengegangen.

Technologisch wäre eine Verlagerung der Endfertigung in die USA kompliziert, aber keineswegs unmöglich. Fraglich bleibt jedoch, ob amerikanische Arbeitskräfte tatsächlich erpicht wären auf Jobs in einer verhältnismäßig schlecht bezahlten Branche – und auf ausgesprochen monotone Tätigkeiten.

Nicht absehbar dürften die Folgen einer solcherart protektionistischen Handelspolitik sein. Für den Fall, dass Trump Arbeitsplätze in den USA schafft, die dafür in China verloren gehen, hatte die regierungsnahe chinesische Zeitung „Global Times“ gemutmaßt, dass der Absatz amerikanischer Produkte in China im Gegenzug erheblichen Schaden nehmen würde.

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