Startseite News & Trends ZTE Axon M: Der Traum vom klappbaren Smartphone wird wahr

ZTE Axon M: Der Traum vom klappbaren Smartphone wird wahr

ZTE Axon M: Der Traum vom klappbaren Smartphone wird wahr
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Seit Jahren berichtet die Gerüchteküche von einem klappbaren Smartphone, das entweder von Samsung oder von Apple kommen soll. Offenbar waren die beiden Hersteller zu langsam, denn nun hat ein anderer Konzern das erste klappbare Smartphone präsentiert: ZTE. Gestern wurde das Axon M in New York vorgestellt.

Wir haben es vor wenigen Monaten noch für ein aussichtsloses Unterfangen gehalten aber der Traum vom klappbaren Smartphone ist nun endlich wahr geworden. Das ZTE Axon M ist das erste klappbare Smartphone weltweit – leider ist das aber auch schon das einzige interessante Feature, das das chinesische Handy zu bieten hat. Denn die Ausstattung fällt eher in den Bereich Mittelklasse

Die Ausstattung verrät viel

Smartphone mit Hülle
Das Axon M sieht aus, als hätte jemand ein Smartphone in eine Hülle mit einem zweiten Display gesteckt.

Das Axon M ist ein Mittelklasse-Smartphone, das vor allem durch ein Feature überzeugen soll – eine Funktion, die eigentlich im Bereich High-End anzusiedeln wäre. Alles andere, was das Gerät zu bieten hat ist leider ziemlich gewöhnlich. Als Prozessor kommt der Snapdragon 821 aus dem Jahr 2016 zum Einsatz, der auf 4 GB RAM zurückgreift. Dazu gibt es 64 GB internen Speicher, der per microSD erweitert werden kann. Das Gerät wird mit vorinstalliertem Android Nougat 7.1.2 ausgeliefert. Das Smartphone hat nur eine einzige Linse auf der Rückseite, die aber mit 20 Megapixeln auflöst. Der Akku ist mit 3.180 Milli-Ampere-Stunden zwar nicht gerade klein aber durchaus mit Skepsis zu betrachten. Er würde in jedem normalen Smartphone sicher gute Arbeit leisten, bei zwei Displays sind wir allerdings skeptisch, ob der Akku einen Tag lang durchhält. Was den Preis betrifft gibt es keine offiziellen Informationen. Vermutet wird, dass das Gerät zwischen 750 und 800 Euro kosten wird. Klar ist aber bereits, dass das Smartphone in diesem Jahr ausschließlich in Japan und den USA erscheint. Ab 2018 soll es dann auch auf dem europäischen Markt verfügbar sein. Bis dahin könnten Samsung, Apple und Co. aber auch schon bessere Modelle entwickelt haben.

Axon M mit vier Nutzungsvarianten

Das Axon M bietet mit seinen zwei Displays viel Raum für die kreative Nutzung. Jedes der Panels hat eine Displaydiagonale von 5,2 Zoll, werden beide gemeinsam genutzt, ergibt sich eine Diagonale von 6,75 Zoll. In puncto Auflösung bewegt sich ZTE mit FullHD auf durchschnittlichem Mittelklasse-Terrain. Die Bildschirme können einzeln oder gemeinsam genutzt werden. Vier verschiedene Varianten sind dabei möglich. So kann ganz klassisch nur einer der Bildschirme genutzt werden, allerdings können auch beide Bildschirme unabhängig voneinander verwendet werden, um beispielsweise auf der einen Seite die aktuellen Nachrichten zu lesen und auf dem anderen im Netz nach Veranstaltungen zu suchen. Es ist ebenfalls möglich, eine App übergreifend auf beiden Displays laufen zu lassen – zum Beispiel um ein Video auf dem großen Display zu schauen. Das Smartphone kann außerdem im sogenannten Spiegel-Modus genutzt werden. Dabei wird einer der Bildschirme auf die Rückseite des Smartphones umgeklappt, sodass sich auf der Front und auf der Rückseite ein Display befindet. Sitzen sich zwei Personen gegenüber können sie so das gleiche Bild sehen.

Der Rahmen ist das Problem

ZTE Stand IFA
Tomorrow never waits war 2016 das Motto für die Präsentation der Blade-Smartphones. Zum neuen Axon M hätte es ebenfalls gut gepasst.

Ganz so, wie es ZTE nun präsentiert hat, hatten wir uns das klappbare Smartphone nicht vorgestellt. Denn die beiden Displays wachsen irgendwie nicht richtig zusammen, wenn das Smartphone aufgeklappt ist. Die ideale Vorstellung ist einfach: Das Smartphone wird aufgeklappt und schon wird ein kleines zu einem großen Display – ohne Ränder und Unterbrechungen. Die Umsetzung ist allerdings umso schwerer, denn die Display-Panels sind nicht flexibel biegbar. ZTEs Lösung ist in Ordnung aber nicht ganz erster Klasse: Der Hersteller vereint zwar zwei Displays zu einem, diese sind aber leider durch einen dünnen Rahmen unterteilt. Der Nutzer hat also immer einen unschönen Bruch im Bild, wenn er eine App auf beiden Displays anzeigen lässt. Ob ZTE daran in Zukunft noch arbeitet und später vielleicht ein weiteres klappbares Smartphone auf den Markt bringt, hängt wohl vom Erfolg des Axon M ab. Fakt ist: Die Gerüchteküche hatte Recht. Anfang des Jahres wurde gemunkelt, dass 2017 das Jahr des faltbaren Smartphones sein würde. ZTE hat diese Vermutung nun wahr gemacht und damit vielen Gerüchteköchen sicher eine große Freude bereitet.

DJ Läzer

Kommentare (2)

  1. Sehr interessante Innovation,
    Aber …
    Leider scheint der Redakteur leicht abgehoben zu sein. Da die Mehrheit der Nutzer von Smartphones wahrscheinlich keine 6GB RAM und 4k Displays braucht, ist die Einordnung in die Mittelklasse eigentlich falsch, Full HD, 4GB RAM, ein Prozessor aus dem Vorjahr und 64 GB intern plus SD-Kartenerweiterung sind total ausreichend um alltägliche Dinge zu erledigen. Da man das Smartphone tendenziell aus Platz- und Handlichkeitsgründen einseitig benutzt, wird dann nur ein Display genutzt, was die Akkubedenken neutralisiert, außerdem würde eine höhere Auflösung hier auch einen höheren Energieverbrauch herbeiführen.
    Die wahrscheinlich unpassenste Aussage des Artikels ist, das es Selfie-Liebhaber stören würde nur 1 Kamera zu haben. Dafür hat das Gerät doch 2 Displays, 1 auf jeder Seite. Somit ist es gerade für Selfieliebhaber ideal, da der Hersteller nur eine Kamera mit 20 Megapixel verbaut. So muss der Selfie Nutzer lediglich das andere Display nutzen.
    Generell sollte man als Redakteur mal überlegen, was für die Mehrheit der Menschen relevant ist und danach auch die wertenden bzw. abwertenden Entscheidungen treffen.

    1. Hallo Flo,

      wir freuen uns, dass Du Dich kritisch mit unserem Artikel auseinandersetzt. Dass Du die Einordnung als Mittelklasse-Smartphone nicht unterstützt, können wir durchaus nachvollziehen. Eine deutlich bessere Einordnung wäre 2016er High-End gewesen – denn mit dem Prozessor ist das Smartphone leider nicht mehr ganz zeitgemäß unterwegs. Auch die Full HD-Auflösung passt nicht gerade zu einem 2017er High-End-Smartphone.
      Mit der Einordnung des Smartphones als Mittelklasse-Gerät haben wir allerdings keine Aussage darüber getroffen, ob das Gerät für den Alltag ausreicht. Wir sind durchaus auch der Meinung, dass dieses Smartphone bei einem normalen Nutzer sicher keine Wünsche offen lässt. Dass die Mehrheit unserer Leser damit vollkommen zufrieden wäre, wollten wir damit nicht in Frage stellen und auch das Smartphone in keiner Weise abwerten. in Puncto Selfie-Kamera hast Du durchaus Recht.
      Bei den Akkubedenken bleiben wir. Denn was nützt ein Smartphone mit zwei Displays, wenn nur eines genutzt wird? Die beiden Displays dürften ordentlich am Akku zerren – wie sehr sich das im Alltag bemerkbar macht, müssen Tests zeigen.

      Beste Grüße
      Dein Team von DEINHANDY.

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