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Sonitus: Telefonieren über die Knochen?

Telefonieren über Knochen
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Die US-Firma Sonitus Technologies hat ein System für drahtlose Kommunikation entwickelt: Das Gerät heißt Supersense und wird am Zahn angebracht. Von dort leitet es Frequenzen über die Kiefer-Knochen direkt ins Ohr-Innere.

Die ein- und ausgehende Kommunikation findet bei Supersense durch ein sogenanntes Zahn-Mikrofon statt, das am oberen Backenzahn mittels Schnappverschluss befestigt ist. Es besteht aus einem wasserdichten Mikrofon, Lautsprecher und Akku.

Der Lausprecher wandelt Schall in Schwingungen um, die über die Kiefer-Knochen in das Innenohr gelangen und dort wieder in Schall übersetzt werden. Es wirkt so, als ob die Sprache direkt aus dem Kopf kommt. Gleichzeitig ist es möglich Geräusche von Außen mit dem Ohr aufzunehmen.

Wenn der Nutzer spricht, wird der Schall per Magnetinduktion an ein dazugehöriges Halsband übertragen und von dort gesendet. Dabei erfasst das Mikrofon sowohl Flüsterniveaus als auch lautes Spreche ohne Probleme. Lautes Sprechen ist jedoch bei geräuschvollen Umgebungen nicht erforderlich, da das Mundmikrofon von externen Störquellen wie Wind oder Wasser gut abgeschirmt ist. Es überträgt einzig die Stimme des Nutzers. Die Batterie lässt sich kabellos aufladen und reicht bis zu zehn Stunden. Eine kabellose Fernbedienung bedient das System.

Sonitus-System bereits getestet

Die US-Armee hat Supersense bereits erfolgreich erprobt. Sowohl die United States Air Force, die Fallschirmrettung der US-Luftwaffe als auch ein Rettungsteam setzten das Gerät ein. Dabei hat die Technologie so überzeugt, dass das amerikanische Verteidigungsministerium Sonitus mehrere Millionen US-Dollar zur Verfügung stellt, um das Gerät weiter zu optimieren.

Hier liegt auch die vordergründige Zielgruppe: Denn die Technik lässt sich problemlos mit Helmen sowie Atem- und Gehörschutz des Militärs kombinieren.

Idee der Knochenübertragung schon bekannt

Mit ihrer Idee von Klang-Übertragung via Knochen ist Sonitus nicht allein. Die Firma Aftershokz bietet die kabellosen Kopfhörer Trekz Titanium an, bei denen die Übertragung von Frequenzen ebenfalls über Knochen stattfindet. Sie sehen aus wie ein Bügel mit zwei kleinen Lautsprechern. Der Clou: Die Kopfhörer werden nicht auf die Ohren gesetzt, sondern auf den Knochen davor. Das hat den Vorteil, dass immer noch ein Ohr für das Geschehen auf der Straße frei ist.

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Kommentare (1)

  1. Hört sich sehr interessant an. Frage ist, wenn man das Thema „Stahlenbelastung“ mit einbezieht, ob es dieser Technik keine gesundheitlichen Schädigungen auf langer Sicht gibt. Rein von der technischen Umsetzung, sehr überzeugend.

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