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Kosten SMS-TAN bald extra?

Online-Banking
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Heute tagte der Bundesgerichtshof, wegen einer Anklage von Verbraucherschützern gegen die Kreissparkasse Groß-Gerau. Sollte der BGH Extragebühren für SMS-TAN für rechtswidrig halten, dürfte der Service bald flächendeckend kostenlos sein. Doch das ist längst nicht ausgemacht: Entscheidet der BGH für die SMS-Gebühr, könnte das Online-Bankings bald überall extra kosten.

Viele Bankkunden nutzen heutzutage Online-Banking. Kein Wunder – Der Service spart den lästigen Weg zur Bankfiliale und damit eine ganze Menge Zeit. Überweisungen werden bequem über das Smartphone oder den Computer im Internet abgewickelt.
Doch Bequemlichkeit hat ihren Preis, denn auch kriminelle Hacker können mit wenigen Klicks ganze Konten leerräumen. Um sich vor Bankräubern im Netz zu schützen, gibt es ein Sicherheitsverfahren: Jede Online-Überweisung wird mit einer sogenannten Transaktionsnummer – kurz TAN – verschlüsselt. Diese wird dem Überweisenden per SMS zugeschickt, um auszuschließen dass ein Fremder die Transaktion durchführt.

Verbraucherschützer fordern: SMS-TAN muss inklusive sein

SMS-TAN für 10 Cent?Neuester Trend: Der Kunde soll die Kosten für die SMS-TAN tragen. So auch bei der Kreissparkasse Groß-Gerau in Hessen. Die verlangt zusätzlich zu den zwei Euro Führungsgebühren für das Online-Konto auch noch zehn Cent für jede SMS-TAN. Dafür wurde die Bank von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verklagt. In den letzten Instanzen hatte die Bank Recht bekommen. Mittlerweile steht der Fall vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Nach Auffassung der Verbraucherschützer sind Extrakosten für den Service nicht gerechtfertigt, da es sich nicht um eine Sonderleistung handelt, sondern um einen notwendigen Schritt, um die Online-Überweisung überhaupt durchführen zu können. Bankenexperte Frank-Christian Pauli vergleicht das System anschaulich mit einem Hotel: Dort wäre es absurd, wenn der Hotelgast jedes Mal zahlen müsste, wenn er die Schlüsselkarte zu seinem Zimmer benutzt. Die Forderung der Verbraucherschützer ist klar – Die SMS-TAN soll zukünftig von allen Banken in Deutschland kostenlos angeboten werden.

Banken wollen Kosten für SMS-Service erheben

Im Augenblick gibt es keine allgemeine Regelung, die bestimmt wer für die Kosten aufkommt. Tatsächlich entscheidet jede Bank selbstständig, ob der Kunde für den Service zahlen muss. Sparkassenkunden bekommen die SMS-TAN zum Beispiel kostenlos und können den Sicherheitscode auch über eine App oder dem TAN-Generator empfangen. Andere Banken versprechen fünf kostenlose SMS-TAN pro Monat. Im ungünstigsten Fall ziehen bald alle an einem Strang, dann könnte ein Kostenmodell, wie das Angeklagte der Kreissparkasse Groß-Gerau allgemeingültig werden. Dann müssten alle Kunden, die Online-Banking nutzen wollen, einen festen Betrag pro SMS-TAN zahlen.

Urteil steht noch nicht fest

Die heutige Verhandlung ist zwar abgeschlossen, auf ein Urteil wollten sich die Karlsruher Richter aber noch nicht festlegen. Das soll erst am 25. Juli verkündet werden, bis dahin sei alles offen. Doch die Chancen auf den Erfolg der Klage stehen nicht gut. Denn bereits im Mai 2015 scheiterten die Verbraucherschützer vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt am Main mit dem gleichen Anliegen. Das Gericht entschied, dass die Sparkasse nicht verpflichtet ist das SMS-TAN-Verfahren bereitzustellen. Damit handelt es sich um eine freiwillige Sonderleistung, für die Extrakosten erhoben werden dürfen.

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