Startseite News & Trends Kommen Apples AirPods noch später?

Kommen Apples AirPods noch später?

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Distinktion funktioniert wie Ostern. Könnte man sich ja auch schenken, die dämliche Eiersuche und die bunten Dinger einfach so verfrühstücken. Aber was ist schon besonders an einer Sache, die jeder haben kann – so ganz ohne Mühe? Ähnlich klappt das auch mit anderen Dingen. Zum Beispiel mit Kopfhörern.

Apple war schon immer gut darin, einen Bedarf zu wecken, wo eigentlich keiner war. Wer 286er doof fand, kaufte sich einen Macintosh. Als PCs grau waren, wurden iMacs bunt. MP3-Player gab es schon, und trotzdem räumte der iPod alles ab, und Warteschlangen für iPhones sind inzwischen nicht mal Regionalblättern noch eine Meldung wert. Und so vergehen 30 Jahre Technikgeschichte, Designgeschichte und Preisbewusstsein.
Preisbewusstsein nach oben, versteht sich. Ja, ja. Stichwort „schöpferische Zerstörung“; gewiss. Altes muss dem Neuen weichen.

Apple-CEO Tim Cook
Unter Aktionärsbeobachtung: Apple-CEO Tim Cook.

Aber Apple wäre nicht Apple, wenn Fortschritt nicht auch mit einer gehörigen Portion Ignoranz einherginge. Jedes Jahr ein neuer Anschlusstyp? Speicher-Upgrade zum Preis einer Städtereise? Tschüssi, Kopfhörerbuchse? Das gibt’s nur beim weißen Riesen.
In jeder zwischenmenschlichen Beziehung hätten sich die meisten von uns längst nach Alternativen umgeschaut, wenn der eine Partner den anderen mit immer neuen Zumutungen bedrängt, um ihn einem ungenannten Ideal näherzubringen. Nicht so echte Apple-Jünger. Wir sind treue Masochisten, die ihr Quäntchen Leid stoisch ertragen, angetrieben vom Bewusstsein, auf der „richtigen“ Seite des Fortschritts zu stehen. Jüngster Streich: Der fehlende Klinkenstecker des iPhone 7.

Lassen wir das Wohl und Wehe dieses Schritts mal dahingestellt, und auch ob eine permanent am Kopf getragene Strahlenquelle wirklich eine so gute Idee ist; Apple jedenfalls ist abermals bereit, einen weiten Schritt zu gehen, um einer neuen Technologie zum Durchbruch zu verhelfen. Koste es den Kunden, was es wolle – und sei es eben Zeit. Wer ein iPhone 7 nach langen Wochen des Wartens endlich sein eigen nennt, darf sich getrost nach einem Bluetooth-Kopfhörer der Konkurrenz umsehen.

Besser später als spät: AirPods erst im Frühjahr?

Neil Cybart, Tech-Analyst und Twitterer erläuterte bereits Ende November, wie Apple seiner Ansicht einmal mehr Geduld fordert, um eine Innovation stärker – und damit einträglicher zu positionieren: Diesmal geht es um Apples neue kabellose Kopfhörer, die kontrovers diskutierten AirPods. Bereits im Oktober hatte Cupertino die ursprünglich parallel zum iPhone 7 avisierten Audio-Träger verschoben. Gerüchteweise galt als ausgemacht, dass die AirPods dann im Januar 2017 tatsächlich erscheinen würden.

Für Cybart macht ein solcher Starttermin aus betriebswirtschaftlicher Sicht keinen Sinn. Denn warum das wichtige Weihnachtsgeschäft aus der Hand geben – mitsamt Black Friday und Cyber Monday und ausgerechnet dann starten, wenn im Handel Saure-Gurken-Zeit herrscht?
Sinnvoller sei demnach ein Release im Frühjahr, wenn die Konsummüdigkeit nach den Feiertagen verflogen sei – und die halbe Wegstrecke bis zum nächsten iPhone-Release übrigens auch schon wieder vollbracht ist.

Traurig, aber wahr – Kalkül spielt eine Rolle

Und noch etwas darf hier nicht vergessen werden: Apple-CEO Tim Cook hatte sich zuletzt heftiger Kritik bei der Vorstellung der Konzern-Bilanz zu erwehren. Drei Geschäftsjahre hintereinander musste sich der ewig verwöhnte Börsenliebling mit sinkenden Gewinnen zufriedengeben. Es wäre also wahrlich kein Wunder, zielte Apple noch deutlicher als sonst auf einen möglichst gewinnträchtigen Erscheinungstermin.

So bleibt iPhone-7-Kunden erst einmal nichts anderes, als auf Bluetooth-Kopfhörer anderer Hersteller auszuweichen – oder aber per Adapter das zu nutzen, was seit Jahrzehnten ohne Probleme funktioniert: Den guten, alten Klinkenhörer.

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