Startseite News & Trends Same same, but different? LG G6 vs. HTC U Ultra

Same same, but different? LG G6 vs. HTC U Ultra

Same same, but different? LG G6 vs. HTC U Ultra
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Groß war die Begeisterung (oder Anteilnahme?), als LG im Rahmen des diesjährigen MWC vor wenigen Tagen sein neues Flaggschiff LG G6 vorstellte. Edles Glasgehäuse, solide Hardware und ein neuer Formfaktor machen berechtigte Hoffnung auf einen gelungenen Neustart. Wäre da nicht ein Smartphone, das auf derselben Klaviatur spielt: Das HTC U Ultra. Unser Vergleich der beiden Ungleichen.

Die Ausgangslage

LG G6
Der Star des Mobile World Congress: Das LG G6.

Ob HTC oder LG: Beide Hersteller stehen im langen Schatten des ewigen Branchenprimus‘ Samsung. Weil die Konzernführung die Gelegenheit zum Einstieg ins Smartphone-Geschäft mehrfach verschlafen hat, trat man bei LG lange Zeit auf der Stelle. Erst die 2012 ins Leben gerufene G-Reihe schien technisch überhaupt in der Lage, zur Spitze aufzuschließen. Seitdem versucht Koreas zweiter Großkonzern mit mutigen Designs (Lederrücken!), unkonventionellen Display-Varianten wie dem LG Flex oder Hardcore-Leistungsmaschinen wie dem LG V20, den Anschluss zu finden. Das letztjährige LG G5 mit seinen „Friends“ getauften Aufsteckmodulen begeisterte zwar die Fachpresse, fand aber beim Kunden keinen rechten Anklang. Das LG G6 soll nun die letzten Zweifel ausräumen, dass perfekte Smartphones nicht nur von Samsung, sondern auch von LG stammen können.

In Schönheit erstarrt: HTC wiederum fristet heute ein Dasein als verblassender Stern am Smartphone-Himmel. Vom Ruhm des einstigen Umsatzbringers HTC One ist nicht mehr so recht viel übrig. Zu mutlos, zu sehr auf Kontinuität gepolt waren die One-Flaggschiffe und Desire-Ableger der letzten Jahre. Das Festhalten am anfangs vielgepriesenen Metall-Unibody ließ HTC bald veraltet wirken: Andere Hersteller zeigten sich in puncto Design weitaus wandelbarer und moderner. Wer aber schon mit dem ersten Eindruck nicht überzeugen kann, der hat kaum eine Chance, Kunden auf den zweiten Blick für sich zu gewinnen. HTC befindet sich auf dem deutlich absteigenden Ast und versucht jährlich aufs Neue zu beweisen, dass man sich mit den Großen messen kann. Dabei spielt das Unternehmen zumindest in puncto Smartphones kaum noch eine Rolle auf dem Markt.

Design und Erscheinungsbild

Mit dem G6 geht LG neue Wege, vor allem in puncto Design. Standen die Smartphones des Unternehmens in den vergangenen Jahren eher für einen gewissen Aufbruch und eine Freude an Experimenten, besinnt sich LG nun auf die Wünsche seiner Kunden. Statt auch in diesem Jahr Unerprobtes auszuprobieren, schlägt LG nun in die gleiche Kerbe wie Samsung und Apple. Metall und Glas zieren den wasserfesten Unibody des Smartphones und lassen es weitaus edler wirken als seine Vorgänger. Schon allein dafür erntet das Unternehmen viel Zustimmung in der Presse. Der große Unterschied zu Samsung und Co.: Das neue FullVision-Display und die schmalen Ränder. Das Display des Smartphones nimmt fast 80 Prozent des Bodys ein – LGs neues Design ist damit vor allem effizient.

Neues Produkt, neues Design, neues Glück? Bei HTC ist das neue Design durchaus gelungen. Das HTC U Ultra wirkt weniger robust und edler als seine Vorgänger. Neben den Designs der großen Konkurrenz kann es sich damit durchaus sehen lassen. Hochwertiges Saphirglas trifft hier auf eine neue Farbigkeit, die sich HTC zuvor so nie getraut hatte. Schon in dem neuen Erscheinungsbild zeigt sich das Umdenken des Unternehmens, das vorher vor allem gegen den Strom schwamm.

Die Hardware

Dass LG sein neues Flaggschiff ohne den neuesten Qualcomm-Prozessor präsentiert, scheint ein absolutes No-Go zu sein. Allerdings blieb dem Unternehmen aufgrund eines Deals zwischen Samsung und Qualcomm kaum eine andere Wahl. Um sich einen Vorsprung zu sichern, entschied sich LG dafür, sein neues Smartphone vor Samsung zu präsentieren und dafür einen älteren Prozessor zu verbauen. Der im G6 verbaute Snapdragon 821 ist ein sehr starker Prozessor, der in LGs neuem Flaggschiff mit satten 2,35 Gigahertz taktet. Kürzere Bootzeiten, schnellere Downloads: Er eignet sich sowohl für Multitasking als auch für die Benutzung mit Android 7.1 und ist mit einem verbesserten Grafikprozessor ausgestattet. Zusammen mit 4 GB RAM sollte sich das LG G6 nur schwer von der Konkurrenz abhängen lassen. Der starke Akku sollte zudem dafür sorgen, dass dem Smartphone nicht so schnell die Puste ausgeht. Hier hat LG deutlich zugelegt und eine starke 3.300 mAh-Batterie verbaut. In puncto Speicher bewegt sich LG in bekannten Gefilden: 32 Gigabyte, die um bis zu satte 2 Terabyte erweitert werden können, stehen hier bereit.

HTC U Ultra
Das HTC U Ultra erschien bereits Anfang Januar.

Sein HTC U Ultra präsentierte HTC bereits Anfang Januar und kündigte kurz darauf an, im Laufe des Jahres noch ein weiteres Flaggschiff mit dem Qualcomm Snapdragon 835 auf den Markt zu bringen. Für diesen hatte die Zeit nicht mehr gereicht. Auch HTC setzt deshalb den Snapdragon 821 ein, lässt dessen Kerne aber mit nur maximal 2,15 Gigahertz takten. Der Unterschied zum LG G6 sollte sich vor allem bei anspruchsvolleren Aufgaben bemerkbar machen, im Alltag aber weniger auffallen. Wieso sich HTC sich hier nicht mehr traut, ist unklar. Schließlich wird die maximale Taktung der Prozessorkerne mit 2,4 Gigahertz angegeben. Auch wenn es bereits ein 2017er Flaggschiff gibt, hat HTC bereits angekündigt, dass ein weiteres Flaggschiff mit dem Snpadragon 835 erscheinen wird, sobald dieser verfügbar ist. Hinsichtlich des Akkus hängt HTC ebenfalls ein wenig hinter LG zurück – Es wurde lediglich ein Akku mit 3.000 mAh verbaut. Dafür gibt es mit 64 GB internem Speicher doppelt so viel Platz auf dem HTC U Ultra.

Kamera und Ausstattung

Zahlreiche Hersteller setzen aktuell auf die Dual-Kamera. LG hatte in seinem letzten Top-Smartphone zwei Linsen verbaut und so einen Weitwinkel von 135 Grad ermöglicht. Auch in diesem Jahr soll es ein Weitwinkel sein, allerdings werden keine 135 Grad mehr erreicht. LG setzt beim G6 auf zwei Sensoren mit je 13 Megapixeln. Dabei können Bilder im typischen 71-Grad-Winkel und mit 125 Grad geschossen werden. Zudem gibt es in diesem Jahr auch für die Frontkamera ein Weitwinkel-Upgrade. Die Linse an sich wird bei LG allerdings ein wenige stiefmütterlich behandelt. Gerade einmal 5 Megapixel gesteht der Hersteller ihr zu. Dafür können dann aber auch Fotos mit 100-Grad-Weitwinkel geschossen werden – zumindest ein Trost.

Es kommt selten vor, dass Hersteller auf der Vorderseite eine Kamera mit mehr Megapixeln verbauen als auf der Rückseite. Die Frontkamera des U Ultra kann mit 16 Megapixeln und einer Weitwinkelfunktion überzeugen. In Zeiten des Selfies erscheint es schon fast seltsam, dass die Smartphone-Hersteller sich nicht alle auf eine stärkere Frontkamera konzentrieren. Die Hauptkamera des U Ultra ist mit 12 Megapixeln ausgestattet, dank HTCs UltraPixel-2-Technologie sind die Pixel hier aber deutlich größer als die der Frontkamera und erfassen so mehr Licht.

Fazit: Der Preis entscheidet

Das LG G6 und das HTC U Ultra sind ebenbürtige Konkurrenten. Dabei hat LG im Gegensatz zu HTC für sein neues Flaggschiff bereits eine ganze Menge Vorschusslorbeeren kassiert. Ebenso war es auch beim Vorgängermodell des G6. Damals hatte die Fachpresse LG vor allem für seine Innovation gelobt – Viele Kunden konnte der Hersteller allerdings nicht zum Kauf überzeugen. Das G6 zeichnet sich jedoch weniger durch Innovation als durch edles Design aus. LG hat die Wünsche seiner Kunden ernst genommen und könnte mit dem schicken Gerät durchaus Erfolg haben – mit der richtigen Preisgestaltung. Denn auf der anderen Seite steht die starke Konkurrenz von HTC. Das HTC U Ultra ist zwar in puncto Hardware tatsächlich ein weniger schwächer, lockt dafür aber mit einem individuelleren Design. Doch HTC steht sich vermutlich mit seinen eigenen Preisvorstellungen im Weg: 749 Euro verlangt der Hersteller für das Flaggschiff-Smartphone. Sollte LG den Preis für sein Top-Gerät darunter ansiedeln, ist fast schon klar, wer hier das Rennen macht.

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