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Apple soll iPhone-Drosselung lange vertuscht haben

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Die Diskussion um die iPhone-Drosselung bei leistungsschwachem Akku nimmt offenbar überhaupt kein Ende mehr. Im Gegenteil: Neue Stimmen behaupten inzwischen, dass Apple die Drosselung sogar absichtlich vertuscht habe.

Was bisher geschah…

Lithium-Ionen-Akkus, wie sie auch in iPhones verwendet werden, lassen irgendwann in ihrer Leistung nach. Das ist kein für Apple reserviertes Problem, sondern ein generelles. Durch die chemischen Prozesse innerhalb des Akkus nimmt die Spannung irgendwann ab. Dann kann es vorkommen, dass sich das Smartphone beim Starten einer App oder auch beim Empfangen einer Nachricht plötzlich abschaltet, weil die Spannung des Akkus für die geforderte Leistung schlicht nicht mehr ausreicht.

So weit, so bekannt. Apple hat für dieses Problem eine eigene Lösung entwickelt. Das Gerät schaltet sich nicht plötzlich ab, sondern drosselt die Leistung des Prozessors. Einziger Haken an der Sache ist die fehlende Kommunikation von Seiten des Herstellers. Das Feature wurde nicht angekündigt und auch die Geräte selber weisen nicht darauf hin, dass es zu einer Leistungs-Drosselung kommt, um den Akku zu schonen.

Und so ging es weiter…

Apple bestätigte die Gerüchte um die Drosselung im Dezember. Jetzt werden neue Stimmen laut, dass das Unternehmen seinen Kunden die Informationen absichtlich vorenthalten habe. Nutzer sollen so im Zweifelsfall dazu verleitet werden, ein komplett neues Gerät – natürlich ein iPhone – zu kaufen und nicht nur einen neuen Akku.

Kyle Wiens, CEO des Reparaturdienstleisters iFixit, verweist darauf, dass es iPhone-Benutzern nicht möglich ist, über ihr Gerät genauere Akku-Informationen zu ermitteln. Über einen Mac sei das mit Bordmitteln gut möglich, wieso also nicht über die Handys selbst? „Dass sie (die Hersteller) über den Zustand des Akkus auf dem Mac Aufschluss geben können, aber auf dem iPhone ein Geheimnis daraus machen, ist absurd“, so Wiens. Weiter heißt es: „Die Batterie verschleißt (…). Sie haben so getan, als würde sie nicht verschleißen. Sie haben Milliarden von Dollar mit dieser Behauptung verdient.“

Auch Rogerio Hirooka, Gründer von Lirum Labs, äußert sich kritisch. Seine Firma entwickelte eine spezielle iOS-App, um die Akkuleistung überwachen zu können. Apple habe zuerst ein Update der App „aus Sicherheitsgründen“ abgelehnt und das beinahe zeitgleich mit der inzwischen nachgewiesenen Einführung der Drosselung. Im Dezember 2017 wurde dann die komplette App zurückgewiesen – kurz bevor die Drosselung bekannt wurde. Als Grund dafür nannte der Hersteller „potentiell falsche diagnostische Funktionen“, die die Kunden verwirren könnten.

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Wenn der Akku nachlässt, wird automatisch die Leistung gedrosselt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist Apples Lobbyarbeit gegen das „Recht auf Reparatur“, das in den USA gerade stark diskutiert wird. Es soll Nutzern den Zugang zu Ersatzteilen und günstigeren Reparaturen ermöglichen. Große Hersteller bauen seit Jahren sogenannte Reparaturmonopole auf, indem sie den Verkauf von offiziellen Ersatzteilen unterbinden und die Reparatur nur von eigens autorisierten Händlern durchgeführt werden kann. So wird beispielsweise auch der Akkutausch erschwert.

Wiedergutmachung in Form eines neuen iPhone-Updates

Apple-Konzernchef Tim Cook räumte Fehler bei der Kundentransparenz ein, die Vorwürfe selbst wollte er jedoch nicht kommentieren.

Immerhin hat Apple ein neues iOS-Update für 2018 angekündigt, das es iPhone-Benutzern nicht nur möglich machen soll, ohne Probleme ihre Akku-Informationen abzurufen. Benutzer sollen in Zukunft die Drosselungs-Funktion selbst konfigurieren können. Außerdem wurde allen Betroffenen für ihre Geräte ein Nachlass auf den Akkuwechselpreis von 79 auf 29 Dollar (das entspricht ca. 63 und 23 Euro) angeboten.

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