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Statt Baby: Storch bringt hohe Handyrechnung

Storch Handyrechnung
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So kann’s gehen: Du wartest auf den Storch und wenn er da ist, fällst Du aus allen Wolken. So ähnlich, nur ohne Baby-Geschrei in den Ohren, haben sich wohl auch die polnischen Forscher gefühlt, die einen Storch mit einem GPS-Tracker ausgestattet haben. Denn wider erwarten kam der Vogel nicht zurück, sondern blieb im Sudan und vertelefonierte rund 2300 Euro.

Polnische Forscher der Umweltorganisation „EkoLogic“ dürften nicht schlecht gestaunt haben, als eine umgerechnet 2300 Euro teure Handyrechnung ins Haus flatterte – und das ist fast buchstäblich gemeint, denn verantwortlich für den hohen Betrag war der Weißstorch Kajtek, den die Forscher seit August 2017 beobachteten. Um seine Flugroute verfolgen zu können, statteten sie den Vogel mit einem GPS-Tracker aus, der offenbar irgendwo auf der Reise über den Jordan ging.

Um einen GPS-Tracker zu nutzen, ist eine SIM-Karte notwendig

Telefonier-freudiger Vogel bleibt im Niltal

Im Februar 2018 erwartete die Umweltschutzorganisation eigentlich, dass Kajtek sich auf den Rückweg machte. Zuvor war er bereits im Bosporus und im Jordantal. Dem Vogel schien es im Sudan allerdings gut zu gefallen, denn anstelle einer Rückreise, konnte mittels GPS-Tracker eher eine kleine Rundreise festgestellt werden. Der Storch verharrte im Niltal und machte jeden Tag rund 25 Kilometer lange Ausflüge. Spätestens jetzt wurde den polnischen Umweltschützern klar, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugehen konnte – oder aber sie haben die Gewohnheiten des urlaubsbedürftigen Storchs schlicht falsch eingeschätzt.

Handyrechnung GPS
Im Niltal ging das GPS-Signal des Vogels verloren.

Wäre es nur bei dem seltsamen Signal geblieben, hätten sich die Forscher möglicherweise geärgert, sich jedoch schnell ein neues Versuchsobjekt gesucht. Plötzlich trudelte allerdings eine hohe Handyrechnung bei der Organisation ein – offenbar hatte jemand etwa 20 Stunden lang mit der SIM-Karte im GPS-Tracker telefoniert. Kajtek wollte nicht etwa seine Familie über die verlängerten Ferien informieren, sondern offenbar hat jemand die SIM-Karte aus dem GPS-Tracker gestohlen und sie zum Telefonieren verwendet. Die Forscher können jedenfalls froh sein, dass der Storch nicht im Internet gesurft und stundenlang Spotify-Songs gestreamt hat, denn ohne Internet-Flat wäre die Rechnung sicherlich noch höher ausgefallen.

Wo steckt Kajtek jetzt?

Der Aufenthaltsort des Storchs ist unbekannt und den Forschern fehlt jeder Anhaltspunkt, was mit dem Tier passiert sein könnte. Vielleicht hat Kajtek den GPS-Tracker bemerkt und in „James Bond“-Manier versucht, seine Verfolger abzuschütteln. Schön wäre es jedenfalls, wenn der Vogel wohlauf in seinem Nest säße und sich ins Federkleid lachen würde.

Was die Forscher angeht: Sie möchten gegen die Rechnung Beschwerde einlegen. Ob das funktioniert, ist fraglich. Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass horrende Handyrechnungen, wenn auch ungewollt entstanden, trotzdem bezahlt werden müssen.

Umweltschutz mit DEINHADNY

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