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Das Display, das sich selbst heilt

Das Display, das sich selbst heilt
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Wissenschaftler der University of California, Riverside, haben ein Material entwickelt, das Displayreparaturen in Zukunft überflüssig machen könnte. Eine spezielle Zusammensetzung sorgt dafür, dass das Display Kratzer und Brüche selbst heilen kann.

Der Displaybruch ist der häufigste Defekt an Smartphones. Zwar werden die Geräte immer stabiler, Displays bleiben aber weiterhin sehr empfindlich. Ein scharfer Gegenstand in der Tasche oder ein Sturz reichen schon aus, und der Bildschirm hat einen Kratzer oder ist gebrochen. Dem Besitzer bleibt häufig nur eine Reparatur oder der Austausch des Geräts. Das könnte sich bald ändern: Wissenschaftler haben ein Material erfunden, das sich selbst heilen kann.

Wird das Material beschädigt, klebt es sich in weniger als 24 Stunden wieder zusammen und der Kratzer ist nicht mehr zu sehen. Diese Fähigkeit wird Ion-Dipole Interaction genannt. Ionen und Moleküle interagieren miteinander, bewegen sich aufeinander zu und bessern so den Kratzer oder Bruch aus. Das neue Material besteht aus einem ionischen Salz und einem dehnbaren Polymer. Dadurch kann es sich nicht nur selbst heilen, sondern auch auf das bis zu 50-fache seiner Größe gedehnt werden.

Das erste Material seiner Art

Pflaster auf Smartphone
Kaputtes Display? Nach 24 Stunden ist kein Kratzer mehr zu sehen.

Ähnliche Materialien gibt es bereits und sie werden auch eingesetzt, beispielsweise auf der Rückseite des LG G Flex. Hier schafft es die Oberfläche, Kratzer innerhalb von zwei Minuten verschwinden zu lassen. Das Problem: Bisher entwickelte Stoffe sind nicht leitfähig und können daher nur für Oberflächen eingesetzt werden, die keinen weiteren Zweck erfüllen als den Schutz der Technik. Das Display hingegen wird als Touchscreen auch für die Steuerung des Geräts benötigt und muss leitfähig sein. Das neu entwickelte Material ist ein Durchbruch in der wissenschaftlichen Erforschung selbstheilender Materialien, weil es eben diese Eigenschaft besitzt. Damit ist es nicht nur für den Einsatz in Displays, sondern auch in Akkus geeignet.

Es gibt zwei Arten von Touchscreens:

Resistive Touchscreens reagieren auf Druck. Sie werden vor allem in Fahrkartenautomaten oder ähnlichen öffentlichen Geräten verwendet, die einen Touchscreen besitzen. Ihr Vorteil: Sie können auch mit Handschuhen verwendet werden. Der Nachteil: Multi-Touch und Wischgesten funktionieren mit ihnen nicht.

Im Smartphone befindet sich hingegen ein kapazitiver Touchscreen. Dieser reagiert nicht auf Druck, sondern auf die Leitfähigkeit des Fingers. Der Screen selbst besteht aus einem leitfähigen Material und reagiert ebenfalls nur auf leitfähige Materialien. Unsere Finger haben diese Eigenschaft. Berührt der Finger das Display wird Elektrizität an der berührten Stelle geleitet. So können nicht nur getippte Eingaben verarbeitet werden, sondern auch gewischte.

In drei Jahren Standard

Chemiker Chao Wang leitet die Untersuchungen zum selbstheilenden Material an der University of California. Er sieht die Technologie schon 2020 in Smartphones und Tablets. Er geht davon aus, dass sich die Art, wie wir mit unseren Smartphones umgehen, deutlich verändert. Auch der regelmäßige Tausch, wird an vielen Stellen nicht mehr nötig sein, was eine längere Nutzung von Smartphones bedeuten könnte. Das wiederum ist gut für die Umwelt und den Geldbeutel der Nutzer.

Samsung Galaxy S8

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