Startseite News & Trends 16 Euro im Jahr: Uganda hat jetzt eine WhatsApp-Steuer

16 Euro im Jahr: Uganda hat jetzt eine WhatsApp-Steuer

16 Euro im Jahr: Uganda hat jetzt eine WhatsApp-Steuer
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Wer sich noch an die Anfänge von WhatsApp erinnert, der weiß, dass der Dienst einst kostenpflichtig war. Mittlerweile ist der Messenger kostenlos auf der ganzen Welt nutzbar. In Uganda müssen Nutzer künftig trotzdem zahlen – auch für Facebook, Twitter und Co. Denn der Staat in Afrika hat nun die Einführung einer Steuer auf soziale Netzwerke eingeführt. Könnte eine WhatsApp-Steuer auch hier eingeführt werden?

Stell Dir vor Du müsstest dem Staat jährlich Geld dafür bezahlen, dass Du einen eigentlich kostenlosen Dienst nutzen kannst. Gibt’s doch gar nicht? Gibt es doch! Das ugandische Parlament hat in dieser Woche die Einführung einer Steuer für die Nutzung von Social Media beschlossen. Die Kosten fallen dem ersten Beschluss zufolge vorerst nur für die mobile Nutzung an. Wer die sozialen Netzwerke an einem Desktop aufruft, muss nichts zahlen.

So hoch ist die WhatsApp-Steuer.

Social Medai Icons auf Handydisplay
WhatsApp, Facebook, Twitter: wer diese und andere Social Media-Kanäle mobil nutzt, muss in Uganda künftig zahlen.

Wie genau die Steuer bezahlt werden soll ist bisher noch nicht bekannt. Möglichkeiten dafür wäre eine Erhöhung der Preise für Datenpakete oder aber eine pauschale Bezahlung pro Tag. In diesem Fall könnten Nutzer rund 200 Uganda-Schilling am Tag, also umgerechnet 5 Cent, bezahlen. Damit kommen auf jeden Nutzer Kosten in Höhe von bis zu 16 Euro im Jahr zu. Was erst einmal nach wenig klingt, muss ins Verhältnis gesetzt werden. Es handelt sich bei diesem Betrag um drei Prozent des jährlichen Pro-Kopf-Einkommens. In Deutschland wären das pro Person umgerechnet 1200 Euro WhatsApp-Steuer im Jahr.

Das ist der Sinn hinter der Steuer

Die Regierung des Landes begründet die Einführung mit der Bereitstellung der Infrastruktur für die Nutzung der Dienste. Die Rede ist vor allem von WLAN-Hotspots. Ganz schlüssig ist die Erklärung allerdings nicht, schließlich wird normales Surfen nicht besteuert. Kritiker hingegen vermuten, dass diese Maßnahme nur der Machtsicherung des Präsidenten Yoweri Museveni dient. Er ist seit 32 Jahren Präsident des Landes und fürchtet scheinbar im Internet organisierte Aufstände und Proteste. So ließ er schon zur letzten Wahl 2016 das mobile Netz im gesamten Land abschalten. Auch wenn die Armutsrate schon deutlich gesunken ist, ist ein großer Teil der Bevölkerung des Landes noch immer sehr arm. Mit der neuen Steuer könnten viele Ugander davon abgehalten werden, die sozialen Netzwerke überhaupt zu nutzen.

WhatsApp-Steuer: Auch in Deutschland möglich?

Die Besteuerung sozialer Netzwerke ist auch hierzulande ein Thema. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte erst vor einigen Tagen eine Steuerreform in Betracht gezogen. Mit der Datensteuer sollen demnach Unternehmen wie Google und Facebook besteuert werden. Wie genau das gehen soll will Merkel von Forschern wissen, die sie aufforderte, Vorschläge für eine Reform einzureichen.

„Die Bepreisung von Daten, besonders die der Konsumenten, ist aus meiner Sicht das zentrale Gerechtigkeitsproblem der Zukunft“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Daten seien Merkel zufolge der Rohstoff der Zukunft. In diesem Fall geht es allerdings nicht um eine Steuer, die die Bürger zahlen, sondern um einen Abgabe der Unternehmen, die vermutlich am Ende trotzdem wieder beim Bürger ankommt.

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