Startseite MWC 2017 Blackberry KEYone: Auferstanden oder auserzählt?

Blackberry KEYone: Auferstanden oder auserzählt?

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Ein Handy mit Tasten auf dem MWC – Das muss das Nokia 3310 sein! Oder doch nicht? Nein, denn auch Blackberry ist wieder da – 2017 erstmalig unter dem Dach der neuen Markenmutter TCL und mit seinem neuesten Revival-Streich, dem Blackberry KEYone. Außen Klassiker, innen pragmatisch. Ein echtes Blackberry eben.

Genau genommen hat nicht Blackberry ein neues Smartphone präsentiert, sondern gleich die Dachmarke TCL. Denn die ist seit vergangenem Jahr Besitzer der Markenrechte des ehemals in Kanada ansässigen Handy-Herstellers.
Mit dem Begriff „Smartphone“ tat man sich bei Blackberry zu Research-in-Motion-Zeiten schwer, das nun vorgestellte Blackberry KEYone hingegen hat alles, was ein Smartphones ausmacht – sogar ein vollwertiges Android als Betriebssystem. Obendrein dürfen sich eingefleischte Blackberry-Fans und Freunde der haptischen Eingabe einmal mehr über eine physische Tastatur freuen.

Satter Preis für ordentliche Hardware

Formatbedingt setzt Blackberry beim neuen KEYone auf ein mit 4,5 Zoll verhältnismäßig kleines Display; kaum verwunderlich, wird der Rest des verfügbaren Platzangebots doch für die Tastatur benötigt. Immerhin: 1620 x 1080 Pixel können problemlos als gelungener Kompromiss zwischen Full-HD und Seitenverhältnis gelten (3:2).

Damit kommt das KEYone auf einen soliden Mittelwert von 443 ppi. Klar, dass das Display – wie auch schon in der Vergangenheit ebenso als Touchscreen funktioniert – so weit ist man denn doch.

Dabei passen sich Display und Tastatur ebenso schnörkel- wie makellos in das Aluminiumgehäuse ein, auf der Rückseite ist jedoch nur Kunststoff verbaut. Ein Blick unter die Haube verrät, dass hier ein Snapdragon-Achtkerner 625 von Qualcomm arbeitet – unterstützt von 3 GB Arbeitsspeicher – Kein Rennpferd, aber angesichts der überschaubaren Pixelzahl absolut ausreichend. Positiv hervorzuheben ist der Akku mit 3505 mAh. Dennoch ambitioniert erscheint auf den ersten Blick der avisierte Endkundenpreis von 599€ Euro. Man hat wohl einen gewissen Ruf zu verlieren. Es bleibt abzuwarten, ob diese Zielmarke mittelfristig zu halten ist.

Ordentliches Beiwerk

Für den schnellen Schnappschuss setzt TCL beim Blackberry KEYone auf eine 12-Megapixel-Kamera mit Sony-Sensor. Die Autofokus-Technik ist modern, jedoch gegenüber den Flaggschiff-Hybridtechnologien der Konkurrenz ein wenig einseitig. Dafür gibt es immerhin LED-Blitz, vierfachen Zoom und 4k-Videoaufnahme. Mit einer Blende von f/2.0 dürften im Alltag keine gravierenden Schwierigkeiten in puncto Bildqualität auftauchen. Bei der Frontkamera gibt es immerhin 8 Megapixel. Der verbaute Speicher für Bilder und Filme beträgt standardmäßig 32 GB, lässt sich aber dank microSD spielend einfach um bis zu 2 TB erweitern.
Wirklich punkten kann und soll das KEYone hingegen mit den typischen Blackberry-Features, allen voran mit der klassischen Tastatur. Der heute unverzichtbare Fingerabdrucksensor ist fest in die Leertaste integriert, und für die Navigation auf dem Display gibt es ein Trackpad. Außerdem ist es möglich, einzelnen Tasten Kurzbefehle zuzuweisen.
Softwareseitig gibt es nebst Android 7.1 mit DTEK natürlich ein veritables Sicherheitspaket – und die Zusage des Herstellers, aktuellste Sicherheitsupdates monatlich auszuliefern.
Wir dürfen gespannt bleiben, ob es dem neuen Blackberry gelingt, ein Stück vom schwierigen Handymarkt zurückzuerobern. Der Ansatz “Mittelklasse-Hardware+Tastatur=Saftiger Endpreis” birgt auf den ersten Blick Tücken. Immerhin, die Kombination “Echtes Android+Tastatur” mag durchaus funktionieren, und vielleicht ist manch ein Nutzer sogar bereit, dafür den gehobenen Preis zu verschmerzen.

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