Huawei Mate 30 vs. Mate 20: Die Herbst-Flaggschiffe im Vergleich

Die Mate 30 Serie ist endlich da – ohne Android-Lizenz und ohne Verkaufsstart in Deutschland. Dennoch ist es spannend zu sehen, wo der chinesischen Handyhersteller mit den neuen Modellen seines Verkaufsschlagers hinwill. Deshalb haben wir uns die technischen Daten angeschaut: Huawei Mate 30 vs. Mate 20 – der Vergleich.

Das Huawei Mate 30 hat im Vorfeld viel Presse bekommen, und nicht von der Art, wie sie sich der chinesische Handyhersteller für seine Herbst-Flaggschiff-Reihe gewünscht hat. Im Mittelpunkt standen nicht technische Innovationen oder das Aushängeschild von Huaweis Premium-Smartphones, die Kamera, sondern das US-Handelsembargo und damit verbunden der Entzug der Android-Lizenz. Weil die Mate-30-Serie ohne Google-Dienste wie den Google Play Store auskommen muss, haben sich die Chinesen nun entschieden, auf einen Verkaufsstart in Europa zu verzichten und die Geräte vorerst auf dem asiatischen Markt zu vertreiben. Auch wenn das Mate 30 (Pro) hierzulande derzeit nicht gekauft werden kann, ist der Release für die Branche und für Smartphone-Fans spannend, zeigt die Herbst-Flaggschiff-Reihe doch den technischen state of art im Hause Huawei. Deshalb haben wir die Standardvariante unter die Lupe genommen und mit dem Vorgänger aus dem letzten Jahr verglichen: Huawei Mate 30 vs. Mate 20 – unser Urteil.  

Datenvergleich: Huawei Mate 30 vs. Mate 20

  Huawei Mate 30 Huawei Mate 20
Display
Auflösung
6,6 Zoll OLED
2.340 x 1.080 Pixel, 402 ppi
6,5 Zoll LCD
2.240 x 1.080 Pixel, 381 ppi
Prozessor Kirin 990 Kirin 980
Arbeitsspeicher 8 GB 4 GB
interner Speicher erweiterbar 128 GB
um bis zu 256 GB
128 GB
um bis zu 256 GB
Akku 4.200 mAh 4.000 mAh
Betriebssystem Android AOSP, EMUI 10 Android 9.0, EMUI 9.0
Kamera Triple-Kamera
16 MP + 40 MP + 8 MP
Triple-Kamera
12 MP + 16 MP + 8 MP
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Display und Design: Upgrade – klein, aber fein

In Sachen Display setzt Huawei optisch zunächst auf Altbekanntes und verpasst dem Mate 30 eine Notch. Die kleine Einkerbung am oberen Displayrand beherbergt die Frontkamera und sorgt – wie beim Vorgänger auch – dafür, dass der Bildschirm fast randlos bleibt und beinah im vollen Umfang genutzt werden kann. Soweit, so unspektakulär. Schaut man indes hinter die Oberfläche, dann ergibt sich ein anderes Bild. Technisch rüstet Huawei das aktuelle Herbst-Flaggschiff doch noch auf. Das Mate 30 kommt mit einem 6,6 Zoll großen OLED-Display daher, das mit 2.340 x 1.080 Pixeln bei 402 ppi in Full-HD-Plus auflöst und mithilfe des Anti-Blue-Light- und des Cinematic-Colour-Effektes für das perfekte Sehvergnügen sorgt.

Das Mate 20 verfügt indes über einen 6,5-Zoll-LCD-Bildschirm, der mit einer Auflösung von 2.240 x 1.080 Pixeln bei 381 ppi ausgestattet ist.

Huawei Mate 30 vs. Mate 20: Display

Damit ist das Mate 30 mit Blick auf Auflösung und Größe seinem Vorgänger zwar nicht haushoch überlegen, vielmehr sorgt die verbesserte Technologie von OLED bis zu diversen Effekten dafür, dass die Bildausgabe des aktuellen Vorzeige-Modells durch erstklassige Farbenwiedergabe sowie starke Sättigung und Kontrast glänzt.

Huawei Mate 30 vs. Mate 20: Leistung 4.0

Leistung und Ausdauer sind seit jeher das Aushängeschild von Huaweis Flaggschiffen. Wie zu erwarten, erfüllt der chinesische Handyhersteller mit Blick auf Prozessor und Akkulaufzeit erneut die Erwartungen der Fans. Gilt bereits das Mate 20 mit dem Kirin-980-SoC, dem 4 GB Arbeitsspeicher und dem 4.000 mAh starken Akku als High-Performer, setzen die Chinesen beim Mate 30 noch einen drauf.

Das aktuelle Vorzeigemodell ist mit dem kürzlich auf der IFA vorgestellten Kirin-990-Chip ausgestattet, der im neuen 7nm- EUV-Litografie-Verfahren hergestellt wird, eine Taktfrequenz von bis 2,86 GHz erreicht und dabei höchst energieeffizient arbeitet. Damit erbringt der Chip eine unnachahmliche Rechenleistung, die das Smartphone vermutlich wieder in die oberen Ränge diverser Benchmark-Listen verweisen wird. Zum flotten Arbeiten stehen dem Prozessor ganze 8 GB RAM zur Verfügung, für die Ausdauer sorgt der 4.200 mAh starke Akku, der in Zusammenarbeit mit dem energiesparenden Kirin-990 bei alltäglichem Gebrauch bis zu zwei Tage durchhält – ein Upgrade auf ganzer Linie also.

Einzig das Betriebssystem hinterlässt einen faden Nachgeschmack: Auch wenn die Benutzeroberfläche des EMUI 10 einen eleganten Eindruck macht, lässt sich das Fehlen einer Android-Lizenz nicht einfach kompensieren. Damit geht der Punkt trotz der technischen Aufrüstung an das Mate 20. Vorerst.

Fotoleistung: Die große Kamera-Show

An der Hauptkamera hat Huawei dieses Mal gründlich gebastelt und ordentlich Hand angelegt – nicht nur technisch, sondern auch optisch.

Huawei Mate 30 vs. Mate 20: Kamera

Ist die Triple-Cam des Mate 20 quadratförmig in der Mitte platziert, präsentiert uns der Handygigant beim Mate 30 eine rund angeordnete Triple-Cam mit einem zusätzlichen Laser Focus. Auch in Sachen Auflösung und Features haben die Chinesen nachgerüstet: Das Huawei Mate 30 verfügt über einen 16-MP-Ultraweitwinkelsensor mit f/2.2 Blende, einen 40-MP-Weitwinkelsensor mit f/1.8 Blende und einen 8-MP-Telesensor mit f/2.4 Blende. Ein Bildstabilisator (IOS), ein dreifacher optischer sowie ein 30-facher digitaler Zoom komplettieren Huaweis Kamera-Statement.

 

Im Gegensatz dazu kommen beim Mate 20 ein 12-MP-RGB-Sensor mit f/1.8-Blende, ein 16-MP-Weitwinkel-Sensor mit f/2.2-Blende und ein 8-MP-RGB-Sensor mit f/2.4-Blende zum Einsatz. Damit müsste das Mate 30 mit Blick auf Schärfe und Zoom seinem Vorgänger zumindest auf dem Papier überlegen sein, den Rest werden Tests zeigen. Ähnliches gilt für Video-Aufnahmen: Die Kamera unterstützt im Gegensatz zum Mate 20 4K-Videos mit 60 fps. In der Causa Selfie-Cam liegen die Huawei-Smartphones indes gleich auf. Eine souveräne 24-MP-Frontkamera knipst weiterhin hervorragende Fotos.

Features: gut vs. besser

Nun das i-Tüpfelchen: die Features. Und hier natürlich das wichtigste zuerst: Beide Mate-Modelle beherrschen das schnelle Laden. Während das Huawei Mate 20 Akkus mit 22,5 Watt auflädt, sichert das Huawei Mate 30 die Energieversorgung mit ganzen 40 Watt. Und das nicht nur per Kabel. Der große Pluspunkt des neuen Flaggschiffs ist das Wireless Charging. Im Gegensatz zum Mate 20, lädt der Nachfolger auch drahtlos, und zwar mit satten 27 Watt, ebenso wie sich das Gerät als PowerBank nutzen lässt. Ein weiteres interessantes Gimmick: Das Huawei Mate 30 blendet sensible Benachrichtigungen ein, wenn der Smartphone-Besitzer darauf blickt. Befindet sich indes eine andere Person im Blickfeld des Handys, blendet das Gerät die Nachrichten wieder aus. Sehr nützlich und neben Wireless Charging einer der Gründe, warum das Mate 30 beim Thema Features die Nase klar vorn hat.

Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn: Das Mate 30 ist ein erstklassiges High-End-Smartphone, das seinem letztjährigen Vorgänger in fast jeder Vergleichs-Kategorie einen Schritt voraus ist. Ob Prozessor, RAM, Akku, Kamera oder Display – Das Mate 30 verbucht zielsicher einen Sieg für sich. Aber ohne die Android-Lizenz, ist der technische Vorsprung nicht so viel Wert, wie er sein müsste. Ein Jammer. Das wird sich hoffentlich bald ändern. Das letzte Wort ist in Sachen Google-Dienste noch nicht gesprochen.

 

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