Fairphone 3 – faires, modulares Mittelklasse-Smartphone

In einer Berliner Wohnzimmeratmosphäre stellte das niederländische Unternehmen das neue Fairphone 3 vor. Es ist wie die Vorgänger modular aufgebaut, besteht aus konfliktfreien Rohstoffen und bietet Langlebigkeit. Journalisten und Blogger aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich waren im August der Launch-Einladung in die Hauptstadt gefolgt.

Fairness rund um die Smartphone-Herstellung hat sich die niederländische Firma zum Thema gemacht, möchte mit gutem Beispiel vorangehen und so die ganze Industrie verändern. Mit dem Ziel stehen sie nicht allein da, denn 170.000 Fairphones der ersten und zweiten Generation haben in den vergangenen Jahren Abnehmer begeistert. Jetzt hoffen die Herausgeber auf den großen Verkaufswurf. Insbesondere weil Umweltschutz und Ressourcen seit der Fridays for Feature-Bewegung in aller Munde sind und die junge Generation Wert auf Reparierbarkeit legt.

  1. Fairphone 3: Das steckt drin
  2. Designed to open: Repariere Dein Fairphone selbst
Fairphone 3

Anders als bei den Marktführern steht beim dritten Fairphone nicht technische Superlative im Vordergrund. Fairness ist das Ziel der Firma mit aktuell rund 70 Mitarbeitern. Im Kern der Produktion steht die Recyclebarkeit und der nachhaltige Abbau von Zinn und Wolfram, Kupfer und Kunststoff sowie Fairtade-Gold. Fairphone will insbesondere, dass es faire Arbeitsbedingungen für die Minen- und Montagearbeiter gibt. „Wer also ein Fairphone kauft, kann auf den ökologischen Fußabdruck um 30 Prozent schrumpfen, insbesondere wenn Teile im Smartphone ausgetauscht werden und das Handy für fünf Jahre genutzt wird“, so Eva Gouwens, CEO von Fairphone.

Fairphone 3: Das steckt drin

Das Gerät der Mittelklasse liefert Android 9 als Betriebssystem mit und Bloatware-Apps fehlen. Das heißt, es sind nur die Google-Apps, die Du brauchst, vorinstalliert. Social Media Apps musst Du zum Beispiel separat herunterladen. Android 9 mit dem neuesten Update wertet das modulare Gerät tüchtig auf. Die Kamera nimmt 4K Videos auf und die Fotos bis zu 12 Megapixel groß. Die Kamera bietet eine Funktion, mit der Du im RAW-Format aufzeichnen kannst.

Technische Daten
Display 5,7 Zoll, FUll HD+18:9 ratio

2160×1080 Pixels, Gorilla Glass 5

Größe 158 x 71,8 x 9,89 mm
Gewicht 187,4 Gramm
Betriebssystem Android 9
Performance Qualcomm Snapdragon 632
Speicher 64 GB interner Speicher, mit microSD bis zu
200 GB erweiterbar
Kamera 12 Megapixel Dual-Pixel Hauptkamera

8 Megapixel Frontkamera, 8-facher Zoom,
Dual LED Blitz

Anschlüsse und Sensoren USB-C, Dual Nano SIM, Fingerabdruckscanner
Akku 3.000 mAh Wechselakku
Media und Audio Stereolautsprecher, Kopfhöreranschluss

Designed to open: Repariere Dein Fairphone selbst

Fairphone 3 backDas modulare Konzept dient in erster Linie der Reparatur. Dafür kannst Du aber jedes Modul separat tauschen: Kamera (50 Euro), Akku (30 Euro), Display (90 Euro) und Lautsprecher (20 Euro). Das Fairphone 3 ist innerhalb weniger Minuten in Einzelteile zerlegbar und mit einem kleinen Schraubendreher setzen sich die Einzelteile wieder zusammen.

Optional verspricht der Hersteller Kabel-Kopfhörer, bei denen Du das Kabel ersetzen kannst, falls es mal kaputtgeht. Wer schon einmal einen ansonsten tadellosen Kopfhörer entsorgen musste, nur weil das Kabel gerissen war, wird das zu schätzen wissen. Es ist „designed to open“ – wie es auf dem Gerät selbst steht. Der nächste Vorteil: Du hältst es über die Jahre immer auf dem neuesten Stand.

Fairphone wird neben Deutschland in weiteren europäischen Ländern vermarktet: Niederlande, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Finnland und Norwegen.

Ob Fairphone hält, was es verspricht, wird sich in naher Zukunft zeigen, denn für das Fairphone 1 sind keine Austausch-Teile mehr lieferbar. Mit 450 Euro schwimmt Fairphone 3 im teureren Bereich der Mittelklasse-Smartphones. Dafür ist der Defekt einzelner Komponenten wirklich fair.

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