Startseite Entertainment Schon gewusst? Schon gewusst? Nomophobie – Die Angst vor dem Funkloch

Schon gewusst? Nomophobie – Die Angst vor dem Funkloch

Nomophobie
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Wer einem Kind das Smartphone aus der Hand nimmt, bekommt es schnell mit lautem Protest zu tun. Doch auch Erwachsene können so reagieren. Schweißausbrüche, Panikattacken und Zittern sind nur einige Symptome. Was sich albern anhört, ist für Betroffene alles andere als ein Zuckerschlecken. Nomophobie, die Angst nicht über das Smartphone erreichbar zu sein, nimmt seit Jahren beachtlich zu.

Was ist Nomophobie?

Nomophobie ist ein Kunstwort, das aus den Anfangsbuchstaben des englischen Wortes „NoMobile-Phone-Phobia“ zusammengesetzt wird und bezeichnet die Angst nicht über Smartphone, Handy oder Tablet erreichbar zu sein. Die Symptome treten auf, wenn das Guthaben knapp, der Akku immer leerer wird oder keine Funk- oder Internetverbindung verfügbar ist. Bei Betroffenen treten Entzugserscheinungen wie Angstzustände, Nervosität und Stress auf.

Wer ist gefährdet?

Die Auswertung einer Umfrage in Großbritannien mit 1000 Befragten aus dem Jahr 2012 ergab, dass zwei Drittel der Teilnehmer Angst verspüren, wenn sie ihr Handy nicht nutzen können. Schon im Jahr 2008 waren es bereits 53 Prozent. Besonders hoch war die Angst bei jungen Menschen mit negativem Selbstbild. Eine indische Studie ergab zusätzlich, dass Menschen, die länger als drei Stunden am Tag mit dem Smartphone verbringen, eine höhere Tendenz haben an Nomophobie zu erkranken.
In einer deutschen Umfrage einer Marketingagentur von 2014/2015 festigt sich die Annahme, dass das Smartphone mittlerweile  Einzug in alle Lebensbereiche gehalten hat und ohne das Statussymbol keine Kommunikation mehr möglich scheint. So ist es schwierig als Nomophobiker Angst zu bekämpfen.

Wie wird Nomophobie behandelt?

Wer tatsächlich Panikattacken und andere Angstsymptome verspürt, sollte sich Rat beim Arzt holen. Psychologen und Psychotherapeuten klären in einem standardisierten Fragebogen, ob der Patient wirklich an einer Phobie leidet.

Arztbesuch

Meist tritt die Nomophobie in Zusammenhang mit anderen psychischen Störungen auf. Um Symptome genauer zu diagnostizieren, führt der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten ein Angst-Tagebuch. So kann ein Behandlungsplan entwickelt werden, bei der häufig eine Konfrontationstherapie angewendet wird. Betroffene werden dabei angehalten sich bewusst der Phobie auszusetzten. Fahrten im funklosen U-Bahn-Tunnel oder alltägliche Einkäufe ohne Smartphone gehören dazu. So lernen Patienten wieder ihr Leben auch ohne Handy zu meistern.

Phobie: Eine Phobie beschreibt einen unnötig überhöhten Angstzustand, der durch Objekte, Lebewesen oder Situationen ausgelöst werden kann. Die meisten Phobien werden mit Hilfe verschiedener Verhaltenstherapien behandelt.

Der gesunde Umgang mit dem Smartphone macht‘s

Wichtig bei der Nutzung von mobilen Geräten und sozialen Medien ist ein reflektierter Umgang. Nicht jeder, der sich über eine fehlende Verbindung aufregt oder nervös wird, leidet sofort an Nomophobie.

Frau guckt aufs Smartphone

Verzichte doch mal bewusst auf Dein Smartphone. Das gilt vor allem beim Essen oder im Büro. Hier hat das Smartphone nichts auf dem Tisch verloren. So lernst Du den Drang, ständig auf den Bildschirm zu gucken, zu entgehen.

Akzeptanz der Nomophobie

Da es sich bei Nomophobie um eine noch neue psychische Störung handelt, sind Studien zu Behandlungen noch nicht ausreichend ausgewertet. Bis dato ist Nomophobie nicht in die ICD (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) aufgenommen worden. In diesem System werden weltweit medizinische Diagnosen einheitlich klassifiziert. Eine Neuauflage soll im Mai 2018 erfolgen. Ob Nomophobie enthalten ist, ist nicht klar.

Yoga-Lehrerin
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