Startseite Entertainment DEINHANDY History: In einer Welt vor WhatsApp

DEINHANDY History: In einer Welt vor WhatsApp

icq Flaschenpost
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Wer glaubt, dass Entwickler von WhatsApp, Telegram und Co. das Rad neu erfunden haben, der irrt. Schon 1996 entwickelten vier Studenten in Isreal mit Icq den ersten Messaging-Dienst der Welt.

Messaging in den 90ern

Bereits 1996 profitierten Nutzer von einem Dienst, der vom Unternehmen Mirabilis entwickelt wurde. Die Begründer Yair Goldfinger, Sefi Vigiser, Amnon Amir und Arik Vardi entwickelten die Messenger-Software Icq. Vardis Vater, erfolgreicher Geschäftsmann und Politikberater, glaubte an die Idee und investierte 75.000 US Dollar. Icq – das für „I seek you“ steht – wurde schon zwei Jahre später von AOL für 407 Millionen US Dollar aufgekauft. Durch Kooperationen mit unter anderem ProSieben gelangte der Messenger schnell zu Berühmtheit. Videoanrufe waren zwar noch nicht möglich, Echtzeit-Chats hingegen schon. Das Besondere: Icq kostete keinen Cent – pardon: Pfennig – und konnte über jede Internetverbindung genutzt werden.

Besser als SMS

SMS kosteten viel Geld und verfügten nur über eine begrenzte Zeichenanzahl. Bei der Registrierung wird dem Nutzer eine Icq-Nummer zugewiesen. Mit dieser Identifikationsnummer meldet sich der User an und kann sich darüber mit Freunden verbinden. Hinzugefügte Kontakte stehen dann mit Namen und nicht der Nummer in der Chatliste.
Zunächst konnten ausschließlich Nachrichten versenden werden. Erst später folgten Emojis, und mit Voice-Chat und Push2Talk (IP-Telefonie) wurde langes Tippen unnötig.
Außerdem standen Spiele wie Slide-a-Lama (Puzzle-Game) oder RPS (Schere-Stein-Papier) zur Verfügung, die entweder alleine oder mit einem Kontakt gespielt werden konnten. Heute stehen zusätzlich Funktionen wie Videoanrufe, Sticker und GIFs zur Verfügung. Die Registrierung über App funktioniert heute über die eigene Handynummer.

Screenshot Icq iOS

Mit Icq ins neue Jahrtausend

Anfang der 2000er hatte der Messenger bereits mehr als 100 Millionen Nutzer und war damit nicht nur der erste Instant-Messaging-Dienst, sondern auch der am meisten genutzte weltweit. 2009 erschien neben der PC-Version eine App für iPhones, ein Jahr später folgte die App für Android. Mit 470 Millionen registrierten Nutzern gilt diese Zeit als Höhepunkt von Icq. Mit dem Aufkommen von Social-Network-Plattformen wie Facebook und Messenger-Diensten wie WhatsApp mit größerem Umfang reduzierte sich die Anzahl dann aber dramatisch. 2013 blieben lediglich elf Millionen Nutzer übrig.

Neue Besitzer – neues Glück?

Office Mail.ru Grpup

AOL verkaufte den Gratis-Dienst 2010 an die russische Investmentfirma Mail.Ru Group für 188 Millionen US Dollar. Das Programm gibt es mittlerweile für iOS, Android, Windows, Mac OS X, Linux und als Web-Variante. Sprach- und Videoanrufe gehören ebenso zum Funktionsumfang wie Gruppennachrichten. Chats kannst Du durch Versenden Deines Lieblings-Stickers oder Fotos mit tollen Filtern aufhübschen.

Icq – Chancenlos?

Das bekannte „Ah-Oh“ beim Eingehen einer Nachricht ertönt zwar nicht mehr, die grüne Blume im Logo gibt es aber immer noch. Den mittlerweile 22 Jahre alten Messenger-Dienst bekommst Du werbefrei, gratis und virengeprüft auf Dein Desktop.

Einen großen Unterschied zu anderen Instant-Messengern wie Skype oder Threema gibt es allerdings kaum. Um sich durchsetzen zu können, mangelt es Icq an einem entscheidenden Alleinstellungsmerkmal. Der einzige Vorteil liegt im großen Datenpaket: Bis zu vier Gigabyte können direkt von einem Nutzer zum anderen übertragen werden. Ob das ausreicht, um sich auch wieder am deutschen Markt zu etablieren, bleibt abzuwarten.

Wenn Du dem Messenger aus der guten alten Zeit noch eine Chance geben willst, oder Du ihn noch gar nicht kennst:
Zum Download für Android und iOS folgst Du einfach dem passendem Link.

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