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Viel Lärm um Apple

Apfelbiss
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Was für ein Tag! Erst erreicht uns die Bestätigung, dass das neue iPhone 7 am 7. September vorgestellt wird (wir berichteten), dann wird im gleichen Atemzug von einer neuen Apple Watch gemunkelt, nur um informiert zu werden, dass Bluetooth-Gadget-Hersteller Bragi eine große Neuvorstellung plant – zwei Tage vor Apple, aber ebenfalls in Cupertino! Und zum Abschluss gießt die EU-Kommission einen schönen Eimer Wasser ins digitale Freudenfeuer und fordert bis zu 13 Milliarden Euro Steuernachzahlungen vom i-Style-Giganten.

„One Apple a day“ – oder auch ein bisschen mehr

War das heute das berühmte Rauschen im Blätterwald? Nun, soweit es die Neuvorstellung des iPhone 7 angeht, handelt es sich beim stimmgewaltigen Trubel natürlich um kalkuliertes Marketing; wohlgemerkt zum Nulltarif. Meldet sich Großmutter zum Besuch an, gerät die Familie in Aufruhr. Kündigt Apple ein neues iPhone an, ist die ganze Branche in Bewegung, vom kleinsten Tech-Blogger bis zum größten Einzelhändler. Und ja, das schließt uns mit ein.

Schon fast ein Kunststück, dass es dem eher unter Kennern bekannten Gadget-Fabrikanten Bragi gelungen ist, auf das mediale Tosen aufzuspringen – und ein gutes Stück gekonnt auf der Welle mitzureiten. Bragi produziert bereits seit mehreren Jahren kabellose In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth-Schnittstelle. Was bis dato eher als „Gizmos“ belächelt wurde, dürfte sich aktuell als erstaunlich weitsichtig erweisen – schließlich ist Apple dafür bekannt, ganz groß in der Kunst des Weglassens zu sein. Und die Gerüchte der letzten Wochen und Monate lassen darauf schließen, dass es beim iPhone 7 die Kopfhörerbuchse erwischt hat.

Kein Wunder also, dass so manche Augenbraue aufwärts gewandert ist, als der audiophile Funkspezialist für kommenden Montag eine eigene Veranstaltung in Cupertino ankündigte. „Spannende Neuigkeiten“ sollen die geneigte Zuhörerschaft erwarten, und wir dürfen wetten, dass der Ort dafür nicht von ungefähr ausgewählt worden ist. Andernorts wird bereits gemutmaßt, es handele sich um eine Kooperation oder gar die Übernahme des Münchner In-Ear-Herstellers. Ganz fern liegt die Vermutung ja nicht, ebenso wie die Übernahme der einstigen Hip-Hop-Hörerschmiede „Beats“ offenbar dazu diente, eine Hi-Fi-Unternehmenskomponente zu ergänzen, könnte nun das Bragi-Portfolio zum perfekten Klang per Funk beitragen. Apple-Urgestein Steve Wozniak hatte erst jüngst angemerkt, dass er nichts vom derzeitigen Stand der Bluetooth-Tonwiedergabe hält.

Bragi Facebook-Post

EU fordert 13 Milliarden von Apple

„Wer billig kauft, kauft zweimal“, und wer richtig spart, zahlt doppelt? Möglich wär’s. Zugegebenermaßen – warten wir’s mal ab. Immerhin, der Vorwurf wiegt schwer. Ganze 13 Milliarden Euro verlangt die Europäische Kommission von Apple, die der US-Konzern seit 2003 in Form „unrechtmäßiger Steuerermäßigungen“ im EU-Binnenmarkt einbehalten habe.

Die Vorwürfe ergeben sich aus einer im Jahr 2014 eingeleiteten Prüfung durch die EU. Insgesamt reichen die zu Unrecht erworbenen Vorteile sogar bis ins Jahr 1991 zurück, also in eine Zeit, als Apple sich noch mit der Parole „Kleinvieh macht auch Mist“ über Wasser hielt. Seit damals splittete Apple die Einnahmen aus seinem EU-Geschäft in zwei Geschäftszweige, allerdings nur, um den Gesamterlös wiederum einem internen „Verwaltungssitz“ zurück zu überweisen. Die Prüfung durch die EU ergab, dass sich bei den beiden untergeordneten Geschäftszweigen lediglich um Scheinfirmen handelte, die zu keinem anderen Zweck existierten, als Steuern zu sparen. Beide Zweigunternehmen wurden auf bevorzugte Weise in Irland besteuert – wohlgemerkt nach einem Verfahren, das die EU ebenfalls mittlerweile kassiert hat. Die erwirtschafteten Gewinne wurden bereits 2003 nur noch mit 1% Körperschaftssteuer besteuert. Aber damit nicht genug – bis ins Jahr 2014 reduzierte sich dieser Steuersatz auf gerade mal noch 0,005%!

Fragwürdig ist daran nicht nur, dass in Irland nur ein geringer Teil der Gewinne versteuert worden ist. Viel fragwürdiger ist, dass der allergrößte Teil der Einnahmen überhaupt nicht besteuert worden ist, und zwar nirgendwo, während Apple gleichzeitig auf Barreserven von geschätzten 215 Milliarden US-Dollar sitzt. Zumindest die erwähnten 13 Milliarden Euro wird die EU nun zurückfordern. Keine Frage, auf diesem Berg sitzt es sich bequem – kein Wunder also, dass Apple-CEO Tim Cook bereits in die Offensive gegangen ist und angekündigt hat die Kommissionsentscheidung anzufechten. Denn wie das immer so ist – wo Beute gewittert wird, ist der Appetit schnell geweckt.
Nun haben sich auch die US-Finanzbehörden zu Wort gemeldet. Wohlgemerkt mit der interessanten Feststellung, dass Apple als eingetragenes US-Unternehmen seine Steuern in den USA zu entrichten habe. Also an den amerikanischen Fiskus.

Nun ja…

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