Startseite Entertainment Darknet – Der Supermarkt für Kriminelle?

Darknet – Der Supermarkt für Kriminelle?

4
0

Nach der blutigen Tat in München am letzten Freitag rückt nicht nur wieder die Debatte um gewalttätige Computerspiele in den Fokus, sondern auch das Darknet. Kaum jemand hat je davon gehört, es existiert jedoch ganz unsichtbar neben Google und Facebook.

Was ist das Darknet?

Wir nutzen ganz üblich das Internet, das so genannte Surface- oder Visible-Net, gehen shoppen, lesen Nachrichten oder posten unsere neusten Erlebnisse. Alles auf der Oberfläche. Unter dieser Oberfläche gibt es das Deepweb. Dazu zählen Seiten, die nicht über Suchmaschinen zu finden sind. Es geht dabei meist um themenspezifische Fachdatenbanken, das hat mit Kriminalität nichts am Hut. In diesem Invisible-Net existiert das Darkweb, das über den kostenfreien Browser TOR mit den richtigen Zugangsdaten aufgerufen werden kann.
Das Darknet ist ein verschlüsselter Teil des Internets. Der Zugang setzt die Verwendung spezieller Browser ebenso voraus wie die Kenntnis der richtigen Domains.

Tastatur Darknet
Browser TOR

Dieser Browser verschlüsselt Deine Daten.

Wie funktioniert das Darknet?

Über die Browser TOR, I2P oder Freenet wird der Zugang zum Darknet freigemacht. Warum? Weil die Verschlüsselung keine Rückverfolgung über die IP-Adresse möglich macht. Anonymes Surfen zieht aber nicht nur Sicherheitsfreunde an, sondern auch zwielichtige Gestalten. Im Google Play Store kann ganz einfach die Vermittlungsanwendung Orbot installiert werden, der Onion-Browser über iOS, diese benutzen TOR und das garantiert verschlüsseltes Surfen. Daten werden in diesem System nicht direkt zugesandt, sondern über viele Knotenpunkte und Proxy-Server weltweit umgeleitet, die sich permanent ändern. Daher kann die Quelle nur schwer zurückverfolgt werden. Das ist super um seine eigenen Daten zu verschlüsseln, allerdings ist dies auch ein tolles Tool für Kriminelle.

Im Darknet zu surfen, ist zunächst nicht illegal. Um an illegale Waren zu kommen, benötigt man eine Domain mit dem Ende -.onion. Der vordere Teil besteht zumeist aus einer Kombination aus Buchstaben und Zahlen. Suchmaschinen-optimiertes Surfen ist hier nicht möglich. Die Web-Adressen muss man kennen.

Wozu Darknet?

Mit dem Darknet wurden in letzter Zeit viele negative Schlagzeilen gemacht. Waffen, Drogen, Falschgeld- alles bekommen User angeblich im Darknet. Jedoch bietet das unsichtbare Netz auch Möglichkeiten, an die wir in unserer westlichen Welt nicht sofort denken: Zensurfreiheit. Das Darkweb wird vor allem als Plattform für freie Meinungsäußerung genutzt. Auch Facebook findet man im TOR-Browser. Unter der Adresse https://facebookcorewwwi.onion können Menschen aus Ländern mit starker Zensur auch auf das soziale Netzwerk zugreifen, das sonst verboten ist.

Mund zu!

Wie gefährlich ist das Darknet?

Neben der Informationsfreiheit bieten Seiten auch dubiose Waren an. Von Prostitution bis zum Auftragskiller finden kundige User alles im Darknet. Es gibt zahlreiche Anleitungen im Netz wie an diese Seiten zu gelangen ist und genau das macht es sehr leicht.

s

Achtung: Das Surfen im Darkweb ist legal. Wer sich aber Drogen, Waffen und Ähnliches bestellt, macht sich strafbar!

Gezahlt wird in der Online-Währung Bitcoins, jedoch berichten viele Nutzer, dass die bestellte Ware nicht geliefert wird. Tja, sie können sich ja gerne bei der Polizei beschweren…

Handschellen

Cybercrime und die Polizei

In einem Bericht vom 27.07.2016 gibt das BKA an, dass schon seit einiger Zeit Ermittler speziell im Darknet unterwegs sind, um Cyberkriminalität zu unterbinden. Dabei geht es oftmals um den Handel mit pädosexuellem Material oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Entdeckungen des BKA werden selbstverständlich strafrechtlich verfolgt und das gefundene Material als Beweis benutzt.
Verdeckte Ermittler arbeiten stetig daran anonyme Online-Kriminalität zu reduzieren und ziehen dubiose Händler aus dem Verkehr.

Fazit: Das Darknet ist also keineswegs ein strafverfolgungsfreier Raum.

Dass die Neugier obsiegt ist also nichts Schlimmes. Gucken ist erlaubt. Illegales Handeln natürlich nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.