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Gib Gas, ich will Daten!

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Wir haben uns ja bereits in unseren letzten Posts mit den Themen IoT (Internet of Things) und Adas (Advanced driver assistance systems) beschäftigt, also mit netzgebundenen Alltagsgegenständen und autonomen Fahrerassistenzsystem.
Unser heutiges Fundstück passt vortrefflich in die Lücke zwischen beiden Bereichen. Und obwohl wir keine Schleichwerbung einbauen -Werbung machen wir auch als solche kenntlich- werden wir heute ein konkretes Produkt ein wenig unter die Lupe nehmen, das stellvertretend für eine neue Generation von Schnittstellen zwischen Alltagswelt und Smartphone steht: Das „Car Connection“-Modul von O2.

Ja, was haben wir denn da?
Gute Frage eigentlich. O2 bietet seit letztem Herbst eine Kombination aus App und Hardware-Dongle zum Anschluss an einen Auto-typischen OBD-II-Anschluss, der bei den meisten Fahrzeugen seit 2006 Standard ist. Üblicherweise dient die Schnittstelle Werkstätten zum Auslesen von Fahrzeugdaten, Fehlermeldungen und Systemnachrichten. Hier erfüllt sie einen ähnlichen Zweck, allerdings ergänzt um den Komfort einer Anbindung ans Smartphone.
So soll die mitgelieferte App nicht nur typische Statusmeldung aus dem Innenleben des Fahrzeugs darstellen, sie bietet anhand der vom Fahrwerk registrierten Leistungsdaten auch eine integrierte Fahrstilanalyse. Hinzu kommt ein Fahrzeugfinder, der die Frage „Wo habe ich nochmal geparkt?“ ein für alle Mal beantworten soll, und auch ein „Logbuch“ genanntes Fahrtenbuch mit Verbrauchsdatenanalyse findet sich im Programmumfang.

Wie funktioniert’s?
Nun, eigentlich as easy as it gets. Man steckt den Dongle in die Schnittstelle (häufig im Fußraum des Fahrersitzes oder in der Nähe des Sicherungskastens zu finden), aktiviert das Modul über die Seriennummer in der App, startet seinen Wagen und fährt einmal um den Block. Fünf Minuten sollen reichen, um den Dongle zu aktivieren. Anschließend erhält man vollen Zugriff auf die Daten seines Autos.

Konkreter Nutzen
Zweifellos vorhanden. Man erhält einen guten Überblick über den eigenen Fahrstil, Optimierungsmöglichkeiten und den aktuellen Status seines Autos, inklusive Wehwehchen, gewissermaßen aus dem Herzen des Fahrzeugs.

Haken?
Ja. Hat es. Wer seine Daten gerne für sich behält, hat hier das Nachsehen. Denn die App überträgt die vom Auto gesendeten Daten automatisch an O2. Daran ändert auch die integrierte Inkognito-Funktion nichts. „O2 Car Connection“ ist definitiv ein Baustein von Big Data.

Preis
Im freien Handel ist O2 Car Connect in aller Regel für Plus/Minus 100€ erhältlich. Gut, nicht ganz billig, aber im Vergleich zu anderen Anwendungen aus dem Internet of Things ein immer noch erschwingliches Angebot.

Fazit
Machen wir es kurz. Wir haben es hier mit einem fein konfektionierten Spielzeug zu tun. Es ist im Grunde wie eine Fitness-App fürs Auto, mit dem feinen Unterschied, dass man den Jawbone hier ans Auto anschließt, anstatt ihn am Arm zu tragen. Interessant ist hier vor allem der mittelbare Blick auf die Metaebene. Ähnlich wie bei den meisten Anwendungen ist der spielerische Erkenntnisgewinn immer mit der Preisgabe der eigenen Daten verbunden. „Ist die Dienstleistung gratis, bist Du das Produkt“, wie man immer häufiger hört. Wir wissen nicht konkret, was O2/Telefonica mit den Daten unseres Fahrverhaltens anstellt.
Auch wissen wir nicht, wie sie mit dem Wissen umgehen, welches Auto wir fahren, auf welchen regelmäßigen Wegen, ob wir zu Geschwindigkeitsübertretungen neigen, und ob wir unser Auto regelmäßig zur Wartung bringen. Dass sie diese Daten aber sammeln und auswerten, liegt in der Natur der Sache. Wem es nichts ausmacht – nun, gerne. Für alle anderen, die keine Lust auf ein datenaggregiertes Leben haben, ist ein klassisches Auslesegerät vermutlich die bessere Alternative.

Trotzdem punktet die „Car Connection“ mit einer ganzen Reihe netter Funktionen mit einigem Erkenntnisgewinn über das eigene Fahrverhalten. Und auch der Fahrzeugfinder ist eine großartige Idee, vor allem für Großstadtautofahrer, die jeden Tag eine neue Lücke suchen. Finden wir gut.

Aber: Bis die Automobilhersteller selbst darauf kommen, solche Funktionen in Ihre Fahrzeuge einzubauen, wird es nicht mehr lange dauern. Hier ist das Smartphone ausnahmsweise mal nur ein Brückentool.

Quelle:
http://goo.gl/BbgPf6

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