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Totgesagt und auferstanden – Microsoft & Nokia

Surface und Microsoft
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Was waren das doch für Leichengesänge – gerade erst! Erinnert Ihr Euch? An Nokia? An Lumia und an Microsoft? Die Prozession zu Grabe getragener Branchengrößen? Nicht eine Stimme erhob sich im Zweifel, als Microsoft die glücklos vorangetriebene Übernahme von Nokias Handysparte beerdigte und das so klangvolle Signet Lumia mitsamt Fertigung verdientermaßen de facto einstampfte. So war das, im „Wonnemonat“ Mai.   

Satya Nadella
Microsoft-CEO Satya Nadella: Klarer Plan für die mobile Zukunft.

Nun ist das Ende eines Zyklus oft bloßer Startschuss eines neueren. Die Menschen fahren Golf statt Käfer und trinken Cappuccino statt Krönung. Sie machen Yoga statt Aerobic und gehen Walken statt Wandern. Und so ist das mit der „schöpferischen Zerstörung“; manchmal mehr Gespenst als Genius – denn der Mut, das Alte zu beerdigen wird geschöpft in der Aussicht auf das Neue. So ist wohl schon Gewissheit, dass Microsoft-CEO Satya Nadella lange plante, was er jetzt verkündet: Lumia ist tot, Microsoft am Leben und Surface das Vermächtnis. Wenn auch unter anderem Namen, man will ja nicht zu viel verraten.

In einem Interview mit der australischen Zeitung Australian Financial Review ließ Nadella durchscheinen, in welche Richtung der Desktop-Pionier sich derzeit orientiert: „Strukturelle Innovation“ anstelle gescheiterter „Wir auch“-Methodik. Künstliche Intelligenz und echter Mehrwert sollen die Ecksteine für einen Neustart von Microsofts Handysparte sein. Dabei soll es nicht länger darum gehen, Google und Apple hinterherzulaufen, sondern eigene Lösungen ins Feld zu führen mit alternativen Konzepten. Vor allem die bereits vom Lumia 950 bekannte „Continuum“-Schnittstelle, also ein Hybridansatz zwischen Desktop und Mobile dürfte hier im Mittelpunkt stehen. Gerade erst beim jüngst vorgestellten HP Elite x3 durfte sie ihren Nutzen erneut beweisen.

Dabei konkretisieren Nadellas -zugegebenermaßen kurze- Ausführungen seine eigene Philosophie: Während Apple und Google an permanent synchronen Cloud-Arbeitern feilen, will Microsoft etwas ganz anderes: Anstatt Brücken zu bauen, will Nadella Wege verkürzen. Mit Geräten, die Desktop und Mobilgerät in einem sind; tatsächlich Futter für den mobiltechnologischen Diskurs – denn aller App-Freude zum Trotz, Smartphones sind heute nur Peripherie – nicht Zentrum; jedenfalls wenn es um den Profi-Bereich geht.
Damit schlägt Nadella in dieselbe Kerbe wie zuletzt im Sommer, als er in einem offenen Brief an die Belegschaft angekündigt hatte, die Arbeit an Microsoft-eigenen Smartphones auf den professionellen Bereich zu fokussieren, statt sie für alle Zeiten einzustellen. Und noch etwas ist anders als vor wenigen Monaten – Die Stimmung! Mit seinem neuen Surface Studio und immer neuen Anwendungen für seine AR-Brille HoloLens ist es dem lange Zeit als dröge verschrienen Betriebssystemspezialisten gelungen, ungekanntes Wohlwollen auf sich zu lenken, eine ganze Branche schwelgt regelrecht vor Entzücken. Es ist wohl also mehr eine Frage der Zeit, bis Microsoft auch auf dem Smartphone-Sektor wieder von sich reden machen wird. Und beim nächsten Mal wird Manches anders.

Und was ist mit Nokia?

Die sind tot, oder?
Nicht ganz. Markeneigner HMD Global hat angekündigt, den kommenden MWC zu beehren, und es sieht ganz nach einer Neuvorstellung des lange erwarteten Nokia D1C aus, das dem Vernehmen nach in einer oder zwei Varianten auf den Markt kommen soll. Da ist zwar nicht mehr Nokia Finnland drin, aber steht Nokia drauf. Ist ja auch schon mal was, oder?

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