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Softdrinks aus dem Markenkern

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Die Neunziger waren ja quasi DAS Jahrzehnt der Trends, auch wenn einige davon ziemlich schrecklich waren. Aber heute soll es mal nicht um Tamagotchis und Techno-Pelzstulpen gehen, sondern um Marketing, genauer gesagt um Markeneditionen, also die Verknüpfung eines Labels mit einem Produkt.
Warum machen Unternehmen sowas?
Antwort A, 100 Punkte: Wettbewerb.

Differenzierung und Distinktion sind heutzutage ja bekannt als Grundzutaten der Apple-Apotheke. Aber drehen wir die Uhr nochmal ein bisschen zurück, denn wir wollten ja ursprünglich über die Neunziger reden. Damals war vor allem die deutsche Autoindustrie ganz groß darin, ihre etwas schläfrig geratene Produktpalette mit immer neuen Auflagen „emotional aufzuladen“, wie man so schön sagt. Heraus kamen dabei so abgefahrene Produkte wie Kleinwagen mit dem Label „Genesis“ und Kompaktklasseautos mit „Bon Jovi“-Signet. Damals natürlich total Pop und angesagt, heute eher ein Fall fürs Markenmuseum.
Wie solche Verquickungen zustande kommen, versteht man am besten, wenn man einfach die Perspektive wechselt:
Differenzierung wird immer dann schwierig, wenn sich Produkte auf einem Markt insgesamt immer ähnlicher werden. Irgendwann kommt der Punkt, an dem ein Produkt selbst bereits mit allen Finessen seiner (Preis-)Klasse glänzt. Blöd nur, wenn dann die Konkurrenz praktisch identische Produkte anbietet. Mitte der Neunziger regierte auf Europas Straßen die Kastenform mit runden Ecken und optionalen Seitenairbags – und das von Gibraltar bis Tallinn. Und so kam es, dass sich die Haute Volée des Pop und Rock ein gutbezahltes Stelldichein gab, um fortan Europas Familienkutschen und Einkaufshelfer mit dem eigenen guten Namen zu veredeln.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen, Innovation braucht ihre Zeit. Und üblicherweise überformt eine Neuerung vom Top-Segment ausgehend den breiten Markt. Stück um Stück. Aber bis dahin?
Wenn es aktuell einen Markt gibt, der sich ähnlich verzweifelt nach Differenzierung sehnt wie der Fahrzeugbau vor zwanzig Jahren, dann ist es das Smartphone-Business. Gebogene Screens von LG, Edge-Screens von Samsung, Metallgehäuse, Glasgehäuse, gebogene Ecken, runde Ecken, eckige Ecken – ihr merkt schon, wo das hinführt. Unter der Haube schlägt immer häufiger das gleiche Herz, alles eine Frage der Klasse.

Was also kommt jetzt?
Antwort B, 1000 Punkte: Nach dem Bibi-Phone kommt jetzt das Pepsi-Phone! Ein Handy unter dem Label von Deutschlands erfolgreichstem Do-It-Yourself-Beauty-Star und ein Smartphone mit dickem Getränkehersteller-Logo auf dem Rücken.
Ja. Wirklich. Das ist es, das Veröffentlichungs-Highlight der vergangenen Woche.
Ein Gerät ist ein Marketing-Gag, das andere eine ernstgemeinte Sonderausgabe. Und wir verraten jetzt einfach mal nicht, welches Gerät was ist. Aber eines sind sie beide: Der beste Hinweis, dass die Zeit wieder mal reif ist für echte Innovationen.

Weiterführende Links:
https://goo.gl/cTBYyO
http://goo.gl/iG89Y4

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